Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

23. Februar 2019
Preußischer Vollzugsbau erzählt heute Geschichte
Es gibt Gefängnisbauten, die haben eine jahrhundertalte Geschichte. So auch die Justizvollzugsanstalt in Herford. Sie wurde 1883 als preußischer Vollzugsbau eingeweiht. Wenn die Mauern erzählen könnten, dann würden sie viele Geschichten von Menschen erzählen, die dort Monate oder Jahre verbracht haben. Inzwischen ist die Anstalt auf […]
14. September 2024
Am Ort des Schreckens der Geschichte nachgehen (Teil II)
Im Rahmen der Studienreise in die polnische Stadt Krakau am Fluss der Weichsel, besuchen acht Gefängnisseelsorger und eine Gefängnisseelsorgerin aus den Justizvollzugsanstalten des Gebietes im Erzbistum Paderborn, den Ort des Grauens und Schreckens: Die Gedenkstätte der ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau. Der Name des Ortes ist […]
31. Juli 2025
Katholische Arbeiter leisten Widerstand im NS-Regime (Teil II)
Folge 26 (Teil II). Im Rahmen der Artikelserie über das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge von 1934 bis 1939 wurden bisher Tausende von Häftlingskarteikarten verschiedener Strafanstalten überprüft, die im Arolsen Archiv einsehbar sind.  Aufgrund dieser Recherchen konnten etwa 600 Strafhäftlinge ermittelt werden, die aus unterschiedlichen Gründen […]
11. September 2024
Eine Studienreise in die polnische Stadt Krakau (Teil I)
Ursprünglich war es eine Idee, jetzt wurde sie umgesetzt. Acht Gefängnisseelsorger und eine Gefängnisseelsorgerin des Erzbistums Paderborn fliegen von Dortmund ins polnische Kattowitz. Von dort geht es in die Stadt Krakau. Josef Tyc und Alexander Glinka von der JVA Dortmund übernehmen die Planung und Durchführung. Sie […]
5. Juni 2026
Publikation “AndersOrt” der Gefängnisseelsorge ist 15 Jahre alt
In der Geschichte der Gefängnisseelsorge gab es schon früh Publikationen. Bereits 1925 wurde die Pastoralinstruktion vom Fürstenbischof Kardinal Bertram in Breslau für die Vereinigung der katholischen Strafanstaltsgeistlichen auf dem Gebiet von Preußen veröffentlicht. In den 1980 er Jahren ist eine Bundesstelle der Gefängnisseelsorge in Fulda eingerichtet […]
30. Oktober 2022
Auf den Spuren des in Bochum inhaftierten Urgroßvaters Eugène
Auf der Spuren ihres kurzzeitig auch in Bochum inhaftierten Urgroßvaters Eugène Toussaint war eine Delegation aus 12 Belgiern in Bochum zu Besuch. Die Urenkelin Julie Michotte hat sich gemeldet mit der Bitte, ob der Großfamilie das Denkmal für die damals hier inhaftierten und teils im Reich […]
Knastschlüssel