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37 º Leben: Beistand hinter Gittern – Gefängnisseelsorge

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„Gott ist bereit, alles zu vergeben, solange der Mensch es bereut. Und diese große Vergebung versuche ich, den Inhaftierten mitzuteilen“, sagt der muslimische Seelsorger Cengiz Ayar. Er betreut Inhaftierte auf ihrem Weg durch die Haft und bei der Bewältigung der Schuld in der JVA Sehnde bei Hannover. Die Sendung 37 º Leben des ZDF begleitet drei Menschen der Gefängnisseelsorge: Den Islamlehrer, die Pastoralreferentin Sarah Ostermann von der JVA Duisburg-Dinslaken sowie Pfarrerin Barbara Wewel von der JVA Münster.

Die Sendung erscheint im Rahmen der Reihe „Verurteilt – und nun?“ des ZDF. Der erste Teil zeigt straffällig gewordene Jugendliche in einer Wohngemeinschaft, die den Weg raus aus ihrer Wut suchen. Der 2. Teil beleuchtet den Dienst und die Arbeit im Gefängnis durch GefängnisseelsorgerInnen. Eine davon, Frau Wewel in Münster, möchte inhaftierten Menschen mitgeben, dass sie mehr sind als ihre Taten. „Dass sie Talente haben, über die andere Menschen sich freuen“, sagt sie. Barbara Wewel ist evangelische Pfarrerin und Seelsorgerin in der JVA Münster, dem ältesten Gefängnis in Nordrhein-Westfalen. Ihre Arbeit mit den Gefangenen erfüllt sie. „Hier kann ich machen, weshalb ich Pfarrerin geworden bin.“ Gleichzeitig ist es ihr wichtig, die Taten nicht kleinzureden. „Es gehört auch zur Würde des Menschen, ihn für seine Taten verantwortlich zu machen.“


Positive Perspektiven herausarbeiten

Sarah Ostermann ist seit 2021 Seelsorgerin in der JVA Dinslaken. In dem kleinen Gefängnis befinden sich etwa 50 Frauen in Untersuchungshaft. „Die meisten Frauen, mit denen ich spreche, sind selbst Mütter, und sie vermissen natürlich ihre Kinder.“ Sarah versucht, die Frauen zu stärken und gemeinsam positive Perspektiven der eigenen, schweren Situation herauszuarbeiten. Die Inhalte der Gespräche sind von absoluter Vertraulichkeit geprägt: „Das höchste Gut meiner Arbeit ist auf jeden Fall die Vertrauensbasis.“

Zum Glauben zurückfinden

„Ich begegne bei den Gesprächen sehr verschiedenen Menschen: Vergewaltiger, Mörder, Gewalttäter. Ich begegne allen Menschen als Schöpfung Gottes.“ Cengiz Ayar ist als muslimischer Honorar-Seelsorger in der JVA Sehnde bei Hannover tätig. Viele muslimische Inhaftierte finden während der Haft zurück zu ihrem Glauben. Dabei spielen Tat, Schuld und Vergebung eine zentrale Rolle in den Gesprächen. Cengiz begleitet die Inhaftierten auf diesem Weg, und dafür muss er viele Meter gehen. Denn die JVA erstreckt sich über ein gigantisches Areal. „Beistand hinter Gittern“ begleitet drei Seelsorger in die spannende Welt des Strafvollzugs. Wo Menschen ihre Freiheit verloren haben, schenken sie Trost und Zuversicht. Wo Schuld abgesessen wird, weisen sie Wege zu Reue und Vergebung.

37 º

37 Grad Leben übernahm Anfang März 2022 den Sendeplatz von sonntags − TV fürs Leben, das seit 2003 ausgestrahlt wurde und am 27. Februar 2022 zum letzten Mal lief. Wie 37 Grad wird auch 37 Grad Leben von der evangelischen und der katholischen Redaktion „Kirche und Leben“ im ZDF verantwortet. Bei 37 Grad erzählen die Protagonistinnen und Protagonisten von sich selbst. Ihre Aussagen werden eingeordnet, bleiben aber unkommentiert. In 37 Grad Leben hingegen kommen Expertinnen und Experten zu Wort. In der ZDF mediathek ist die Sendung abrufbar. 26:53 Minuten

 

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