Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

13. Dezember 2019
Anne Frank Ausstellung in der JVA Dortmund
Die Wanderausstellung „Anne Frank – Lasst mich ich selbst sein” ist in der Justizvollzugsanstalt Dortmund zu Gast. Sie ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen, in denen die Anstalt sich gegen rechtsextremes Gedankengut und jede Form von Rassismus, Extremismus und Diskriminierung positioniert. Mit der Ausstellung sollen Wissenslücken […]
29. Juni 2024
Jüdische Widerstandskämpfer im Zuchthaus Herford (Teil I)
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 12). Im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte des Zuchthauses Herford in den Jahren 1934 bis 1939 konnten bisher über 200 Häftlinge (Stand: 1. März 2024) ermittelt werden, die aus politischen oder anderen Gründen dort einsaßen. Unter diesen Strafgefangenen […]
19. April 2025
Auferstehung mitten im Gefängnis: Sonnenstrahl im Vorhang
Was bedeutet Auferstehung – jenseits theologischer Konzepte und liturgischer Rituale? Für Alexander Rudolf, Diakon und Gefängnisseelsorger in der hessischen JVA Weiterstadt, ist sie mehr als ein Symbol des Osterfestes. Im Interview erzählt er von einer tiefgreifenden Begegnung mit einem in sich zurückgezogenen Inhaftierten – und davon, […]
30. August 2019
Haltung: Ich achte den Täter und verachte die Tat
Peter Jank im Labyrinth des Klosters St. Ottilien in Bayern bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendvollzug. Elf Türen muss Peter Jank auf dem Weg zu seinem Büro nicht nur auf-, sondern vor allem wieder zuschließen. Der 65-Jährige ist Gefängnisseelsorger und wird bald pensioniert. Janks Büro liegt […]
15. Juli 2022
Der Wille zur Veränderung: Der Fluch der bösen Tat
Diebstahl, Betrug, Körperverletzung, Drogengeschäfte. Verurteilt zu zwei, drei und mehr Jahren Gefängnis. In der rheinhessischen Justizvollzugsanstalt Rohrbach sitzen sie ein: 370 Männer und 60 Frauen. Manche von ihnen denken in den mitunter langen und zähen Stunden Ihres Haftalltags über ihr bisheriges Leben nach. Vor allem auch […]
27. Januar 2026
Jüdische Häftlinge im ehemaligen Zuchthaus Herford (Teil III)
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 32). Bisher konnten im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte des Zuchthauses Herford in den Jahren 1934 bis 1939 über 700 Häftlinge, darunter 37 jüdische Häftlinge, ermittelt werden, die aus politischen oder anderen Gründen dort ihre Strafen verbüßen mussten. […]
Knastschlüssel