Durch die Unterstützung des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für Gefangene sollen inhaftierte Menschen motiviert werden, ihre Situation literarisch zu verarbeiten. Den Texten von Gefangenen können damit Öffentlichkeit verschafft und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Strafvollzug gefördert werden. Die Trägergruppen des Preises möchten den unermüdlichen Einsatz und die hohen Verdienste der Schriftstellerin Ingeborg Drewitz (1923-1986), die sie in der Straffälligenarbeit erworben hat, würdigen und bewahren.

 

Seit 1989 wird der Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis für Gefangene verliehen. Die 10. Verleihung des Preises fand am 11. November 2018 in Dortmund statt. Mit der Ausschreibung 2017 wurden inhaftierte und ehemals inhaftierte Frauen und Männer aufgerufen zum Thema Begegnung in der Welt des Widersinns Texte einzureichen.

Aus den Einsendungen wählt die Jury die qualitativ gelungensten und eindrucksvollsten Texte (Gedichte, Erzählungen, Romanauszüge, Tagebuchaufzeichnungen, Reportagen, Briefe, Hörspiele etc.) aus. Die ausgezeichneten Beiträge werden anschließend in einer Anthologie veröffentlicht. Die Jury besteht aus sechs Juroren. Zur Grundidee des Preises gehört die paritätische Zusammensetzung der Jury aus (teilweise ehemaligen) Gefangenen und Nicht-Gefangenen. Bei letzteren wird zumeist versucht, Persönlichkeiten aus den Bereichen Literaturkritik, Journalismus oder Kriminologie zu gewinnen.

Zu den Trägern des Preises gehören die Gefangeneninitiative Dortmund, das Strafvollzugsarchiv an der Fachhochschule Dortmund, der Arbeitskreis kritischer Strafvollzug und der Verein Chance e. V. Münster (ein Verein zur Straffälligenhilfe), die Humanistische Union Nordrhein-Westfalen, die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V., die Evangelischen Konferenz für Gefängnisseelsorge in Deutschland und die Dokumentationsstelle Gefangenenliteratur der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

 

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