Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

25. April 2019
Über die Schuld und eine Wiedergutmachung
Interview mit Axel Wiesbrock. Von Johanna Heckeley. Wer im Gefängnis sitzt, ist für schuldig befunden worden. Doch wie stellen sich Inhaftierte ihrer Schuld? Und welchen Wert hat Vergebung für sie? Gefängnisseelsorger Axel Wiesbrock von der Justizvollzuganstalt Heidering in Brandenburg gibt Antworten. Gibt es bei Gefangenen den […]
26. August 2025
Katholische Arbeiter leisten Widerstand im NS-Regime (Teil III)
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 27). Bereits in Folge 25 der Artikelserie über das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge wurde darauf hingewiesen, dass sehr viele der im „Dritten Reich” wegen Vorbereitung zum Hochverrat Verurteilten längst aus der Kirche, der sie früher angehört hatten, […]
27. September 2025
Alte Bücher geben Hinweise auf die Häftlingsgesellschaft
Bei den Recherchen für die Beitragsreihe über „Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939” konnte sowohl auf zahlreiche Publikationen, als auch auf unterschiedliche Archivalien zurückgegriffen werden, wie aus den jeweiligen veröffentlichten Beiträgen ersichtlich wird. Dabei wurde bereits in Folge 19 unter anderem auf die besondere Bedeutung […]
16. April 2019
Entlohnung jüdischer Seelsorger durch den Staat
Die Seelsorge jüdischer Strafgefangener war im Hamburger Gefängnis Fuhlsbüttel bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts eine gängige Praxis, doch erst mit dem Vertrag vom Januar 1914 wurde dafür eine rechtliche Grundlage geschaffen. Der zweiseitige, aus den Beständen des Hamburger Staatsarchivs stammende Vertrag zwischen der Deutsch-Israelitischen Gemeinde […]
3. Oktober 2024
Widerstandsgeist und Skepsis gegenüber Autoritäten gelernt
Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose ist Mitinitiator des Vereines #OutInChurch. Über hundert MitarbeiterInnen* der katholischen Kirche haben sich als nicht heterosexuell geoutet. Der engagierte Pfarrer mahnt eine Änderung der kirchlichen Sexualmoral an: “ Ich erwarte mir in der Kirche ein Ende der Diskriminierung. Ich will, dass […]
28. Februar 2024
Kommunisten aus Solingen im Zuchthaus Herford
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934–1939 (Folge 9). Kommunist Fritz Rath mit seiner Familie im Jahre 1962. Er wurde von den Nazis wegen Hochverrats verfolgt und ins Straflager gebracht. Wie das bereits 1969 erschienene Buch von Karl Schabrod über „Widerstand an Rhein und Ruhr 1933 […]
Knastschlüssel