Als GefängnisseelsorgerInnen, die für die Gefangenen, aber auch für Bedienstete zur Verfügung stehen, ist die Arbeit geprägt durch das Seelsorge- bzw. Beichtgeheimnis sowie das Zeugnisverweigerungsrecht (§ 53 StGB / § 139 StGB). Die Gefängnisseelsorge beteiligt sich am gesellschaftlichen Diskurs über den Strafvollzug und setzt sich mit Grenzsituationen auseinander.

Gefängnisseelsorge engagiert sich überkonfessionell und arbeitet religionssensibel. Sie setzt sich konstruktiv kritisch gegenüber Kirche und Staat ein und vermittelt bei Konflikten. Sie ermöglicht einen Freiraum des Vertrauens, der „ungeschminkten“ Aussprache, des ehrlichen Dialogs, der gerade hinter Gittern besonders wichtig ist, wo Gewissensnot, Schulderfahrung, Druck und existentielle Bedrängnis herrscht. Die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. will Menschen von „draußen“ für die Problematik straffällig gewordener Menschen sensibilisieren.

 

Zeugnisverweigerung Broschüre

Zeugnisverweigerungsrecht

Die Rechtskommission des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) hat einen juristischen Leitfaden für SeelsorgerInnen zum Schutz des Beicht- und Seelsorgegeheimnisses, der Zeugenaussage sowie des Zeugnisverweigerungsrechts vor Gericht verfasst.

Der Leitfaden soll den Seelsorgern vor allem im Gefängnis eine praktische und aktuelle juristische Übersicht bieten, damit sie den rechtlichen Rahmen kennen, in dem sie das gesetzlich geschützte Beicht- und Seelsorgegeheimnis wahrnehmen können.

Vor dem Hintergrund des Beschlusses des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 15. November 2006 – StB 15/06 – und der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 25. Januar 2007 – 2 BvR – 26/07 – hat die Rechtskommission den Leitfaden entwickelt.