Anfang Januar besuchen sechs erwachsene SternsingerInnen die JVA Duisburg–Hamborn, um im Gottesdienst den Inhaftierten den Segen zu bringen. Mit dem Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ ziehen sie ein, berichte nach dem Evangelium von ihrem Einsatz, ihrer Motivation und der Herkunft dieser Tradition und antworteten auf die Fragen der Inhaftierten.

Zu Gast in der JVA Duisburg-Hamborn: Sechs Sternsingerinnen und Walter Schenk (Musiker) aus der Pfarrei St. Johann Duisburg–Hamborn.
Eine schöne Tradition
Laut und spontan äußeren die Männer Betroffenheit und Empörung, als sie erfahren, dass die Sternsinger an mancher Haustür abgewiesen oder gar beschimpft werden. Die Gesänge und Beiträge der Sternsingergruppe wird mehrfach mit spontanem Applaus bedacht. Im Verlauf des Predigtgespräches erzählen die Männer von ihrem Alltag in der JVA und dass so ein Besuch ihnen ungemein gut tut. Sowohl das Anschauen der schönen Gewänder als ihr Gesang und ihre Berichte über den Einsatz in der Kirchengemeinde verschönere ihnen den Tag gibt Kraft für die neue Woche.
Unmittelbare Resonanz
Die meisten kennen die Sternsinger nur aus dem Fernseher. Ein Inhaftierter bringt es in einem Satz zum Ausdruck: „Voller Respekt für euch, dass ihr diese schöne Tradition auch zu uns bringt!“. Sehr andächtig wird der Segen durch die Sternsinger Segen von den inhaftierten Menschen angenommen. Die SternsingerInnen äußeren sich beeindruckt von der unmittelbaren Resonanz der Gottesdienstgemeinschaft hinter Gittern, der Offenheit, dem Interesse und der hohen Wertschätzung, die ihnen durch die Gefangenen entgegengebracht wurden. Selten verlassen BesucherInnen die Anstalt mit solch leuchtenden Augen.
Elisabeth Kämmerling





