Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

12. Juni 2026
JVA Heidering: „Ich arbeite in der Justizvollzugsanstalt als Seelsorgerin“
“Gelassen einschlafen”, so lautet eine Reihe des Radio rbb um 21:58 Uhr. Dazu gibt es in einen täglichen “Abendsegen” eine Art Meditation, die mit einem Segenswort endet. Gefängnisseelsorgerin Christina Brath, die in der Justizvollzugsanstalt Heidering bei Berlin arbeitet, hat eine Woche die Staffel der abendlichen Sendungen […]
29. Juli 2026
Erinnerung: Katholische Priester als Opfer des Nationalsozialismus
Sühnewallfahrt anlässlich der Einweihung der Todesangst-Christi-Kapelle auf dem Gelände des ehemaligen KZ Dachau, 1960. Fotograf: Rudolf Pröhl. Wie viele Priester zwischen 1933 und 1945 in den fast 12 000 katholischen Pfarreien und Seelsorgebezirken, in Anstalten oder im Schuldienst der insgesamt 25 deutschen Diözesen tätig waren, lässt […]
16. März 2019
Nicht festnageln auf das, was jemand gemacht hat
„Schuld“ sei eigentlich nicht sein Thema, sagt Raimund Ruppert, Seelsorger an der Justizvollzugsanstalt (JVA) I in Frankfurt. Dabei ist er doch gewissermaßen als Fachmann gefragt. Jenseits von Schubladendenken gehe es dabei unter anderem um die Frage, wie ein Weiterleben mit Schuld möglich sei. Sein Glaube setze nicht […]
4. März 2019
Haben sie Dich wieder aus dem Knast rausgelassen?
Die Liste der Wortwitze wird lange, wenn man mit der Arbeit im Gefängnis zu tun bekommt. „Fährst du wieder ein?“, „Was hast du denn angestellt?“, „Haben sie dich wieder raus gelassen?“. Das verhaltene, etwas verlegene Kichern, das oft auf einen dieser Sätze folgt, macht mir immer wieder […]
15. November 2025
Einkaufsmöglichkeiten im ehemaligen Zuchthaus Herford
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1933-1939 (Folge 29). Einige Archivalien aus dem „Dritten Reich” sind heute noch einsehbar, wie zum Beispiel die Jahrgänge des „Ein- und Auszahlungsbuchs über Gefangenengelder”. Diese Bände enthalten unter anderem Namen von Häftlingen des Zellengefängnisses, des Zuchthauses und des seit 1939 […]
4. Februar 2021
Politische Widerständler auch im Zuchthaus Herford
Eine umfangreiche „Liste mit den Namen von – meist aus Remscheid stammenden – NS-Verfolgten bzw. -Opfern“ nennt mehr als 350 Männern und Frauen, die aus politischen, religiösen oder rassischen Gründen in 37 verschiedenen Gefängnissen, Zuchthäusern, (Arbeits-) Lagern und Konzentrationslagern inhaftiert waren und in den allermeisten Fällen […]
Knastschlüssel