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Aus aktuellem Anlass weisen wir auf die Broschüre „Kultur der Aufmerksamkeit“ hin, die im Bistum Magdeburg erarbeitet wurde. Wir können nicht länger untätig gegen Rassismus, Antisemitismus und extremistische Gewalt sein. Hier Auszüge das Vorwort von Bischof Dr. Gerhard Feige des Bistums Magdeburg zur Broschüre.

„In Deutschland hat sich eine neue rechte Bewegung etabliert“, so hieß es in der Einladung zu einer Tagung, die im Herbst 2017 in Magdeburg stattfand. Diese Bewegung greift die Stimmung all derer auf, denen die Zuwanderung von geflüchteten Menschen Angst macht und die sich vor einer angeblichen „Überfremdung“ unserer Kultur fürchten. In unserer Region spricht sie darüber hinaus auch all diejenigen an, die sich „abgehängt“, zu kurz gekommen und entwurzelt fühlen.

Rechtspopulistische Positionen, in denen sich derzeit nicht wenige Menschen wiederfinden, stellen jedoch die grundlegenden Werte des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft in Frage. Erst recht sind sie mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Gott ist weder ein Kulturgut noch ein Nationalgott. Und in der prophetischen Tradition des Alten und Neuen Testaments stehen gerade die Opfer rechtsextremistischer Gewalt im Mittelpunkt: die Fremden und Verfolgten. Dies ist eine geradezu kopernikanische Wende in der Kulturgeschichte: Die Fremden soll man nicht nur nicht unterdrücken, sondern sogar lieben wie sich selbst.

Die Absage gegenüber jeder Art von Fremdenfeindlichkeit ist deshalb für Christinnen und Christen nicht verhandelbar. Wir haben den Auftrag, zusammen mit anderen nach menschenfreundlichen und konstruktiven Lösungen zu suchen. Ich bin dankbar, dass wir im Bistum Magdeburg schon seit längerem auf diesem Weg sind. Seit vielen Jahren gibt es Initiativen, in denen Menschen gegen rechtsextreme Tendenzen aufbegehren, unbürokratische Hilfe für Flüchtlinge leisten, für die Menschenwürde und die Menschenrechte eintreten und die Demokratiefähigkeit der Menschen stärken. Einige Beispiele dieses Engagements finden sich in der vorliegenden Broschüre.

Diese Broschüre will all diejenigen ermutigen und unterstützen, die sich vor Ort, in Gruppen und als Einzelne für eine solidarische Zivilgesellschaft und eine neue Kultur der Mitmenschlichkeit einsetzen. Dem dienen sowohl die einzelnen Artikel, in denen verschiedene Aspekte und Voraussetzungen eines solchen Engagements beleuchtet werden, als auch die zahlreichen praktischen Tipps und Hinweise am Ende der Broschüre. Ich danke allen, die diese anregende und hilfreiche Broschüre erarbeitet und ermöglicht haben und wünsche ihr viele aufmerksame Leserinnen und Leser.

 + Gerhard Feige

 

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