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Hoffnungsbuch aus deutschen Gefängnissen geht nach Rom

13. Dezember 2025

Ein Jahr der Hoffnung, das ist für inhaftierte Menschen in Justizvollzugsanstalten nicht nur ein schönes Motto. Viele hoffen, dass ein Jubiläumsjahr vielleicht in ihrer Lebensbiographie eine Wende bedeuten könnte. Denn für Gefangene ist „Hoffnung“ nicht irgendein angenehmer Zusatz im Leben, sondern der Rettungsanker in stürmischen Zeiten, ein Leuchtturm, um wieder die gewünschte Richtung zu finden, ein rettendes Licht in der Dunkelheit. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, hört man oft.

Hoffnungsbuch ist in englischer und deutscher Sprache downloadbar.

Hoffnung ist keine Idee, sondern eine Lebenskraft. Manchmal ist sie ein glimmender Docht, die durch eine gute Nachricht oder eine Begegnung wieder zu einem hellen Feuer aufflammen kann. Die beste Nachricht ist, dass es jemanden gibt, der einen nicht vergisst, einen liebt, für einen hofft und mit einem an eine bessere Zukunft glaubt. Für Gefangene, auch für solche anderer Religionen oder die sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig fühlen, war die Zuneigung von Papst Franziskus, die sie aus seinen Worten und seinen Gesten spürten, eine frohe Botschaft.

Hoffnungsvolle Beiträge

Die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V., nach kirchlichem Recht ein privater kanonischer Verein für GefängnisseelsorgerInnen, wollte eine Möglichkeit geben, auf die Verbundenheit von Papst Franziskus zu antworten und ihm ihrerseits ihre Zuneigung, vor allem aber ihre Dankbarkeit ausdrücken zu können. Auf diese Weise entstand die Idee, Beiträge von Gefangenen zum Thema Hoffnung zu sammeln. Aus Gefängnissen in ganz Deutschland wurden Zeichnungen, Gedichte, Lieder, Texte und Gebete zusammengetragen, um sie in ein Buch der Hoffnung zu verwandeln. Mitten in diesem Prozess kam die Nachricht über den Tod von Papst Franziskus. Auch wenn aus manchen Beiträgen eine persönliche Bindung an diesen Papst sprach, war bald klar, dass das Projekt fortgesetzt werden sollte, um Papst Leo XIV. einen Willkommensgruß zu bereiten und ihm auf eine für Gefangene mögliche Weise Unterstützung in der Zuneigung und im Gebet anzubieten.

Etwas zurückgeben

GefängnisseelsorgerInnen werden von den Inhaftierten als Zeichen der Fürsorge im Justizvollzug wahrgenommen. Für dieses Buch haben sie sich in den Dienst der Gefangenen gestellt, damit deren Botschaft der Hoffnung den Papst erreiche und ihnen der Wunsch erfüllt werden kann den Kirchen etwas von dem zurückzugeben, was ihnen im Laufe ihrer Inhaftierung geschenkt wurde. Gleichzeitig konnten sie die Erfahrung machen, dass die eigene Hoffnung wächst, wenn man die Verbindung zu anderen sucht und sie selbst auch stärkt. Doris Schäfer von der JVA Würzburg sammelte die Beiträge und hat sie als Buch zu gestaltet. „Ich danke den vielen Kolleginnen und Kollegen für ihre wertvolle Mithilfe. Da sich vor allem Kolleginnen engagiert haben, stammen viele Beiträge von weiblichen Inhaftierten, die insgesamt nur etwa 5 % der Gefängnispopulation in Deutschland ausmache“, sagt Schäfer in ihrem Vorwort. Am Mittwoch, 3. Dezember 2025 ist das Hoffnungsbuch der Inhaftierten in Deutschland Papst Leo XIV überreicht worden.

Papstaudienz

Der Vorsitzende der Katholischen Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V., Andreas Bär, und die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft International“, Doris Schäfer, waren für den Tag der Gefangenen, der im Rahmen des Heiligen Jahres am 14. Dezember begangen wird, nach Rom gereist. Am Ende der Generalaudienz am 10. Dezember 2025 konnte Doris Schäfer in Begleitung des emeritierten Weihbischofes von Würzburg, der seit vielen Jahren regelmäßig einen Bibelgesprächskreis in der JVA Würzburg anbietet, Papst Leo XIV. das Buch überreichen, das Beiträge von Gefangenen aus Deutschland zum Thema Hoffnung enthält. In den Vatican News vom 10. Dezember heißt es, dass fast ein Jahr, nachdem Papst Franziskus als Zeichen seiner Nähe zu den Gefangenen eine Heilige Pforte im römischen Gefängnis Rebibbia eröffnet hatte, deutsche Gefangene ihrerseits ihre Zuneigung zu seinem Nachfolger Leo XIV. in einem Buchgeschenk bekundeten. Das Buch beinhaltet Zeichnungen, Überlegungen, Gedichte und Lieder, die um das Thema Hoffnung kreisen. „Das Lächeln des Papstes hat heute unsere Herzen mit Zuversicht und Freude erfüllt“, wird Doris Schäfer in den Vatican News zitiert.

Titelfoto: © Vatican Media

 

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