Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

22. August 2022
37 º Leben: Beistand hinter Gittern – Gefängnisseelsorge
„Gott ist bereit, alles zu vergeben, solange der Mensch es bereut. Und diese große Vergebung versuche ich, den Inhaftierten mitzuteilen“, sagt der muslimische Seelsorger Cengiz Ayar. Er betreut Inhaftierte auf ihrem Weg durch die Haft und bei der Bewältigung der Schuld in der JVA Sehnde bei […]
3. Februar 2020
Kriminelle Monster oder Sünder mit neuer Chance?
Die Sünde ächten, den Sünder achten. Diesem Prinzip folgt Oliver Föhr als Gefängnisseelsorger in der Memminger Justizvollzugsanstalt. Foto: Verena Kaulfersch. „Ich hab’ Monster erwartet und treffe, seit ich hier bin, täglich Menschen.“ Oliver Föhr arbeitet als Gefängnisseelsorger in der Memminger Justizvollzugsanstalt im bayrischen Allgäu. Dabei erlebt […]
16. Dezember 2020
„Da liegt auch der Paul!“ Häftlinge 1945 erschossen
Beim Massaker in der Wenzelnbergschlucht wurden am 13. April 1945 auf Langenfelder Stadtgebiet (Kreis Mettmann, Nordrhein-Westfalen) in einer Schlucht des Wenzelnbergs im Zuge von Kriegsendphasenverbrechen 71 Inhaftierte aus dem Zuchthaus Lüttringhausen von Gestapo-Leuten hingerichtet. Die Leichen wurden nach dem Krieg unter Aufsicht amerikanischer Besatzungssoldaten von lokal […]
3. Oktober 2023
Situation Strafgefangener in der ehemaligen DDR 1990
„Nordost, ehemalige DDR“ – unter dieser Bezeichnung fassten 1990 GefängnisseelsorgerInnen aus den neuen Ländern zunächst vorläufig die Anliegen und die Arbeit der Gefängnisseelsorge auf dem ehemaligen DDR-Gebiet zusammen. Pfarrer Johannes Drews, katholischer Seelsorger in der Strafvollzugseinrichtung (StvE) Brandenburg, war der erste Sprecher dieser Region. Zur Situation […]
26. November 2020
Corona Präventionsparadox macht es schwer abzuwägen
Mitten in der zweiten Corona-Welle und mit den Erfahrungen der vergangenen Monate appelliert Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck aus Essen, Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, an Gesellschaft, Politik und Kirche, auf die Hoffnung zu setzen. Die Corona-Pandemie macht die Fragilität und […]
7. September 2025
Seelsorge hinter dicken Mauern in der Stadt Wuppertal
Mehr als 20 Jahre Berufsjahre hat Jönk Schnitzius hinter Gittern verbracht: erst als Gefängnisseelsorger in der JVA Wuppertal-Vohwinkel, dann im neuen Jugendgefängnis Wuppertal-Ronsdorf. Jetzt geht er in den Ruhestand. Über 20 Jahre Knast – das gilt als „lebenslänglich“. Im Interview mit der Westdeutschen Zeitung erzählt Schliezius […]
Knastschlüssel