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Italienische Gefängnisinsel Gorgona

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Gefängnisinseln sind heute eigentlich nur noch Museen. Aber auf der Mittelmeerinsel Gorgona sind noch Gefangene inhaftiert. Fast genauso viele wie es Angestellte auf der Insel gibt: Wärter und Handwerker. Gorgona ist seit 1869 Gefängnis. Heute sitzen hier Räuber und Totschläger, die in Landwirtschaft, Viehzucht und Weinbau ausgebildet werden.

Baden ist ihnen strengstens untersagt. Wer sich Gorgona als Fremder nähern will, wird von der Gefängnispolizei zur Rückkehr aufgefordert. Nur einmal in der Woche herrscht reger Betrieb. Am Besuchstag sitzen Gefangene und Angehörige in der einzigen Bar, die dann zur Pizzeria umfunktioniert wird. Auf der Gefängnisinsel Gorgona arbeiten Häftlinge unter anderem in den Weinbergen. Ein wichtiger Schritt in Richtung Ausbildung und Resozialisierung.

Die Eckdaten zur Insel: 2,23 Quadratkilometer Fläche, gut dreißig Kilometer vor der Küste, das sind anderthalb Stunden Fahrt, Gorgona ist die nördlichste Insel des Toskanischen Archipels, zu dem auch Elba und Korsika gehören. Höchster Punkt: 255 Meter. Rund 200 Bewohner, außer den Häftlingen fünfzig Bedienstete, ihre Familien, dazu Köche, Handwerker und ein Arzt.

Das reizvolle, gut zwei Quadratkilometer kleine Stückchen Land ist Europas einziger Inselknast. 70 Insassen befinden sich in dem Hochsicherheitstrakt. Wer eine Zugangsberechtigung für die italienische Version der berühmten ehemaligen US-Gefängnisinsel Alcatraz bekommt, Polizisten und Mitarbeiter des Justizministeriums und dann und wann geladene Journalisten, darf ohne Genehmigung weder Fotos schießen noch sein Handy benutzen. Dabei gibt es auf Gorgona nicht nur schwere Jungs, sondern eben die vielversprechenden Weinberge. „Um die Gefangene zu beschäftigen, kam 2001 die Idee auf, Wein zu produzieren“, erklärt die Gefängnis­direktorin. ­Zunächst sei das nur ein mäßiger Tropfen gewesen. Mittlerweile wird der Weinberg von den Strafgefangenen mit Hilfe von dem Unternehmen und der Familie Frescobaldi ökologisch bewirtschaftet.

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