Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

28. Mai 2021
Im Knast war ich als Seelsorger am meisten gefordert
Ein Inhaftierter zeichnet seine Silhouette im Rahmen eines Projektes mit Studierenden. Foto: 4x im Gefängnis. Entdecker, Bibelfan, Zuhörer und Wegbegleiter – so möchte ich die Schwerpunkte meines Tuns als Mensch, als Vater und als Seelsorger kennzeichnen. In den verschiedenen Phasen meines Lebens hat die eine oder […]
7. Januar 2019
Heimatliche, kulturelle und religiöse Wurzeln
Vor kurzem besuchte ich meinen Geburtsort im Schwarzwald. Dort sind meine Wurzeln und ich blicke auf eine jahrhundertlange Familiengeschichte zurück. Diese Geschichte hat mit der Postzustellung und dem Postbetrieb in meinem Heimatdorf zu tun. Schon mein Ur-Opa war bei der württembergischen Post. Ich habe diese Tradition […]
9. Juni 2022
1938 gab es im Herforder Zuchthaus jüdische Seelsorge
Erich Lewin (mitte) mit einigen Schülern. Foto: Herforder Kommunalarchiv, Gedenkstätte Zellentrakt aus Privatbesitz Thekla Schiff. Erich Lewin war Prediger und Kantor der Herforder Gemeinde. Nebenbei arbeitete er aber immer wieder als Volkslehrer für Hebräisch und kümmerte sich um die Betreuung von jüdischen Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt. […]
9. Dezember 2025
Im Zuchthaus Herford wurde „Der Leuchtturm” gelesen
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 30). Informationen über das politische und gesellschaftliche Leben außerhalb der Strafanstaltsmauern zu erhalten, war in den Gefängnissen und Zuchthäusern des „3. Reiches” äußerst schwierig, auch wenn zum Beispiel die Möglichkeit bestand, von neu eingelieferten Häftlingen – unter Einhaltung […]
7. Dezember 2025
Das Remscheider Polizeigefängnis und seine Häftlinge 1944/45
Anfragen beim Polizeipräsidium Wuppertal und beim NRW Landesarchiv (Abteilung Rheinland) im Jahr 2009, waren die Gefangenen- Aufnahmebücher der Polizeigefängnisse in Remscheid, Wuppertal und Solingen aus den Jahren 1933 bis 1945 „nicht mehr auffindbar”. Dieser Umstand wirkt sich bei der Erforschung der Schicksale der Verfolgten des Nazi-Regimes […]
6. Februar 2024
JVK Hohenasperg: In der Haft Hoffnung schöpfen
Harald Prießnitz ist katholischer Seelsorger im Justizvollzugkrankenhaus (JVK) Hohenasperg und der sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg. Dort arbeitet er mit Straftätern zusammen, die aufgrund ihres Gesundheitszustands in das Gefängniskrankenhaus verlegt wurden, aber auch mit Inhaftierten, die sozialtherapeutisch betreut werden. In seinem Berufsalltag entstehen täglich Geschichten, die das Leben […]
Knastschlüssel