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Empowerment bei “Migrationshintergrund”

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Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland immer wieder von sozialen Exklusionsprozessen, rassistischer Diskriminierung und Praxen der “Andersmachung” (Othering) betroffen. Dabei handelt es sich nicht um “Randphänomene”, ganz im Gegenteil, solche Einstellungen sind bis in die Mitte der Gesellschaft und quer durch Bildungsschichten, Altersgruppen und Geschlechter anzutreffen. Was macht das mit den Betroffenen? Inwieweit kann der Empowermentansatz helfen den Status quo zu durchbrechen? Und was ist überhaupt Empowerment?

Dazu gehören neben Menschen mit Migrationshintergrund auch Menschen, die aufgrund phänotypischer Merkmale oder „ausländisch klingenden“ Vor- und Nachnamen dafür gehalten werden und denen daher ein „Migrationshintergrund“ zugeschrieben wird. Rassistische Stereotypen, Vorurteile und diskriminierendes Handeln bis hin zu Gewaltakten gegen Menschen mit Migrationshintergrund sind zudem nicht als gesellschaftliches „Randphänomen“ zu betrachten, sondern bis in die Mitte der Gesellschaft und quer durch Bildungsschichten, Altersgruppen und Geschlechter anzutreffen. Zudem erleben wir aktuell im Kontext des (u. a. durch rassistische Diskriminierungsmechanismen gekennzeichneten) Migrationsdiskurses eine nochmalige Diskursverschiebung in Richtung Rechtspopulismus.

Damit einher kommt die Ansicht, dass vieles lange angeblich „Unsagbares“ nun endlich „gesagt“ werden kann – während gleichzeitig reflexartig immer wieder eine Verteidigungshaltung wie „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ eingenommen und der „Lügenpresse“ vorgeworfen wird, sie sei eine Art Schweigekartell, wenn es um die Berichterstattung z. B. von Straftaten, ausgeübt von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder mit „ausländisch klingenden Namen“, schwarzer Hautfarbe etc. geht. Eine neue „Qualität“ erlangen die bereits seit Längerem stattfindenden rechtspopulistischen, rechtsextremen und menschenverachtenden Diskursstränge u. a. gegenüber Menschen mit (zugeschriebenem) Migrationshintergrund jedoch seit dem Aufstieg der AfD und ihrem Einzug in den Bundestag (Vgl. Butterwegge/Hentges/Wiegel 2018).

Welche Wirkungen können solche Debatten Menschen mit (zugeschriebenem) Migrationshintergrund haben – gerade auch (aber nicht nur) auf junge Menschen? Dies gilt ganz besonders für bestimmte Herkunftsgruppen, Gruppen mit bestimmten Religionszugehörigkeiten und Gruppen mit phänotypischen Merkmalen (z. B. Haut- und Haarfarbe), die seit Langem in besonderer Weise problematisiert werden? Was bedeutet das für ihre gesellschaftliche Teilhabe und ihr subjektives Zugehörigkeitsgefühl? Welche Möglichkeiten bieten Empowerment-Ansätze, um Menschen mit (zugeschriebenem) Migrationshintergrund in ihrer Handlungsfähigkeit, und in der Erweiterung ihrer subjektiven Möglichkeitsräume (Vgl. Holzkamp 1983) zu stärken – unter besonderer Berücksichtigung junger Menschen? Welche Grenzen von Empowerment-Ansätzen lassen sich identifizieren? Die Expertise setzt sich mit diesen Fragen, unter Berücksichtigung der Lebenssituation junger Menschen, auseinander und gibt Antworten.

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