Als ich im Jahr 2004 als Gefängnisseelsorger in der JVA Siegburg meinen Dienst antrat, hatte ich selbst schon einige Erfahrung in Meditation. Ich hatte mich über Jahre in verschiedene Formen der Meditation und Kontemplation eingeübt. Nach einer kirchlichen Zusatzausbildung in Geistlicher Begleitung und Exerzitienbegleitung engagierte ich mich in Kursen und Einzelbegleitung. Die Idee, im Gefängnis Meditation anzubieten, hatte ich vermutlich schon mit dorthin gebracht.

 

Anfangs war ich noch unsicher, welche Form ich wählen sollte, so entschied ich mich nach ersten Erfahrungen eindeutig für das Zazen, die Sitz- und Gehmeditation des Zen. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass es die richtige Entscheidung war. Jahre zuvor lernte ich Zen kennen, eine Meditationsform, die sich im 6. Jahrhundert in China entwickelt hatte und durch christliche Ordensleute im 20. Jahrhundert in den Westen kam. Ich übte mich bei einem Zenlehrer in Bonn, wurde sein Schüler und 12 Jahre später sein Nachfolger in der Leitung dieser Gruppe.

 

6. April 2020
Das Flehen des Aussätzigen weit “draußen”
Es fällt uns schwer, überhaupt noch nachzufühlen, was Aussatz in früheren Zeiten bedeutete. Aussatz war eine hässliche und ruinöse Krankheit. Zwar versichern uns die Experten, bei dem Aussatz in der Bibel habe es sich nicht um den Formenkreis der bakteriellen Lepra gehandelt, bei der Nerven absterben, […]
28. Mai 2020
Menschen ins ganze Gesicht schauen können
Masken prägen immer mehr unseren Alltag. Anna Hennersperger, Leiterin des Seelsorgeamtes der Diözese Gurk-Klagenfurt, verknüpft diese neue Erfahrung mit der Botschaft von Ostern. Ihre Gedanken, die mitten in der Osterwoche im Theologischen Feuilleton feinschwarz erschienen sind,  können eine Brücke schlagen zwischen unserem Corona geprägten Alltag und […]
26. Mai 2019
Ein schuldiger Mensch verliert Würde nicht
Die Sorge der Kirche um die Gefangenen gehört zu den Werken der Barmherzigkeit, die das Evangelium lebendig werden lassen. Im Gleichnis vom Weltgericht im 25. Kapitel des Matthäus-Evangeliums (Mt 25, 31-46) wird auch der Besuch bei den Menschen im Gefängnis zum Entscheidungskriterium über Heil und Unheil: […]
21. Juli 2019
Magdalenische Sehnsucht und veraltete Kirchenregeln
Der Gedenktag der Schutzpatronin der Gefangenen, der Tag der heiligen Maria Magdalena (22. Juli) wurde durch Papst Franziskus in den Rang eines Festes erhoben. Mit dem neuen Sommer-Tonträger „Heartset Vibes“ („Aufs Herz gesetzte Stimmung“), möchten der ehrenamtliche Musiker der JVA Fulda, Addi Haas und der Gefängnisseelsorger […]
31. Mai 2020
Begegnen, begleiten und das Leben deuten
Auf Gefängnisseelsorge am “AndersOrt” kann die Kirche nicht verzichten, wenn sie ihrem Auftrag treu bleiben will. Das gilt auch und gerade angesichts einer säkularen Gesellschaft sowie eines fundamentalen Wandels in der Kirche. Kirchliche Seelsorge orientiert sie sich am Wort und Handeln Jesu, Vorbild und „Prototyp“’ aller […]
24. Juli 2019
Sind Religionen ausschließlich Opium fürs Volk?
Anders als im Staatsbürgerkundeunterricht meiner Schulzeit lese ich diese Äußerung von Karl Marx heute etwas gelassener und differenzierter. Nein, nur ein plumper Betrug ist die Religion für ihn nicht. Derart verächtlich gemacht hat sie erst Wladimir Iljitsch Lenin mit seiner Formulierung „Opium für das Volk“. Damit […]
28. Mai 2019
Der diakonische Dienst hinter den Mauern
Nach einer über 1000 Jahre langen Unterbrechung führt das Zweite Vatikanische Konzil den Diakonat als eigenständiges Amt wieder ein. Im Zuge dieser Wiedergeburt gründet sich 1965 das Internationale Diakonatszentrum (IDZ). Das IDZ veranstaltet internationale Studienkonferenzen, fördert die Etablierung des Diakonats in verschiedenen Regionen, entwickelt Ausbildungskonzepte und bringt […]
21. März 2020
Bibelwissenschaftler über Seuchen und Plagen
Mancher religiöser Eiferer deutet das Coronavirus als Strafe Gottes. Doch wie haben die Menschen früher solche Ereignisse gesehen und was steht darüber in der Bibel? Das erläutert der Leiter der Erzbischöflichen Bibel- und Liturgieschule in Köln, Gunther Fleischer. Am bekanntesten sind die zehn biblischen Plagen, mit […]
14. März 2020
Geschlagener Gottesmann ist menschlich
Immer wieder haben Künstler den Auferstanden als Lichtwesen ohne die Wundmale gemalt. Doch die Löcher in seinen Händen und Füßen gehören zu seinem verklärten Leib. Die Erlösung kommt nicht erst durch die Auferstehung, vielmehr geschieht sie durch das Kreuz hindurch. Wir können nicht am Galgen vorbei […]
Meditation