Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

24. Juli 2024
JVA Werl: Ein eindrucksvoller Einführungsgottesdienst
In der Kirche der nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalt Werl ertönt im Einführungsgottesdienst des neuen Gefängnisseelsorgers, Sebastian Vieth, ein temperamentvolles Orgelstück. Zu den geladenen Gästen, KollegInnen aus den JVA´en im Gebiet des Erzbistums Paderborn, ehrenamtliche MitarbeiterInnen und Angehörige des seit 1. Januar 2024 dort tätigen Seelsorgers, gesellen sich Inhaftierte […]
22. Februar 2019
Junge Belgierin sucht nach Spuren Ihres Uropas
Man soll nicht in alten Geschichten  „herumrühren“, sagen einige. Linte rührt nicht herum. Die junge Belgierin will einfach nur wissen, was mit dem Vater ihrer Oma passiert ist. Sie will es bald ihrer 87-jährigen Großmutter erzählen. Ihr hat sie versprochen herauszufinden, wo und wie der Vater […]
9. Juni 2022
1938 gab es im Herforder Zuchthaus jüdische Seelsorge
Erich Lewin (mitte) mit einigen Schülern. Foto: Herforder Kommunalarchiv, Gedenkstätte Zellentrakt aus Privatbesitz Thekla Schiff. Erich Lewin war Prediger und Kantor der Herforder Gemeinde. Nebenbei arbeitete er aber immer wieder als Volkslehrer für Hebräisch und kümmerte sich um die Betreuung von jüdischen Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt. […]
23. Januar 2019
Schuld und Sühne – Aufarbeitung im Knast
Der eine dealt mit Drogen, der zweite ist ein Betrüger und der dritte hat ein Geschäft ausgeraubt. Wer in Deutschland ein Verbrechen begeht, wird bestraft, sagt die Jurisdiktion. Gott vergibt uns unsere Schuld, sagt die Kirche. Im Mittelpunkt dieser Sendereihe des WDR “Lebenszeichen” steht das Subjekt […]
19. Februar 2019
Seelsorgerin besitzt in der JVA Dresden Courage
Aus Kirche und Gesellschaft heraus Brücken zu bauen ins Dresdner Gefängnis, ist der Sozialarbeiterin und Kriminologin der dortigen Justizvollzugsanstalt, Angelika Lang, wichtig. Grauer Kapuzenpulli, randlose Brille, lockiges, braunes Haar, ein Tuch als Schal luftig um den Hals geschwungen: So empfängt Angelika Lang ihren Gast in der […]
7. August 2026
Nach Schutzhaft und KZ wieder im Zuchthaus Herford gelandet
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 39). Die Folge 38 der Artikelserie berichtet über mehrere politische Häftlinge des Zuchthauses Herford, die nach Verbüßung ihrer Strafe nicht freigelassen, sondern in „Schutzhaft” genommen und in das Konzentrationslager Dachau eingewiesen wurden. In einem der dargestellten Fälle war […]
Knastschlüssel