17. Oktober 2019

Arbeitshilfe für Weltoffenheit und Demokratie

Aus aktuellem Anlass weisen wir auf die Broschüre „Kultur der Aufmerksamkeit“ hin, die im Bistum Magdeburg erarbeitet wurde. Wir können nicht länger untätig gegen Rassismus, Antisemitismus und extremistische Gewalt sein. Hier Auszüge das Vorwort von Bischof Dr. Gerhard Feige des Bistums Magdeburg zur Broschüre. „In Deutschland hat sich eine neue rechte Bewegung etabliert“, so hieß es in der Einladung zu einer Tagung, die im Herbst 2017 in Magdeburg stattfand. Diese Bewegung greift die Stimmung all derer auf, denen die Zuwanderung von geflüchteten Menschen Angst macht und die sich […]
29. September 2019

Gemeinsames Grußwort zum jüdischen Neujahrsfest

Erstmalig haben in diesem Jahr alle fünf (Erz-) Bistümer in Nordrhein-Westfalen ein gemeinsames Grußwort an die jüdischen Gemeinden zum Neujahrsfest Rosch HaSchana gesendet. Darin wünschen die Bischöfe und christlichen Gemeinden den jüdischen Gläubigen „von Herzen ein gesegnetes, glückliches und gutes neues Jahr 5780“. Das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana wird am 30. September begangen. Die Bischöfe drücken in ihrem Grußwort ihre Solidarität mit den Juden in Deutschland aus. Mit Bestürzung nähmen sie wahr, dass sich die gesellschaftliche Stimmung in Deutschland in besorgniserregendem Maße wandle und sich Hass und Feindschaft […]
26. August 2019

Sahin Yalmanci vom Bundespräsidenten geehrt

Sahin Yalmanci zusammen mit seiner Frau Mevlüde Yalmanci bei der Ehrung für ihr gemeinsames Ehrenamt im Jahr 2013. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am 30. August 2019 zum Bürgerfest in den Park von Schloss Bellevue in Berlin eingeladen. Im Mittelpunkt des Festes steht das vielfältige Engagement ehrenamtlich aktiver Menschen in Deutschland, die mit ihrer Tatkraft die Zivilgesellschaft stärken und lebendig halten. Rund 4000 Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland, die sich in besonderer Weise für andere Menschen einsetzen, sind eingeladen. Unter Ihnen ist Sahin Yalmanci, ein ehrenamtlicher muslimischer Betreuer in der […]
25. August 2019

Eine Brücke, die trennt und verbindet

Reportage von n-ost-Korrespondent Krsto Lazarevic, Mostar. Einst verband die alte Brücke in Mostar das osmanische Reich mit Westeuropa. Heute trennt sie die Stadt in einen kroatischen Westen und einen bosniakischen Osten. Aktivisten in einem Kulturzentrum wollen die Trennung beenden, nationalistische Hooligans kämpfen dafür, dass sie bestehen bleibt. Sie handelt von Menschen, die trotz widriger Umstände und Konflikte im Osten Europas auf Verständigung setzen und aufeinander zugehen – aber auch über solche, die scheinbar kapituliert haben. Touristen aus aller Welt haben ihre Smartphones gezückt. Sie warten darauf, dass der […]
19. August 2019

Weltversammlung von Religions for Peace

Ein Symbol für den Frieden: Im Luitpoldpark in Lindau ist das Symbol der Weltversammlung aufgebaut. Foto: Ring of Peace/Christian Flemming. Was tragen Religionen zum Frieden und zum Umweltschutz bei? In Lindau am Bodensee beraten 900 VertreterInnen von mehr als zehn Glaubensgemeinschaften bei der Weltversammlung von Religions for Peace. Buddhisten verfolgen in Myanmar Muslime, Hinduisten unterdrücken Christen in Indien, in der Zentralafrikanischen Republik bekämpfen sich Muslime und Christen, im Nahen Osten findet der Konflikt zwischen Juden und Muslimen kein Ende. Religionen stehen im Verdacht, Hass und Krisen zu schüren. Die […]
4. August 2019

Monotheistische Religion: Jesidentum

Woran glauben Jesiden? Was zeichnet das Jesidentum vor dem Hintergrund ihrer langen Verfolgungsgeschichte aus? Das Jesidentum ist eine eigenständige, monotheistische Religion, deren Wurzeln bis ca. 2000 Jahre v. Chr. zurückreichen. Nach dem Jesiden-Experten Philipp Kreyenbroek liegen diese in einer alt-iranischen Ur-Religion, die ähnlich überlieferte Schöpfungsmythen sowie ebenfalls die Engellehre und die Verehrung der Sonne beinhaltet. Im Jesidentum gibt es keine Missionierung, aber auch eine Konversion hierzu ist nicht möglich. Jesiden glauben an die Seelenwanderung und die Wiedergeburt (kurdisch: Kiras Guhartin). Das Leben endet nicht mit dem Tod, sondern […]
15. Juli 2019

Empowerment bei (zugeschriebenem) Migrationshintergrund

Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland immer wieder von sozialen Exklusionsprozessen, rassistischer Diskriminierung und Praxen der “Andersmachung” (Othering) betroffen. Dabei handelt es sich nicht um “Randphänomene”, ganz im Gegenteil, solche Einstellungen sind bis in die Mitte der Gesellschaft und quer durch Bildungsschichten, Altersgruppen und Geschlechter anzutreffen. Was macht das mit den Betroffenen? Inwieweit kann der Empowermentansatz helfen den Status quo zu durchbrechen? Und was ist überhaupt Empowerment?  Dazu gehören neben Menschen mit Migrationshintergrund auch Menschen, die aufgrund phänotypischer Merkmale oder „ausländisch klingenden“ Vor- und Nachnamen dafür gehalten werden und […]
14. Juni 2019

Interkulturell: Migration und Integration

Ende September 2019 werden sich Menschen aus über 500 Städten und Gemeinden an mehr als 5000 Veranstaltungen über Themen wie Migration und Integration beteiligen. Unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ soll die vielfältige Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. „Bei der Interkulturellen Woche geht es darum, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu sehen und darin Gewinnbringendes für das Leben zu erkennen“, so die Veranstalter. Die Woche sei nicht nur ein interkulturelles Kochen, sondern eine Veranstaltung mit Tiefgang. So soll in einer Gedenkminute an diejenigen erinnert werden, die auf der Flucht […]
7. Mai 2019

Respekt und Empathie allen Menschen

Als ChristInnen freuen wir uns, in diesem Jahr wieder an vielen Orten teilhaben zu dürfen an der Freude, die Ihnen der Fastenmonat Ramadan bereitet. Ihre vielen Einladungen zum Fastenbrechen, sei es in den Familien oder den größeren und kleineren Moscheegemeinden vor Ort, sind wertvolle Momente der Begegnung und des Austausches über die Grenzen der Religionen hinweg. Sowohl der Islam als auch das Christentum vermitteln uns diese besondere und wertvolle Fähigkeit: Grenzen zu überwinden. Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit, Respekt und Empathie sind Haltungen, die wir allen Menschen schulden – allen Menschen, […]
12. April 2019

Religionsfreiheit für Minderheiten im Gefängnis

Von Ayala Goldmann. Jüdische Allgemeine. Welche besonderen Bedürfnisse haben jüdische Soldaten und jüdische Häftlinge in Gefängnissen? Wie kann Religionsfreiheit in möglichst großem Ausmaß gewährleistet werden? Diesen Fragen widmet sich eine juristische Fachtagung. Organisiert wird die Veranstaltung von Berliner Studien zum Jüdischen Recht an der Humboldt‐Universität, dem Rabbinerseminar zu Berlin und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD). Rabbiner Joshua Spinner, Executive Vice President der Ronald Lauder Foundation und Vorstandsvorsitzender des Rabbinerseminars, sagte zur Begrüßung, glücklicherweise verbüßten nicht sehr viele Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland eine Haftstrafe. Auch gebe es keine […]
29. März 2019

In 45 Minuten zum Weltethos

Von Hartmut Horstmann, Herforder Kreisblatt. Etwa 40 Prozent der Gefangenen, die in der JVA an christlichen Gottesdiensten teilnehmen, sind Muslime. Das Miteinander erhält so einen religiösen Ort – passend zur Ausstellung Weltethos. Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus: Um diese Weltreligionen geht es schwerpunktmäßig in der Ausstellung, die über drei Wochen in der JVA-Kirche “offiziell” zu sehen war. Einige der Häftlinge sind zu Guides ausgebildet worden, um über die jeweiligen Religionen informieren zu können. Dabei werden die Teilnehmer auch mit Fragen konfrontiert, die mit aktuellen gesellschaftlichen Themen oder […]
28. März 2019

Sitzen bleiben. Zen mit schweren Jungs

Als ich im Jahr 2004 als Gefängnisseelsorger in der JVA Siegburg meinen Dienst antrat, hatte ich selbst schon einige Erfahrung in Meditation. Ich hatte mich über Jahre in verschiedene Formen der Meditation und Kontemplation eingeübt. Nach einer kirchlichen Zusatzausbildung in Geistlicher Begleitung und Exerzitienbegleitung engagierte ich mich in Kursen und Einzelbegleitung. Die Idee, im Gefängnis Meditation anzubieten, hatte ich vermutlich schon mit dorthin gebracht. Jedenfalls reifte der Entschluss und schon nach einem halben Jahr begann ich mit ersten Kursen. War ich anfangs noch unsicher, welche Form ich wählen […]
14. März 2019

Typisch Schwarzwald – der Bollenhut

Der Bollenhut gehört seit etwa 1750 zur Tracht der Frauen in den drei benachbarten Schwarzwalddörfern Gutach, Kirnbach bei Wolfach und Reichenbach bei Hornberg. Bei unverheirateten jungen Mädchen sind die “Bollen” rot, bei verheirateten Frauen schwarz. Aufgrund des malerischen Aussehens, und auch durch diverse Heimatfilme, wurde der Bollenhut zum allgemein bekannten Symbol für den ganzen Schwarzwald. Die Trachten werden heute folkloristisch in den Schwarzwaldorten an bestimmten Feiertagen, zu Prozessionen und Brauchtumsveranstaltungen getragen. Was hat dies mit der Lebenswelt eines Gefängnisses zu tun? Flora Wenczel hat ihre Wurzel in Österreich […]
2. März 2019

Ikonen schauen uns an, sind Fenster zur Ewigkeit

Am Anfang stand die Feststellung, dass eine große Zahl orthodoxer Christen den Gottesdienst in der JVA Essen besuchen. Sollte man für sie da nicht vielleicht auch optisch einen Anknüpfungspunkt in der Kirche schaffen? Eine Ikone schien eine gute Idee zu sein, meint auch der evangelischer Kollege, Pfarrer Lucka. Eine Ikone ist mehr, sie ist nicht nur ein Christusbild oder ein Heiligenbild, sondern gerade in der orthodoxen Kirche ist sie in Fenster zur Ewigkeit. Dies wird besonders deutlich dadurch, dass eine Ikone nicht einfach möglichst naturalistisch gemalt wird, wie […]
28. Februar 2019

Toleranz nicht nur in eine Richtung

Michael Fürst ist Landesvorsitzender der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen. Im Interview äußert er sich über Antisemitismus, das Verhältnis von Juden und Christen, zu einer speziellen Seite der Flüchtlingsproblematik und dazu, wie wichtig Zeitzeugen des Holocausts für die Jugend sind. „Wir müssen uns mit den Rechtspopulisten auseinandersetzen,“ sagt der Rabbiner. An dem, was passiert, ist nicht Gott, sondern sind Menschen schuld. Wir dürfen Gott nicht die Verantwortung dafür auflasten. Es ist jetzt 75 Jahre her, dass das Nazi-Deutschland besiegt worden ist. Damit endete der Holocaust. Wie leben Juden ein dreiviertel […]
22. Februar 2019

Gott, wo bist Du? Wo seit Ihr Menschen?

Schmachtlappen oder Hungertücher wurden die Tücher genannt, die im Mittelalter in der Fastenzeit in den Kirchen hingen. Sie verhüllten den Altarraum, um der Gemeinde die Sicht aufs Allerheiligste zu verwehren. Jahrhundertelang war die Tradition in ganz Europa verbreitet. Inzwischen wird der alte Brauch als Kunstform wieder neu entdeckt. Wo bist du, Mensch? (Gen.3,9) Wo bist du in der Welt und im Knast mit ihren vielfältigen Herausforderungen? Für den Künstler Uwe Appold ist dies die Ausgangsfrage des neuen Hungertuches. Auf blauem Grund breitet sich dunkle Erde aus. Von oben […]
4. Februar 2019

Nach jüdischer Vorschrift im Gefängnis essen

Wer jüdischen Glaubens und in Haft ist – das eine schließt das andere nicht zwingend aus –, hat neben vielen anderen Problemen auch eines mit der Ernährung. Koscheres Essen gibt es im Gefängnis nicht. Dort gilt die Strafvollzugsordnung, nicht die Halacha. Zwar bieten die Justizvollzugsanstalten neben der Anstaltsnormalkost auch schweinefleischfreies Essen für muslimische Insassen an, an dem auch jüdische Gläubige partizipieren können, sozusagen im abrahamitischen Huckepackverfahren. Aber richtig koscher ist das nicht. Gläubigen Juden ist nur der Verzehr von Fleisch gestattet, das nach jüdischen religiösen Vorschriften geschächtet worden […]
31. Januar 2019

Vereinbarung in Niedersachsen gekündigt

In Niedersachsen dürfen künftig keine hauptamtlichen Imame des Islamverbands Ditib mehr als Seelsorger in Gefängnissen arbeiten. Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat die entsprechende Vereinbarung mit dem türkischen Moscheeverband gekündigt, wie das Ministerium am mitteilte. Ditib gelinge es nicht, “sich von fremden staatlichen Einflüssen zu lösen und zu einer unabhängigen, in Deutschland verorteten Religionsgemeinschaft zu entwickeln”, erklärte Havliza. Deshalb könnten aus der Türkei entsandte und von der dortigen Religionsbehörde bezahlte Imame nicht länger in niedersächsischen Gefängnissen tätig sein. Andere Gefängnis-Imame nicht betroffen “In so einem sensiblen Bereich wie dem Justizvollzug […]
13. Dezember 2018

Religionssensibilität angesichts Radikalisierung

Wer denkt, gelungene Integration bedeute nur Arbeit plus Sprache minus Kriminalität, dem sage ich: Das greift zu kurz.” Ahmad Mansour pointierte Feststellung regt zum Nachdenken darüber an, welche weiteren Variablen zu der als unterkomplex deklarierten Integrationsgleichung dazu gehören. Als Theologin stellt sich mir daher die Frage, ob Religionen in dieser Gleichung vorkommen und wenn ja, welche Rolle sie einnehmen. Wären sie Summand, Subtrahend oder möglicherweise ein Multiplikator? Betrachtet man die Statistiken des Religionsmonitors und der Forschungsgruppe „Weltanschauungen in Deutschland”, stellt man fest, dass die Zahl der Menschen in […]
6. Dezember 2018

Keine Angst vor Unterschiedlichkeit

Als Dekanin für die Gefängnisseelsorge im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) bringe ich Grüße mit aus dem Landeskirchenamt und aus dem Vorstand der Evangelischen Konferenz für Gefängnisseelsorge. Wir freuen uns über die Einführung von Daniela Bröckl als Diözesanbeauftragte für Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn. Der Apostel Paulus – oft streng gerade mit uns Frauen – sagt es in seinem großen Stück über den einen Leib und die vielen Glieder: Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich […]