Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

7. August 2022
Glinka: „Jesus hat den ganzen Menschen gesehen“
Alexander Glinka ist Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dortmund. Was die Menschen, die Hilfe bei ihm suchen, getan haben, möchte der studierte Theologe gar nicht wissen. Er konzentriert sich auf die Person selbst und begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg. GefängnisseelsorgerInnen gehören zu den Schlüsselträgern. […]
24. Januar 2022
Gefängnisseelsorger der JVA Hövelhof und der UfA Büren
Innerhalb der Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit…“ trifft sich ein Redakteur der Erzbistumpresse regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeebecher geleert sind. Diesmal haben wir uns mit Gefängnisseelsorger Mirko Wiedeking getroffen, der seit September 2021 […]
19. Juni 2022
Mensch im Mittelpunkt. Zentrum von Theologen und Juristen
Eigentlich ist doch alles ganz einfach in der Begegnung von Kirche und Justiz. Der Mensch im Mittelpunkt – das können Juristen und Theologen als Zentrum (oder Ziel) ihrer Arbeit bezeichnen. Für Christen sind Gottesliebe und Nächstenliebe untrennbar miteinander verbunden. Den Nächsten lieben bedeutet aber zuallererst, ihn […]
30. Oktober 2022
Auf den Spuren des in Bochum inhaftierten Urgroßvaters Eugène
Auf der Spuren ihres kurzzeitig auch in Bochum inhaftierten Urgroßvaters Eugène Toussaint war eine Delegation aus 12 Belgiern in Bochum zu Besuch. Die Urenkelin Julie Michotte hat sich gemeldet mit der Bitte, ob der Großfamilie das Denkmal für die damals hier inhaftierten und teils im Reich […]
23. Oktober 2020
Auf Zimmer 11 liegt ein Mörder. Visite in Fröndenberg
Die Patienten sind Bankräuber, Trickbetrüger, Steuerhinterzieher, Mörder und Totschläger. Inhaftierte werden in das Justizvollzugskrankenhaus (JVK) in Fröndenberg bei Dortmund gebracht, wenn sie so schwer erkranken, dass ihnen in ihrer Haftanstalt nicht mehr geholfen werden kann. Betritt ein Arzt oder eine Pflegekraft ein Patientenzimmer, muss immer ein […]
18. Februar 2019
Eigentlich ist es wie in anderen Großküchen auch
Tief ist der überdimensionale Rührbesen in dem riesigen Topf versunken, in dem orangene Soße blubbert. Aus zwei großen Eimern fischt eine Frau tassenweise Gemüsebrühepulver und Soßenpulver. Doch die Frau mit dem dunklen Basecap ist keine Köchin. Sie ist Justizvollzugsbeamtin. Und die Großküche, in der sie arbeitet, […]
Knastschlüssel