Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

5. September 2026
Gefängnispfarrer erinnert an dunkle Geschichte(n) vorher
Am 1. September 1967 begann der Dienst als evangelischer Anstaltsseelsorger von Hans Freitag im “Strafgefängnis Lüttringhausen”. So war die Anstalt damals benannt. Die amtliche Bezeichnung “Justizvollzugsanstalt”, JVA, gab es noch nicht. Mit ihm nahm die kirchliche Arbeit evangelischer Anstaltsseelsorger nicht ihren Anfang. Seit ihrer Eröffnung im […]
7. Februar 2019
Weltethos – eine Basis an Grundwerten?
Damit ein friedliches Zusammenleben möglich ist, benötigen alle menschlichen Gemeinschaften eine Basis an Grundwerten. Von dieser Erkenntnis geht der Theologe Hans Küng bei der Formulierung eines globalen Ethos aus. Er stellt fest: Alle Religionen und Kulturen haben einen gemeinsamen Bestand elementarer Werte und Moralvorstellungen – etwa […]
17. November 2023
Feiern des Weihnachtsfestes in den 50er Jahren im Jugendvollzug
Ob die Welt in den 1950er Jahren in Ordnung war? Sicher nicht. Noch viele Jahre nach Kriegsende, bis heute, sind alte und eingefahrene gesellschaftliche wie kirchliche Haltungen deutlich spürbar. Trotzdem wurde auch damals das Weihnachtsfest hinter den Mauern würdig gefeiert: Jedoch mit Rücken zur Gemeinde und […]
6. Mai 2025
Schicksalsort Gefängnis in der NS-Zeit am Beispiel Bochum
Die Entdeckung des Themas der „politischen“ Gefangenen in den beiden Bochumer Justizgefängnissen zur Zeit der NS-Diktatur ist für Alfons Zimmer mit starker persönlicher Erschütterung verbunden. Die „Krümmede“ war sein Arbeitsplatz. Als er im Sommer 2013 erste Hinweise auf „nicht-kriminelle“ Inhaftierte im damaligen Strafgefängnis erhielt, war er […]
23. Februar 2019
GefängnisseelsorgerInnen sind oft kantige Originale
Als Seelsorger muss ich nicht ständig von Gott und vom Glauben reden. Ich muss aber sehr wohl ein Gespür haben für die großen Lebensfragen, für die Dramen und Abgründe, die Hoffnungen und Wünsche, die oft in einem sehr alltäglichen Gewand mit der Gottesfrage und mit einer […]
Knastschlüssel