Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

21. Juli 2023
Die Knastkirche ist für viele wie eine Oase im Haftalltag
Das Gute und das Böse: In der Auseinandersetzung mit der menschlichen Ethik gibt es klare Grenzen. Wer gegen das Gesetz verstößt und im schlimmsten Fall einem anderen Menschen Leid zufügt, kommt hinter Gitter. Über Jahrzehnte haben sich Theo Halekotte und Ryszard Krolikowski als Seelsorger in der […]
7. Juli 2019
Versöhnung: Ehemaliges DDR-Gefängnis von Cottbus
Das ehemalige Gefängnis von Cottbus ist heute eine Gedenkstätte. Hier waren – vor allem zu DDR-Zeiten – politische Gefangene inhaftiert. Der Verein Menschenrechtszentrum leistet hier Versöhnungsarbeit. Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) besuchten das Menschenrechtszentrum (MRZ) in Cottbus. In der einstigen, vor allem für politische Gefangene […]
29. September 2024
Jüdische Häftlinge im ehemaligen Zuchthaus Herford
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 15). In den Artikeln zwölf bis vierzehn dieser Geschichtsserie wurde auf die bisher vierundzwanzig ermittelten politischen Häftlinge des damaligen Zuchthauses Herford eingegangen. Allerdings gab noch mindestens acht weitere jüdische Häftlinge, die allerdings aus nicht politischen Gründen inhaftiert waren. […]
30. Oktober 2022
Auf den Spuren des in Bochum inhaftierten Urgroßvaters Eugène
Auf der Spuren ihres kurzzeitig auch in Bochum inhaftierten Urgroßvaters Eugène Toussaint war eine Delegation aus 12 Belgiern in Bochum zu Besuch. Die Urenkelin Julie Michotte hat sich gemeldet mit der Bitte, ob der Großfamilie das Denkmal für die damals hier inhaftierten und teils im Reich […]
8. Mai 2020
Widerstandskämpfer im Zuchthaus von Lüttringhausen
Nach Aussage des Wuppertaler Historikers Dr. Stephan Stracke ist nur wenig über das Zuchthaus Lüttringhausen während des Nationalsozialismus bekannt. Anhand der heute im Landesarchiv NRW in Duisburg archivierten, allerdings nicht vollständigen „Gefangenenkartei“ kann geschätzt werden, dass dort in den Jahren 1933 bis 1945 etwa 10.000 Häftlinge […]
11. Mai 2020
NS-Urteil bezog sich auf das “Heimtückegesetz”
Unterrichtsraum während der NS-Zeit im ostwestfälischen Gefängnis in Herford. Während des Zweiten Weltkriegs waren in Remscheid mehr als 10.000 ausländische „Zivilarbeiter“ und Kriegsgefangene eingesetzt, von denen nach einer Veröffentlichung des Wuppertaler Historikers Armin Schulte viele ums Leben kamen: „Sie starben an Krankheit, durch Unfall und an […]
Knastschlüssel