6. Januar 2026
„Voller Respekt, dass ihr diese Tradition zu uns bringt…“
Anfang Januar besuchen sechs erwachsene SternsingerInnen die JVA Duisburg–Hamborn, um im Gottesdienst den Inhaftierten den Segen zu bringen. Mit dem Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ ziehen sie ein, berichte nach dem Evangelium von ihrem Einsatz, ihrer Motivation und der Herkunft dieser Tradition und antworteten [
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6. Januar 2026
Sehnsucht nach Freiheit mit Telefonieren auf Antrag
Was Freiheit bedeutet, begreift man, wenn man sie nicht mehr hat. Wie ist das, wenn man in Haft sitzt, wenn TĂŒren der Justizvollzugsanstalt verschlossen sind, wenn man seine Familie und Freunde nur noch selten sieht? Die GefĂ€ngnisseelsorgerin der JVA Gießen im Bistum Mainz, Uta Kuttner, erzĂ€hlt. [
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5. Januar 2026
Eine Kirchenbank in der AutobahnraststÀtte Hegau-West
FĂ€hrt man die baden-wĂŒrttembergische Autobahn 81 in Richtung Bodensee, fĂ€llt der Blick neben der Landschaft mit den Vulkanformen des Hegau auf ein ĂŒbergroßes Betonkreuz neben der AutobahnraststĂ€tte Hegau-West. Im Jahr 2005 ist die Autobahnkirche „Emmaus“ eingeweiht worden. Von frĂŒherer Frömmigkeit inspiriert, ist die Kapelle wie eine [
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3. Januar 2026
Es ist mehr mit uns anzufangen, als wir ahnen können
Vor sechs Millionen Jahren begann eine Art der Schimpansen aufrecht zu gehen. Aus diesen Affen entwickelte sich die menschliche Art. Mit dem aufrechten Gang verĂ€nderte sich der Körperbau erheblich, spĂ€ter begann auch das Gehirn zu wachsen, vor allem in den letzten zwei Millionen Jahren. Besonders die [
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29. Dezember 2025
Umgang mit Narzissten: Sie ins Leere laufen lassen…
Macht und Ohnmacht. Herodes und das Kind. Manchmal hilft nur die Flucht, das Weggehen, um das zu retten, was wachsen und werden will. UnabhĂ€ngig davon, ob der Herodes-Herrscher den Kindermord in Auftrag gegeben hat oder ob es ihn ĂŒberhaupt in der Form gab, ist dieses Evangelium [
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28. Dezember 2025
Steh auf: Es gibt Kraftquellen zu einem neuen Aufbruch
„Die Sterndeuter waren gegangen“, heißt es im MatthĂ€us-Evangelium. Josef war mit seiner und der Fachleute Weisheit an ein Ende gekommen, als er schlafend im trĂ€umerischen GewĂŒhle des Unterbewusstseins unverhofft in ihm etwas auftauchte, das ihn bewegte, sofort aufzustehen und sich auf einen völlig neuen, noch unbekannten [
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27. Dezember 2025
Schwer auszuhalten: Gibt es nicht schon genug Gut-Menschen?
Die Steinigungs-Geschichte des MĂ€rtyrers und Diakons der Jerusalemer Urgemeinde mit Namen Stephanus ist einer von denen, bei denen man instinktiv das Leselicht dimmen möchte. Zu krass diese ErzĂ€hlung, zu wenig tröstlich. Haben wir nicht schon genug Gewalt? Die Geschichte passt zudem schlecht in eine Zeit, in [
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26. Dezember 2025
Kein „entweder oder oder“, sondern das große „UND“ wird gefeiert
Der Umgang mit GegensĂ€tzen erfordert Akzeptanz, Perspektivwechsel und Kommunikation: Licht – Dunkel. LĂ€rm – Stille. Tradition  Innovation. Krieg – Frieden. FĂŒlle – Leere. Anspruch – Wirklichkeit. Macht – Ohnmacht. Armut und Reichtum. Wir leben in GegensĂ€tzen. Manchmal erzeugen sie eine Spannung, die kaum auszuhalten ist: Politisch, [
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25. Dezember 2025
Die Feier der Weih-Nacht bei hellem Sonnen-Tageslicht
Warum wird das Weihnachtsfest der Geburt Jesu ausgerechnet in der Nacht gefeiert? Historisch ist es nicht gesichert, dass Maria Jesus nachts geboren hÀtte. In den Justizvollzugsanstalten kann die geweihte Nacht nicht nachts oder abends gefeiert werden. Bereits um 15.30 Uhr ist am Heilig Abend der Nachtverschluss. [
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24. Dezember 2025
Heilig Abend im Knast: Der Stern ist da, wo Neugeburt sein kann
Es gibt bestimmt schönere Orte, um Weihnachten zu feiern. Erinnerungen kommen sicher hoch an vergangene Jahre. Außerhalb dieser Mauern. An Weihnachten in Freiheit. In Gedanken und Herzen sind wir bei den Menschen, die wir vermissen, die uns fehlen. Sehnsucht macht sich breit, sie lĂ€ĂŸt sich nicht [
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23. Dezember 2025
Vor-Weih-Nacht(en): Gottes Liebe kennt keine Grenzen
Eingeschlossen. EingeschrĂ€nkt in der persönlichen Freiheit. Beengtes Leben in einem Haftraum – ungefĂ€hr 10 qm, 23 Stunden am Tag. EingeschrĂ€nkt in Beziehungen zu anderen – vertrauten – Menschen. Kein Vertrauen. Meist nicht einmal ein freier Blick zum Himmel. Sehr viel Mangel.
21. Dezember 2025
Ehemalige politische HĂ€ftlinge in Remscheid-LĂŒttringhausen
Wenn auch in den letzten Jahren verschiedene kleinere BeitrĂ€ge ĂŒber die Geschichte des Zuchthauses Remscheid-LĂŒttringhausen wĂ€hrend des Nationalsozialismus veröffentlicht wurden, so dĂŒrfte nach wie vor die Aussage des Wuppertaler Historikers Dr. Stephan Stracke gelten, dass ĂŒber diese Strafanstalt in den Jahren 1933 bis 1945 bisher nur [
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20. Dezember 2025
Sich einreihen in das Gewebe von Lebenslinien der Vorfahren
Woher stammst du? Wer sind deine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern? Was sind ihre Geschichten? Wer gab dir deinen Namen? Welche Eigenschaften sind in dir von deinen Vorfahren? Welche ihrer Weisheiten haben dich zu leben gelehrt? Wenn du deine Abstammung in Lebenslinien malen wĂŒrdest, welche Farben wĂŒrden vorkommen? [
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19. Dezember 2025
Weihnachtliche Grußkartenaktion: Gemeinsam gegen Einsam(keit)
Inhaftierte Frauen der JVA Gelsenkirchen bereiten Ă€lteren Menschen eine Freude. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Einsam(keit)“ gestalten 16 Gefangene Weihnachtsgrußkarten, die an Ă€ltere Menschen in Alten- und Pflegeheimen anonym verschickt werden.   „Ich finde es schön, dass wir den Menschen eine Freude machen können, die alleine [
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18. Dezember 2025
Gefangener verschwunden bei Krippenaufbau im Paderborner Dom
Nicht nur körperliche Arbeit, sondern viel KreativitĂ€t stecken in der Krippe im Hohen Dom im Erzbistum Paderborn. Die Gestaltung sowie den Aufbau ĂŒbernehmen wieder Gefangene der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne. Ein Gefangener ist dabei verschwunden – ausgerechnet. Kira Niehues, Referentin Hoher Dom, kann die Krippen-Figur einfach nicht finden. [
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17. Dezember 2025
Was predigt man denn so zu Weihnachten im GefÀngnis?
Es gibt Justizvollzugsanstalten, die neben einem Flugplatz oder gar einem Flughafen wie in Halle/Leipzig liegen (Jugendanstalt Raßnitz), Mauer an Mauer mit einem Hallenbad gelegen sind, einmal ein Kloster (JVA Rockenberg in Hessen) waren oder ein Museum in der Nachbarschaft zu finden ist. Die Justizvollzugsanstalt Offenburg am [
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16. Dezember 2025
Interview: GefÀngnisseelsorge in Brasilien und der Ukraine
Im Rahmen des Treffens in Rom am Tag der Gefangenen mit Papst Leo XIV fĂŒhrte Doris SchĂ€fer von der Arbeitsgemeinschaft International der Katholischen GefĂ€ngnisseelsorge in Deutschland e.V. zwei Interviews. Zum einen mit der brasilianischen Leiterin der katholischen GefĂ€ngnisseelsorge in Brasilien, Sr. Petra Pfaller, sowie mit dem [
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15. Dezember 2025
Treffen des ICCPPC mit neuem pÀpstlichen Delegaten
Anfang Dezember 2025 wurde der Weltvorstand von ICCPPC darĂŒber informiert, dass der Papst einen Delegaten ernannt hat, der die Aufgabe hat, momentane Schwierigkeiten und Probleme in der Arbeit von International Commission of Catholic Prison Pastoral Care (ICCPPC) zu prĂŒfen und nach neuen Wegen einer internationalen Zusammenarbeit [
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14. Dezember 2025
In GefÀngnissen der Bedingtheiten wirkt die Trotzkraft
Der Prophet Johannes der TĂ€ufer ist eine tragische Gestalt. Wer wie er die Herrschenden als Heuchler entlarvt und sie ganz undiplomatisch „Schlangenbrut“ nennt, muss mit Verfolgung und Bestrafung rechnen. So landet der, der gerade noch am Jordan viele Menschen mit der Botschaft des ankommenden Menschensohnes begeisterte [
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13. Dezember 2025
Hoffnungsbuch aus deutschen GefÀngnissen geht nach Rom
Ein Jahr der Hoffnung, das ist fĂŒr inhaftierte Menschen in Justizvollzugsanstalten nicht nur ein schönes Motto. Viele hoffen, dass ein JubilĂ€umsjahr vielleicht in ihrer Lebensbiographie eine Wende bedeuten könnte. Denn fĂŒr Gefangene ist „Hoffnung“ nicht irgendein angenehmer Zusatz im Leben, sondern der Rettungsanker in stĂŒrmischen Zeiten, [
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11. Dezember 2025
Eine Krippe aus Margarine-Figuren in der JVA Meppen
In der niedersĂ€chsischen JVA Meppen wird in der Advents- und Weihnachtszeit eine besondere Krippenausstellung gezeigt: Mehrere Krippenlandschaften und weihnachtliche Szenen, die aus historischen Margarine-Figuren der 1950 – 1954er Jahre arrangiert wurden, sind dort durch einen engagierten Sammler zu sehen. Diese Figuren wurden vornehmlich als Beigaben zu [
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9. Dezember 2025
Im Zuchthaus Herford wurde „Der Leuchtturm” gelesen
Das Zuchthaus Herford und seine HĂ€ftlinge 1934-1939 (Folge 30). Informationen ĂŒber das politische und gesellschaftliche Leben außerhalb der Strafanstaltsmauern zu erhalten, war in den GefĂ€ngnissen und ZuchthĂ€usern des „3. Reiches” Ă€ußerst schwierig, auch wenn zum Beispiel die Möglichkeit bestand, von neu eingelieferten HĂ€ftlingen – unter Einhaltung [
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8. Dezember 2025
Befreiendes, wenn Vergangenheit und Herkunft gefangen nehmen
„Meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum Vater.“ Der biblische WĂŒstenmann Johannes der TĂ€ufer kritisiert Menschen dafĂŒr, sich allein auf ihre Abstammung (auf den Urvater Abraham) zu verlassen anstatt durch Taten zu zeigen, wes Geistes Kind sie sind. Ethnische Herkunft oder Abstammung spielen in [
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7. Dezember 2025
Das Remscheider PolizeigefÀngnis und seine HÀftlinge 1944/45
Anfragen beim PolizeiprĂ€sidium Wuppertal und beim NRW Landesarchiv (Abteilung Rheinland) im Jahr 2009, waren die Gefangenen- AufnahmebĂŒcher der PolizeigefĂ€ngnisse in Remscheid, Wuppertal und Solingen aus den Jahren 1933 bis 1945 „nicht mehr auffindbar”. Dieser Umstand wirkt sich bei der Erforschung der Schicksale der Verfolgten des Nazi-Regimes [
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6. Dezember 2025
Nicht einen Heilsbringer suchen und diesem auf den Leim gehen
In einer biblischen ErzĂ€hlung wird appelliert: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“. Der Aufforderungsruf des Propheten Johannes des TĂ€ufers aus der WĂŒste, oder wörtlich ĂŒbersetzt: aus der Ödnis, gehört alljĂ€hrlich in der Adventszeit zu den biblischen Texten. Immer wieder gerĂ€t dieser wie ein Zwischenruf in [
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5. Dezember 2025
Was mir Hoffnung gibt! Bilder und Texte aus dem Knast
Können Justizvollzugsanstalten Orte der Hoffnung sein? Sind Gefangene Menschen, die hoffnungsfroh nach vorne blicken? Auf den ersten Blick hören sich beide Fragen reichlich absurd an. Mit dem Blick von außen erscheinen GefĂ€ngnisse doch zunĂ€chst als Orte, in denen Hoffnungen verkĂŒmmern oder erst gar nicht aufkommen – [
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2. Dezember 2025
O du traurige? Seelsorgerliche WeihnachtstĂŒtenaktion
Durch die Lage der Weihnachtstage in diesem Jahr sind fĂŒnf Tage am StĂŒck arbeitsfrei. Der Heiligabend 24. Dezember und die Weihnachtstage 25. und 26. Dezember sind ohnehin Feiertage, und der 27. und 28. Dezember fallen auf einen Sonnabend bzw. Sonntag. Was viele Arbeitnehmer jubeln lĂ€sst, bedeutet [
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1. Dezember 2025
Anders sein: Arm ohne das Entgegengesetzte
Warum bist du nicht so wie wir? Letztlich hat diese Fragestellung Jesus von Nazareth den Kreuzigungstod gebracht. Der Menschenfreund sah sich als einzelner einer großen Menge gegenĂŒber. WĂ€re er so gewesen wie die anderen, niemand hĂ€tte einen Grund gefunden, ihn gefangen zu nehmen und kreuzigen zu [
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29. November 2025
Adventlich leben: Mit Augen des Herzens ansehen können
Die Adventszeit und mit ihm das Weihnachtsfest kommen nicht mit der höflichen Frage: „Passt es gerade, oder wĂ€re es besser, ein anderes Mal zu kommen?“ Die Weihnachtswochen beginnen ungefragt in unsere Zeit hinein. Es ist beinahe so, als wĂŒrde er hineingrĂ€tschen in das, was gerade alles [
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28. November 2025
Ehem. Anstaltsleiter: „GefĂ€ngnis ist die Intensivstation der Gesellschaft“
Joachim Walter hat den Großteil seines Lebens im Justizvollzug gearbeitet. Sein Fazit: Einsperren sei keine zeitgemĂ€ĂŸe Strafe mehr. Als stellvertretender und amtierender Anstaltsleiter von baden-wĂŒrttembergischen GefĂ€ngnissen wie dem in Heilbronn und Pforzheim sowie dem Jugendvollzug in Adelsheim hat Joachim Walter Urlaube fĂŒr Gefangene abgelehnt und freigegeben, [
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27. November 2025
Gefangene sammeln, um in Mosambik Freiheit zu ermöglichen
Das Heilige Jahr geht auf das ersttestamentliche Jubeljahr zurĂŒck. Alle 50 Jahre wurden in Israel die Schulden erlassen, Besitz wurde rĂŒckerstattet und Sklaven oder Gefangene erhielten ihre Freiheit. Kann man dem JubilĂ€umsjahr einen besonderen, ursprĂŒnglichen Charakter verleihen, indem man Gefangene entlĂ€sst? In Mosambik war das möglich [
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26. November 2025
Die Knast-Krippe und deren Figuren sind im Jugendvollzug zu sehen
Zu Beginn der Adventszeit wird hinter den Mauern der Justizvollzugsanstalt Herford schon die Weihnachtskrippe aufgebaut. Das ist ungewöhnlich, weil sie eigentlich erst zum Weihnachtsfest bis zum Fest MariĂ€ Lichtmess am 1. Februar steht. Die Knast-Krippe stell die Geburt Jesu in die Welt hinter den Gittern dar. [
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24. November 2025
Sich klein machen, um selbst groß dazustehen?
Der Mensch Jesus wird bei der Kreuzigung  verspottet. Das geht schnell: Sich ĂŒber andere Menschen lustig machen, die sich angeblich nicht wehren können. Bei vermutlich „starken“ Menschen traut sich das kaum jemand. Die SchwĂ€chen sind es, die zum Spott reizen, weswegen Menschen verhöhnt und getreten werden. [
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23. November 2025
Fotoshooting mit schicker Kleidung in der JVA Duisburg-Hamborn
Die JVA Duisburg-Hamborn mit 243 HaftplĂ€tzen ist eine Anstalt fĂŒr Untersuchungshaft und Kurzzeitstrafen. Unter den Inhaftierten entstand der Wunsch nach einem Fotoshooting. Bis es soweit war, waren leider die Initiatoren schon wieder entlassen worden. Dennoch war die Beteiligung hoch, was auf ein allgemeines Interesse an dieser [
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22. November 2025
MenschenwĂŒrde mit „vergeben können“ und Schuldfrage
Im Sommer 2007 geschah auf der Autobahn in der NĂ€he von Halle/Saale ein schwerer Unfall. Ein LKW war ungebremst auf einen im Stau stehenden Reisebus mit einer Senioren-Gruppe gerast und hatte ihn eine Böschung herunter geschoben, wo er kopfĂŒber liegenblieb. Der LKW-Fahrer war fĂŒr einen Moment [
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21. November 2025
Auszeichnung: Die Kraft der Musik hinter den Gittern
Musik steht im Übergangshaus im ehemaligen Karstadt-GebĂ€ude der Hansestadt LĂŒbeck im Fokus. Dieser Ort ist Teil der stĂ€dtischen Initiative „Übergangsweise“ und versteht sich als offener Treffpunkt. Hier treffen sich fĂŒr zwei Tage Menschen, die im Justizvollzug arbeiten oder leben. Sie ermöglichen hinter Gittern durch Musik neue [
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20. November 2025
Königliche WĂŒrde zeigt sich nicht in einer Überheblichkeit
Empörung und Spott sind oft Teil eines öffentliches Fitnessprogramm. Das begegnet einem beim Spazierengehen („Immer diese Hundebesitzer!“), im Internet in Bewertungsportalen („Wer auch immer dieser Ärztin die PrĂŒfung abgenommen hat!“) oder im Supermarkt („Es kann doch nicht so schwer sein
“). Man trainiert dabei Muskeln, die man [
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17. November 2025
Inhaftierter: „Aber meine Schuld wird mich begleiten
“
Im 16. Jahrhundert wurde der Buß- und Bettag auf kaiserliche Anordnung eingefĂŒhrt. Gemeinschaftliches Beten und Fasten sollte Notsituationen abwenden. 1995 wurde der Bußtag zur Finanzierung der Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag abgeschafft. Trotzdem lĂ€dt dieser Gedenktag ein zum Innehalten, Nachdenken ĂŒber das eigene Leben und die Beziehung [
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16. November 2025
Standhaftigkeit: Wenn kein Stein auf dem anderen bleibt
In Magdeburg werden in diesen Monaten fast alle BrĂŒcken einer der wichtigsten Verkehrsadern wegen Einsturzgefahr abgerissen. Was vorher selbstverstĂ€ndlich verbunden hat, ist nicht mehr da. Weite Umleitungen erfordern eine neue Zeitplanung fĂŒr alle Wege durch die Stadt. Da muss priorisiert werden: welche Wege sind jetzt wichtig, [
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15. November 2025
Einkaufsmöglichkeiten im ehemaligen Zuchthaus Herford
Das Zuchthaus Herford und seine HĂ€ftlinge 1933-1939 (Folge 29). Einige Archivalien aus dem „Dritten Reich” sind heute noch einsehbar, wie zum Beispiel die JahrgĂ€nge des „Ein- und Auszahlungsbuchs ĂŒber Gefangenengelder”. Diese BĂ€nde enthalten unter anderem Namen von HĂ€ftlingen des ZellengefĂ€ngnisses, des Zuchthauses und des seit 1939 [
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14. November 2025
KrĂŒcken nach der Entlassung am Knast zurĂŒckgelassen
Vor der Justizvollzugsanstalt an der Direktorenvilla in Herford steht ein großer blauer AbfallbehĂ€lter. Farbgleich befindet sich ein solcher BehĂ€lter öffentlich auf dem Bediensteten-Parkplatz. FĂŒr manche GassigĂ€nger eignet sich dieser, um Hundekot zu entsorgen. Neulich gerĂ€t dieser MĂŒlleimer in den Fokus: Zwei schwarze Gehhilfen ragen aus dem [
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12. November 2025
Wie Justizvollzugsanstalten gegen Suizide kÀmpfen
Viele HĂ€ftlinge leiden unter Ängsten und Hoffnungslosigkeit. 96 Menschen nahmen sich 2023 in ihren Zellen das Leben – ein Höchststand. Hinter GefĂ€ngnismauern ist die Gefahr, sich das Leben zu nehmen, rund zehnmal so groß wie draußen. „Hoffnungslosigkeit ist oft ein Hauptgrund“, sagt der GefĂ€ngnisseelsorger Lothar Dzialdowski. [
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11. November 2025
Heiliger Martin ist im Jugendvollzug mehr oder weniger prÀsent
Der heilige Martin gilt als Schutzpatron der GeflĂŒchteten und Gefangenen. Er ist nicht nur der offizielle Schutzpatron Frankreichs und der Slowakei, sondern ebenso der Reisenden, der Armen und Bettler, der Abstinenzler und der Soldaten. Am 11. November ist sein Gedenktag. Doch im Jugendvollzug findet sich schon [
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8. November 2025
Nicht alleine eine Kirche ist der Ort einer tiefen Quelle
Das Gewicht, das das Weihefest der römischen Lateranbasilika gegenwĂ€rtig erfĂ€hrt, ist groß. Gilt dieses Gotteshaus doch als „Mutter und Haupt aller Kirchen der italienischen Stadt Rom und des Erdkreises“. Kaiser Konstantin soll im vierten Jahrhundert die gewaltige Basilika der christlichen Gemeinde geschenkt haben, nachdem er selbst [
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7. November 2025
TrÀnen sind das Grundwasser der menschlichen Seele
Schon im Kindergarten konnte der spirituelle Autor Pierre Stutz in seinem Schweizer Ursprungsdorf HĂ€gglingen Verstorbene besuchen, die zu Hause aufgebahrt waren, umgeben von Blumen und Kerzen. Erstmals hörte er als sechsjĂ€hriger Junge, dass im Aufbahrungszimmer eine kleine Fensterscheibe geöffnet blieb, damit die Seele zum Himmel fliegen [
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4. November 2025
Raum ohne Urteil: Dem Menschen begegnen, nicht seiner Tat
Ein Raum mit grauen WĂ€nden. Ein schlichter Tisch, zwei StĂŒhle und ein PĂ€ckchen TaschentĂŒcher. In der Justizvollzugsanstalt von Garmisch-Partenkirchen ist heute GefĂ€ngnisseelsorger Oskar Ehehalt anwesend. Umgeben von Gittern, Regeln und Protokollen sitzt er ohne Vorwissen und ohne Akte StraftĂ€tern gegenĂŒber, um zuzuhören, auch wenn es nichts [
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3. November 2025
„Ach du liebe Zeit
“ Zur Chronographie des GefĂ€ngnisses
Offizielle und inoffizielle Gesetze (Nomographie), Mauern, ZĂ€une und TĂŒren (Topographie) sowie Zeitstrukturen, Arbeit, Besuche oder Einschluss (Chronographie) bilden die Koordinaten der sozialen Architektur eines GefĂ€ngnisses, die korrelieren. WĂ€hrend Nomographie und Topographie des GefĂ€ngnisses ausreichend erforscht und beschrieben wurden, wurde die Chronographie bisher eher vernachlĂ€ssigt. Michel Foucault [
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2. November 2025
Aller-Seelen: Keine Vertröstung oder andere Art der Verschleierung
Allerheiligen und Alllerseelen sind die Feste aller ganz normalen – und deshalb meist eher unheiligen Menschen -, die uns irgendwo auf der Welt durch den Tod genommen wurden. Die Feste also „jener stillen, namenlosen, die weggehen, als seien sie nie gewesen, von denen keine Legende erzĂ€hlt [
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1. November 2025
Die Corona-Impfung: vom Heilsbringer zum LadenhĂŒter
So ist das mit unerledigten Problemen: sie zu erwĂ€hnen wird von vielen Menschen als lĂ€stig, unerfreulich und nervtötend empfunden. Daher ist es auch kein Wunder, dass die aktuell stattfindenden UntersuchungsausschĂŒsse und Enquete-Kommissionen zur Coronakrise ein eher bescheidenes Medienecho auslösen. Ein Kommentar des ehemaligen GefĂ€ngnisseelsorgers Wolfgang Wandzioch. [
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31. Oktober 2025
Dokument zur Anerkennung der Vielfalt sexueller IdentitÀten
Die deutschen Bischöfe haben dazu aufgerufen, sexuelle Vielfalt in Schulen anzuerkennen. Mit einem neuen Papier will die Deutsche Bischofskonferenz Diskriminierungen queerer SchĂŒler und LehrkrĂ€fte verhindern und einen Offenheit sowie Dialog fördern. Eine gute Nachricht gegen den Eklat um das vermeintliche Verbot von Regenbogen-Symbolen bei der Eröffnungsfeier [
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30. Oktober 2025
Kontrolle und Subversion: Raum fĂŒr Seelsorge im GefĂ€ngnis
Auf die im Jahr 2022 an der UniversitĂ€t Marburg vorgelegte Dissertation wurde in der Fachzeitschrift AndersOrt 2025 I hingewiesen. Die Arbeit der Evangelischen Pfarrerin und Studienleiterin Katharina Scholl verdient aber eine lĂ€ngere und ausfĂŒhrlichere Besprechung und eine breitere LeserInnenschaft. Auch wenn sie eher eine raumsoziologische als [
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29. Oktober 2025
Suizidhilfe im GefÀngnis?
Die Autoren Wulf/Grube weisen im Kontext eines gelĂ€ufigen Zitates auf Folgendes hin: „Es heißt: ‚Wenn man den Zustand eines Staates erkennen will, muss man in seine GefĂ€ngnisse gehen.‘ Dieses Wort lĂ€sst sich auf den Umgang mit sterbenden Gefangenen prĂ€zisieren. Ob und wie Gefangene im GefĂ€ngnis sterben, [
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25. Oktober 2025
Mit Daumen hoch oder runter andere be- und verurteilen
Wie kaum ein anderer konnte der Komiker Loriot allzu menschliche Begegnungen beobachten und mit viel Humor zeigen, wie sie eskalieren können. Da ist das FrĂŒhstĂŒcksei, welches manchmal hart ist und manchmal weich. Sie kocht es, er will es weich – nun ist es aber hart, und [
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24. Oktober 2025
GefÀngnisseelsorge setzt Zeichen gegen Versuchung des Populismus
Die GefĂ€ngnisseelsorge hört den Inhaftierten zu, bieten GesprĂ€che an und sind vertrauensvoll da. Doch wie können sie ein offenes Ohr zeigen, wenn extremistische Parolen und plakative SprĂŒche fallen? Ein Blick auf die Studientagung der Katholischen GefĂ€ngnisseelsorge in Deutschland e.V. in Erfurt. Hier treffen sich GefĂ€ngnisseelsorgerInnen aus [
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23. Oktober 2025
Schwere Wege zu Versöhnung in Russland und der Ukraine
„Voraussetzungen und Grenzen von Versöhnungsprozessen nach Kriegen“, so lautet das Thema des 4. Ökumenischen Friedensdialoges in MĂŒnster, zu dem die Deutsche Kommission Justitia et Pax und die Evangelische Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) einladen. Ein gerechter Friede wird erst dann möglich, wenn [
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20. Oktober 2025
Die Sprache wird rauer und die Argumente flacher
Der Leiter der Heimvolkshochschule St. Ursula in Erfurt, Dr. Markus-Liborius Hermann, hielt bei der Studientagung in Erfurt zum Thema „Populismus und Extremismus in Gesellschaft und Strafvollzug“ ein Grußwort. Er fĂŒhrt aus: “ Vor mittlerweile sieben Jahren hatte ich schon einmal die Möglichkeit zum Austausch mit Ihnen [
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18. Oktober 2025
Lehrt Not beten? Die Gegenwart Gottes ist in uns angelegt
Betet allezeit und lasst darin nicht nach, so heißt es im Lukasevangelium. Und um dies zu veranschaulichen, kommt ein Gleichnis dazu: es ist wie mit dem stĂ€ndigen DrĂ€ngen einer Witwe gegenĂŒber einem Richter, sie lĂ€sst nicht nach, bis der, genervt, weil sie keine Ruhe gibt, ihr [
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15. Oktober 2025
Zwischen Arbeitsklima, Eingaben und GefÀngnisseelsorge
18 GefĂ€ngnisseelsorgerinnen und –seelsorger der WestfĂ€lischen, Rheinischen und Lippischen Landeskirche, die die 36 Vollzugsanstalten in NRW von Aachen bis Detmold betreuen, trafen sich bei der jĂ€hrlichen Herbsttagung mit dem Justizvollzugsbeauftragten Prof. Dr. Michael Kubink. Im Anschluss an eine intensive Diskussion, in der die SeelsorgerInnen von ihren [
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13. Oktober 2025
Von Werten erfĂŒllte Menschlichkeit wird schleichend umgedreht
Mit einem Teil aus dem Hymnus des Laudes-Gebetes begrĂŒĂŸt der Vorsitzende, Andreas BĂ€r von der JVA NĂŒrnberg, die Geschwister der GefĂ€ngnisseelsorge bei der Studientagung in Erfurt. Wie nah oder wie weit ist dieser Hymnus an der Phrase „Das wird man wohl noch sagen dĂŒrfen!“ dran?, fragt [
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11. Oktober 2025
Segnen: Nicht Sorge um Menschen, sondern um Erhalt der Macht
Die Segensfeier fĂŒr gleichgeschlechtliche Paare und Menschen, die nach einer Scheidung eine neue Partnerschaft beginnen, ist in der katholischen Kirche nach wie vor ein Streitfall. Manche Bischöfe sorgen sich um das Ehesakrament in seiner traditionellen Form als Segnung von Mann und Frau, die Kindern das Leben [
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10. Oktober 2025
Wachsende HĂ€rte in der Gesellschaft: Menschlichkeit geht verloren
Im Christentum zĂ€hlt jedes Leben eines Menschen, unabhĂ€ngig vom Vergehen, betont Gaby BrĂŒlls von der Gemeinschaft Sant’Egidio. Menschlichkeit und Vergebung seien daher unverzichtbar. Sie warnt am Tag gegen die Todesstrafe vor einer immer hĂ€rter werdenden Gesellschaft. Das Leben ist immer heilig und das gilt fĂŒr alle, [
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9. Oktober 2025
Vorstandsgremium der katholischen GefÀngnisseelsorge neu gewÀhlt
Seit dem Jahr 2017 organisiert sich die Katholische GefĂ€ngnisseelsorge in Deutschland e.V. als eingetragener und gemeinnĂŒtziger sowie kirchlicher Verein. Zuvor war es eine Personenkörperschaft, die vermutlich in den 1920er Jahren GefĂ€ngnisgeistliche gegrĂŒndet haben. Auch heute vernetzen sich GefĂ€ngnisseelsorgerInnen, die hauptberuflich in den Justizvollzuganstalten der LĂ€nder arbeiten. [
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9. Oktober 2025
Buntes Potpourri in einer zwangsweisen Lebensgemeinschaft
Am Sonntagnachmittag vor der jĂ€hrlichen Studientagung treffen sich 7 KollegInnen in Erfurt zur Tagung der Arbeitsgemeinschaft Frauenvollzug. In den Einheiten bis Montagvormittag liegen einige „SchlĂŒsselbegriffe“ im Dienst des Frauenvollzuges als Anregung zur Diskussion und zum Austausch im Mittelpunkt. Mörderin neben Ersatzfreiheitsstraflerin Jede und jeder der GefĂ€ngnisseelsorgerInnen, [
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8. Oktober 2025
Das „Bohren dicker Bretter“ bei Bediensteten und Inhaftierten
Man könnte es schon eine Tradition nennen, dass sich ein Vertreter oder eine Vertreterin der Bundesvereinigung der AnstaltsleiterInnen im Justizvollzug e.V. (bvaj) mit einem Grußwort bei den Studientagungen der evangelischen und katholischen GefĂ€ngnisseelsorge einbringt. JĂŒrgen Frank, Anstaltsleiter der JVA Chemnitz, hat dies gerne getan bei der [
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7. Oktober 2025
Das wird man wohl noch sagen dĂŒrfen: Populismus + Extremismus
Der StaatssekretĂ€r des thĂŒringischen Ministerium fĂŒr Justiz, Migration und Verbraucherschutz bringt es in seinem Grußwort zur Studientagung in Erfurt auf den Punkt: „Das wird man wohl noch sagen dĂŒrfen“, dieser Satz begegnet uns immer hĂ€ufiger. Er klingt harmlos, ja fast trotzig. Doch in Wahrheit steht er [
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2. Oktober 2025
Rozette Kats hat spĂ€t ihre jĂŒdische IdentitĂ€t kennengelernt
Rozette Kats ĂŒberlebte die nationalsozialistische Zeit als Pflegekind in einer nichtjĂŒdischen Familie. Ihre Eltern und ihr Bruder wurden in Auschwitz ermordet. Lange kannte die heutige 83-jĂ€hrige agile Frau ihre Biografie gar nicht. Erst spĂ€t habe sie ihre IdentitĂ€t finden können. Jetzt erzĂ€hlt sie ihre Geschichte vor [
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