Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

4. Oktober 2022
Die Wendezeit aus der Sicht von DDR Strafgefangenen
In einem Kurs an der Bauhaus-Universität in Weimar beschäftigen sich Studierende mit dem Transformationsprozess der Wende, der bis heute nachwirkt. Das Ziel ist es, Stimmen hörbar zu machen, die bei der Aufarbeitung der Wiedervereinigung bisher größtenteils übergangen wurden. Wie haben Gefangene die Zeit der friedlichen Revolution […]
26. Dezember 2019
Andreas Leipold arbeitet als Gefängnispfarrer
Arbeit hinter Mauern und Stacheldraht: Pfarrer Andreas Leipold vor dem Eingang zur JVA. © Daniel Seeger. Mauern, Stacheldraht, Kameras: Der Arbeitsplatz von Andreas Leipold ist ungewöhnlich. Der Gefängnispfarrer spricht über seinen Beruf – und warum Weihnachten eine traurige Zeit ist. Meterhohe graue Mauern umgeben den Arbeitsplatz […]
14. August 2020
Einer, der Mut macht und mutig herausfordert
Themenspecial “Mutmacher”: Zu Gast bei Seelsorger Michael King in der Justizvollzugsanstalt Herford im Jugendvollzug. Ein nachdenklicher Nachmittag endet. Hinter mir schließt sich die Tür des historischen Gebäudes der Justizvollzugsanstalt Herford. Ich bin wieder draußen. Den persönlichen Gegenstand – sprich Handy – habe ich von der Pforte […]
22. Juli 2023
Poelchau: Warnung, wenn die Gestapo ins Gefängnis kam
Harald Poelchau (1903 – 1972) bewarb sich Ende 1932 um das Amt eines Gefängnispfarrers in Berlin. Im März 1927 hatte er die erste theologische Staatsprüfung, im Januar 1932 die zweite Prüfung absolviert und mit einer Arbeit über das „Menschenbild des Fürsorgerechts“ bei Paul Tillich zum Doktor […]
12. Dezember 2022
Unvoreingenommener Gesprächspartner hinter Gittern
„Auf eine Kaffeelänge mit…“ Michael King, Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt Herford. Eine besondere Krippe gibt hier Anstöße zum Gespräch. Die ist der Lebenswelt der Jugendlichen nachempfunden, die Hirten etwa im Freistundenhof Karten spielenden Jugendlichen. Die heilige Familie zieht in den kommenden Tagen ein, weitere Figuren sollen […]
25. Juli 2021
Seelsorge ist Korrekturinstanz für verhärtete Fronten
Die Gefängnisseelsorge ist eines der ältesten pastoralen Felder der Kirche(n). Sie ist sich der Verantwortung für den Rechtsstaat und der Loyalität ihm gegenüber bewusst. Die Länder als Justizorgane in den staatlichen Einrichtungen erachten die Gefängnisseelsorge als ein unersetzlichen Teil der gemeinsamen Aufgabe zur Resozialisierung. Der Fachdienst […]
Knastschlüssel