Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

7. Mai 2024
Hohenasperg aus dem Familienalbum bekannt
Die Festung Hohenasperg war von 1535 bis 1693 eine aktive Festung des Landes Württemberg auf dem Berg “Asperg”, auch Hohenasperg genannt. Diese liegt in der gleichnamigen Stadt Asperg im heutigen Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Die Festung dient seit Anfang des 18. Jahrhunderts als Gefängnis, in dem […]
7. November 2018
Pfadfinder und Scouts erinnern vor Gefängnis
Es gab eine Begegnung zwischen französischen Scouts aus Abbeville und Pfadfindern aus Dortmund und Bochum. Bindeglied dieses grenzübergreifenden Treffens war eine Person, Abbé Pierre Carpentier, Pfadfinderkurat aus Abbeville. Vor 75 Jahren wurde der katholische Priester von den Nationalsozialisten in Dortmund umgebracht. 1942/43 saß er im Gefängnis “Krümmede” […]
11. Januar 2026
Jüdische Häftlinge im ehemaligen Zuchthaus Herford (Teil II)
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 31). Im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte des Zuchthauses Herford in den Jahren 1934 bis 1939 konnten bisher über 700 Häftlinge, darunter 33 jüdische Häftlinge, ermittelt werden, die aus politischen oder anderen Gründen dort ihre Strafen verbüßen mussten. […]
8. Februar 2023
„Abgerungen“ im Gefängnis – eindrückliche Theatererfahrungen
Das Solo-Theater-Stück der WeG-Initiative “Glaube hat Zukunft” war in den Justizvollzugsanstalten Trier und Wittlich zu Gast. Aufgeführt wurde das Stück vor Gefangenen und einigen Gästen. Der Drehbuchautor, Boris Weber, schreibt ein Stück über den Pallottinerpater Richard Henkes, der 1945 im Konzentrationslager Dachau bei der Pflege typhuskranker […]
12. März 2024
Zivilisatorischer Unterschied: Kämpfer gegen die Todesstrafe
Robert Badinter (1928 – 2024) erwirkte die Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich. Folgte der Papst Jahre später seiner Argumentation? Badinter stand für das Licht der Aufklärung. Er war eine Figur des Jahrhunderts, ein Gewissen der Republik“, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wenige Stunden nach dessen Tod. […]
5. Mai 2019
Geschichte: Die Tendenz zur Verharmlosung besteht
Was ist ein angemessener Umgang mit unserer deutschen Vergangenheit? Kann es überhaupt eine „angemessene“ Antwort geben, die dauerhaft Bestand hat? Muss unsere Haltung nicht vielmehr immer wieder neu gegen die Anfragen und Verharmlosungen jeder neuen Generation justiert werden? Ein Blick auf die Jahrzehnte seit Kriegsende zeigt […]
Knastschlüssel