17. MĂ€rz 2022
Kinofilm: Ist Freiheit das, was man sich nimmt?
Im Mai 1980 wurde ZĂŒrich durch gewalttĂ€tige Jugendproteste, die sogenannten Opernhauskrawalle, erschĂŒttert. „ZĂŒri brĂ€nnt!“ hieß ein 1981 vom Videoladen ZĂŒrich produziertes Video, das die Jugendunruhen aus Sicht der Aktivist*innen dokumentierte. EntzĂŒndet hatte sich der Funke an der konservativen Kulturpolitik der Stadt ZĂŒrich. Das Justizdrama „Bis wir [
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17. MĂ€rz 2022
Inhaftierter: Wir mĂŒssen doch beten und etwas tun…
Gefangene der Haftanstalt Bremen-Oslebshausen haben eine Gebetsaktion fĂŒr den Frieden gestartet. Zur Vorbereitung des Gottesdienstes am Sonntag bemalten die MĂ€nner Pappen mit Flaggen und Flaggenkombinationen von LĂ€ndern, die an Kriegen und Konflikten beteiligt sind, wie der katholische GefĂ€ngnisseelsorger Diakon Richard Goritzka mitteilt. Ein HĂ€ftling habe sich [
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16. MĂ€rz 2022
Frieden schaffen mit immer mehr Waffen?
Der oft zitierte Satz in der bundesdeutschen Öffentlichkeit ist: „RĂŒstungslieferungen an die Ukraine, die dazu dienen, dass das angegriffene Land sein völkerrechtlich verbrieftes und auch von der kirchlichen Friedensethik bejahtes Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen kann, halten wir fĂŒr grundsĂ€tzlich legitim.“  Der Aggression widerstehen. Den Frieden gewinnen. [
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15. MĂ€rz 2022
Drewermann: Richtet nicht – Strafrecht und Christentum
Recht sprechen. Menschen verurteilen – das ist in der heutigen Gesellschaft insbesondre im Rechtswesen normal. Es gibt LĂ€nder, in denen schuldig gesprochenen Verurteilten sogar die Todesstrafe auferlegt wird. Doch ist das ĂŒberhaupt rechtens? Darf man als Christ richten? Sollte man es tun? Die Überschrift der BĂ€nde [
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14. MĂ€rz 2022
Die Russische Orthodoxe Kirche im Ukraine-Krieg
„Krieg und Frieden“ – der monumentale Roman von Leo Tolstoi gehört zur Weltliteratur. Er schildert die Leiden unter dem Russlandfeldzug Napoleons. Krieg ist „das Allerscheußlichste im Leben“, heißt es, besonders wenn er vom Sieger mit Dankgottesdiensten gefeiert wird. Der „Große VaterlĂ€ndische Krieg“ (1941-1945) gegen die nationalsozialistische [
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13. MĂ€rz 2022
Briefwechsel mit Strafgefangenen ermöglichen
Briefe gefĂŒllt mit Geschichten, Anekdoten, Gedichten und Witzen – sie sind ein wunderbares Mittel gegen Einsamkeit und zaubern hoffentlich allen ein LĂ€cheln auf das Gesicht. Auf eine einfache, ganz klassische Art und Weise bringen Briefe ganz verschiedene Menschen zusammen – und das ganz unabhĂ€ngig von Entfernung, [
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11. MĂ€rz 2022
Sozialethikerin: SolidaritÀt mit der Ukraine kann auch wehtun
Europa zeigt sich solidarisch mit der Ukraine, doch die Öl- und Gasimporte laufen auch nach den jĂŒngsten AnkĂŒndigungen der EU-Kommission weiter. Vor allem Deutschland ist von russischem Gas abhĂ€ngig. Pro Tag spĂŒlt Europa dem russischen Staatschef Wladimir Putin auf diese Weise eine Milliarde Euro in die [
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10. MĂ€rz 2022
SchlĂŒsselrolle GefĂ€ngnisseelsorge: Ein Feature des domradio.de
Der Gedanke an ein GefĂ€ngnis gestaltet sich oft aus einer Mauer, WachtĂŒrmen und vergitterten Fenstern. Wie die Menschen in Haft leben, können wir uns wohl kaum vorstellen. GefĂ€ngnisseelsorgerinnen und -seelsorger haben nicht nur einen besonderen Einblick auf das Leben im Knast, sondern auch einen speziellen Zugang [
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9. MĂ€rz 2022
Dynamik der totalen Verfeindung muss vermieden werden
Russland hat einen Krieg gegen seinen Nachbarn, die Ukraine, vom Zaun gebrochen. Die Russische Föderation ist dazu weder provoziert worden, noch wurde sie bedroht. Nichts, was die FĂŒhrung in Moskau zur BegrĂŒndung des Angriffs vorgebracht hat, vermag zu ĂŒberzeugen; die klare Verurteilung des Krieges durch die [
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8. MĂ€rz 2022
Kann wirklich Frieden sein, wenn der Weg dahin unfriedlich ist?
Bruder Paulus Terwitte ist Guardian des Kapuzinerklosters Liebfrauen in Frankfurt am Main und Leiter des dortigen Franziskustreffs. In zahlreichen Kolumnen bezieht Bruder Paulus Stellung zu Fragen der Ethik in Gesellschaft und Wirtschaft. In VortrÀgen im Raum der Wirtschaft, mit der Mitarbeit im Frankfurter Zukunftsrat und in [
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8. MĂ€rz 2022
Wo coole MÀnner heulen: Neuer GefÀngnisseelsorger
Stephan Kern ist der neue evangelische Seelsorger in der nordrhein-westfĂ€lischen Justizvollzugsanstalt Geldern. Am Sonntag wird er offiziell in sein Amt eingefĂŒhrt. Wie der 55-JĂ€hrige HĂ€ftlingen begegnet und warum er sich wie in einer Parallelwelt fĂŒhlt? FĂŒr Stephan Kern war und ist es ein Traumberuf: Pfarrer. Der [
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6. MĂ€rz 2022
Sich verkaufen fĂŒr eine andere Freiheit?
Ein Zug in Syrien. Sam (Yahya Mahayni) legt den Arm um seine Geliebte Abeer (Dea Liane). Nein, doch nicht in der Öffentlichkeit, protestiert die junge Frau. Sie kommt aus besserem Haus, soll einen Diplomaten heiraten und nach BrĂŒssel gehen. Ihr Geliebter dagegen ist ein armer Schlucker. [
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5. MĂ€rz 2022
Keine Legitimierung des Krieges durch religiöse Akteure
„Es darf keine offene oder indirekte Legitimierung des Krieges durch religiöse Akteure geben“, sagt mit großer Sorge der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige des Bistums Magdeburg. Zum schonungslosen Krieg Russlands in der Ukraine und die humanitĂ€re Katastrophe findet Feige deutliche Worte. [
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4. MĂ€rz 2022
Wie Worte fĂŒr Menschen weiter wirken können
Eine Frau schreibt Petrus Ceelen aus der Psychiatrie, dass ein Satz aus seinem Buch sie vom Suizid abgehalten habe. Kaum zu glauben, dass ein paar Worte einem Menschen das Leben retten können. Ein gutes Wort wirkt wie Balsam. Manche Worte sind Gift. Wie Worte weiterwirken, davon [
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1. MĂ€rz 2022
Einmal „der King sein“, das wĂ€re eine tolle Sache
Ein kleiner König ist im Knast angekommen. Es ist eine Holzfigur, die von Ralf Knoblauch in Bonn gefertigt wurde. Er arbeitet als Diakon und fertigt in seiner Werkstatt aus alten Holzbalken wĂŒrdevolle Figuren mit goldener Krone. Es sind einfache Figuren mit Smily und geschlossenen Augen. „Die [
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28. Februar 2022
Gefangenschaft und Krieg in der Ukraine erschĂŒttert
Der Angriff Russlands auf die Ukraine erschĂŒttert alle. Auf Linkedin, Twitter und Youtube Ă€ußern sich das diakonische Musikprojekt „Divine Concern“ (Göttliche Betroffenheit) der GefĂ€ngnisseelsorge im Bistum Fulda. Das ökumenische Musik-Projekt Divine Concern von den ehrenamtlichen Musikern Tilo Zschorn, Addi Haas und Diakon Dr. Meins Coetsier sind [
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26. Februar 2022
Wirklichkeit: Das Leid hat nicht das letzte Wort…
Menschen, die noch den zweiten Weltkrieg erlebt haben, erfahren nun mit den Nachrichten und Bildern aus der Ukraine die Wiederkehr alter Ängste. Bombenalarm, NĂ€chte in den Kellern, das Sterben der Angehörigen, Flucht und Vertreibung. FĂŒr uns andere, spĂ€ter Geborene, erscheint dieser Krieg in Europa unwirklich, als [
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25. Februar 2022
SolidaritÀt mit der Ukraine an vielen Orten
An vielen Orten treffen sich Menschen in den InnenstĂ€dten, um SolidaritĂ€t mit der Ukraine zu bekunden. So auch in Paderborn vor dem Rathausplatz. Der Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine löst Betroffenheit und UnverstĂ€ndnis aus. „Ein schrecklicher Tag. Der Krieg ist in Europa zurĂŒck. Russland fĂŒhrt [
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24. Februar 2022
Auf Anfang: 28 Jahre lang saß Michael Scholly wegen Mordes
Im Jahr 1991 wurde Michael Scholly zu einer lebenslange Freiheitsstrafe verurteilt. Die ersten 13 Jahre seiner Haftzeit verbrachte er in der Justizvollzugsanstalt Werl. Im Jahr 2004 wurde er in die JVA Schwerte verlegt. Hier begann auch eine Geschichte mit ihm und dem dortigen GefÀngnisseelsorger. Der Seelsorger [
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24. Februar 2022
Seit 23 Jahren ein offenes Ohr fĂŒr Strafgefangene
Eigentlich hatte er „nicht vorgehabt, so lange zu bleiben“. Aber manchmal kommt es im Leben eben anders als geplant, und so arbeitet Hubertus Mayer bereits seit fast 23 Jahren als katholischer Seelsorger in der Justizvollzuganstalt Heilbronn. Zuvor hat der 59-JĂ€hrige in der Fachschule fĂŒr SozialpĂ€dagogik in [
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24. Februar 2022
Das Labyrinth im Innenhof der Heilbronner JVA
Das Labyrinth im Innenhof der Heilbronner Justizvollzugsanstalt (JVA) in Baden-WĂŒrttemberg hat einen Durchmesser von 16 Meter. Die Strecke vom Eingang bis zur Mitte und wieder zurĂŒck betrĂ€gt rund 150 Meter. Dass der Innenhof eines GefĂ€ngnisses nicht unbedingt eine graue AsphaltwĂŒste sein muss, dafĂŒr ist die Heilbronner [
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24. Februar 2022
Ukraine ist Opfer einer Aggression seines grĂ¶ĂŸeren Nachbarn
AnlĂ€sslich der Ausweitung und Eskalation der Russland-Ukraine-Krise nimmt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg BĂ€tzing, Stellung zu den besorgniserregenden Entwicklungen. Er bezeichnet die gegenwĂ€rtigen Lage als Angriff auf die Ukraine. „Die Ukraine ist das Opfer einer Aggression seines grĂ¶ĂŸeren Nachbarn, der die SphĂ€re seiner [
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19. Februar 2022
So nahe ist Liebe und Hass beieinander
„Hass jeglicher Art ist Fessel. Freiheit, wirkliche Freiheit ist
 die Freiheit zu lieben.“ So schrieb der britisch-jĂŒdische Schriftsteller und frĂŒhe Hitlergegner Victor Gollancz. TatsĂ€chlich fesselt der Hass sowohl in der Fixierung des Anderen als den zu verachtenden Gegner, als auch im eigenen Festhalten an eben dieser [
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18. Februar 2022
Pastoralreferentin veröffentlicht Buch: Mit meiner Königin
Priesterin werden konnte sie nicht. Doch Katharina Barth-Duran ist in der katholischen Kirche geblieben. Jetzt legt der Herder-Verlag den spirituellen Begleiter der aus der Stadt Schwaigern am Nordrand des Schwarzwaldes kommenden Pastoralreferentin fĂŒr die Fastenzeit vor. Katharina Barth-Duran geht es um die Frage, wie man in [
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16. Februar 2022
Im GefÀngnis die Gefangenen bepredigen?
Machen wir uns bewusst, dass Predigen eine Dreiecksgeschichte ist: Da bin ich, der GefĂ€ngnisseelsorger, und da sind die Ichs der Hörer; und da ist ein Thema, oder ein Text. Und zwischen den Beteiligten gibt es Beziehungen. Man spricht da gern von Gemeinschaft, oder etwas weniger prĂ€tentiös [
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15. Februar 2022
Schweiz: 700 lassen sich freiwillig einsperren
Wer schon immer Mal wissen wollte, wie es sich anfĂŒhlt, im Knast zu sein, der hat im MĂ€rz die Chance, das neue GefĂ€ngnis ZĂŒrich West zu testen. Finanziell wird der Einsatz nicht entschĂ€digt, aber zu essen gibts mehr als nur Wasser und Brot. Im April 2022 [
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14. Februar 2022
Über angekĂŒndigten Suizid und Gewalt hinter Gittern
Gewalt, KriminalitĂ€t und Drogen. Jesus, eine Kirche und ein Pfarrer. Dinge, die so im Gegensatz zueinanderstehen und sich doch an einem Punkt treffen: In der Justizvollzugsanstalt Herford. „Klack, klack, klack, klack“. Die Schuhe des mittelgroßen Mannes mit den braunen Haaren klackern ĂŒber den kahlen, grau gefliesten [
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13. Februar 2022
Angesichts der Krise, in der sich meine Kirche befindet
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg BĂ€tzing, hat BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier zur Wiederwahl gratuliert. In einem GlĂŒckwunschschreiben wĂŒrdigte Bischof BĂ€tzing das bisherige Wirken des BundesprĂ€sidenten, der wie kaum ein anderer als Anker die Gesellschaft zusammenhalte: „Der offenkundigen Gefahr von Polarisierung, Spaltung und Misstrauen setzen [
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10. Februar 2022
Recht auf selbstbestimmtes Sterben und legalem Rausch?
Unter der Überschrift „Schmerzen lindern, Selbsttötung regeln, Rausch gestatten“ veröffentlichte die Legal Tribune Online einen Gastbeitrag von Prof. Dr. Oliver Tolmein. Darin heißt es, dass der Gesetzgeber nun in einem neuen BetĂ€ubungsmittelgesetz sich widersprechende SchutzgĂŒter zusammenfĂŒhren muss. Zwei Jahre ist es her, dass das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) das [
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9. Februar 2022
Mit denen, die sich schwertun, nicht aburteilen
Das Outing von queeren MitarbeiterInnen in der katholischen Kirche hat deutlich gemacht, welche Vielfalt in ihr verborgen ist. FĂŒr mich trĂ€gt diese Vielfalt schon lĂ€nger aufgrund meiner Arbeit als GefĂ€ngnis-Seelsorgerin fĂŒr inhaftierte Frauen Namen und Gesichter. ZunĂ€chst war ich erstaunt, wie viele Menschen es gibt, die [
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8. Februar 2022
Ehem. ZweibrĂŒcker Kollege Franz Mockenhaupt verstorben
Der ehemalige ZweibrĂŒcker Pfarrer Franz Mockenhaupt im gesegneten Alter von 94 Jahren in Frieden eingeschlafen. Manche haben ihn nicht mehr erlebt, denn er hat 2003 mit 76 Jahren seinen Dienst in der Justizvollzugsanstalt Koblenz beendet, in der er viele Jahre mit halber Stelle neben seiner großen [
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5. Februar 2022
Maelicke fordert Abschaffung der Ersatzfreiheitsstrafe
Prof. Dr. Bernd Maelicke weiß wovon er spricht. Er ist Experte auf dem Gebiet der Kriminal-und Sozialpolitik. Umfangreiche Erfahrungen sammelte er sowohl in politischen und leitenden Funktionen als auch in der Forschung. In zahlreichen AufsĂ€tzen und BĂŒchern publizierte er seit 1975 innovative Konzepte zur Resozialisierung von [
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4. Februar 2022
Geht es um eine Kirche ohne Angst? Synodaler Weg
Die dritte Synodalversammlung des Synodalen Weges der Katholischen Kirche in Deutschland ist in Frankfurt am Main eröffnet worden. Insgesamt nehmen 218 Synodale an der Konferenz teil. Die PrĂ€sidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und PrĂ€sidentin des Synodalen Weges, Dr. Irme Stetter-Karp, betonte, dass das ZdK [
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3. Februar 2022
Und bist du nicht willig
 brauchst Du doch die Impfung
„Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schĂ€digt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fĂŒnf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.“ Das ist geltendes Recht. Ist das damit Erpressung oder Nötigung? Wohl kaum. Konsequenzen werden angedroht, um das Recht durchzusetzen, letztendlich [
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2. Februar 2022
Begegnen Menschen mit Empathie und Klarheit
In einer offensiven Kampagne haben Menschen, die sich der Katholischen Kirche zugehörig fĂŒhlen und in ihr arbeiten, den Schritt unternommen, sich öffentlich zu ihrem „Queer-sein“ zu bekennen. In der Kampagne und in der Dokumentation #OutInChurch zeigen Menschen Ihre Geschichte und ihre IdentitĂ€t. Wir spĂŒren tiefe Verbundenheit [
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29. Januar 2022
Eine Justizvollzugsanstalt ist keine „Black Box“
Um sich ein eigenes Bild gesellschaftlicher ZusammenhĂ€nge und von InterkulturalitĂ€t eines GefĂ€ngnisses machen zu können, hat Maja-Lina Lauer, Studentin der Hochschule Fulda, ein driemonatiges Praktikum in der Justizvollzugsanstalt HĂŒnfeld erfolgreich absolviert. Seit Herbst 2021 beschĂ€ftigt sich die 21 jĂ€hrige Bachelor-Studentin im Rahmen der GefĂ€ngnisseelsorge intensiv mit [
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28. Januar 2022
Kein Weiter so! Ein radikaler Neuanfang tut not
Im MĂ€rz wird der Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, nach viereinhalbmonatiger Auszeit voraussichtlich sein Amt als Erzbischof wieder aufnehmen. Ob und wie Woelki die Auszeit genutzt hat, um sein Verhalten in der MissbrauchsaffĂ€re und sein Festhalten an der Macht zu ĂŒberdenken, vermag ich nicht abzusehen. [
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27. Januar 2022
Aus „Moin“ wird „Servus“: Eine GeschĂ€ftsstelle zieht um
Der Ort „JugendbildungsstĂ€tte Marstall Clemenswerth“ im niedersĂ€chsischen Emsland: Etwas Wehmut liegt doch in der Luft, als an einem Abend Mitte Dezember der Transporter-Caddy aus dem bayrischen Franken eintrifft. Vieles ist bereits in Kartons und Taschen verpackt und liegt zum Transport bereit, was die Erinnerung und das [
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25. Januar 2022
Niemand darf diskriminiert oder kriminalisiert werden
Der Aachener Bischof Helmut Karl Dieser hat am Rande der Sitzung des StĂ€ndigen Rats in WĂŒrzburg die Aktion „#OutInChurch“ begrĂŒĂŸt. Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erklĂ€rte der Vorsitzende des Forums „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in SexualitĂ€t und Partnerschaft“ beim Synodalen Weg, die [
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25. Januar 2022
Aus der Welt des Mangels in eine Welt der FĂŒlle treten
In seiner Neujahrsansprache berĂŒhrt der Theologe Eugen Drewermann den tiefen Grund der Not unserer Zeit. Er entfacht ein Feuerwerk der Worte. Mit prĂ€zisen, kraftvollen und bedeutsamen Strichen zeichnet der Psychoanalytiker und Kirchenkritiker Eugen Drewermann zu Jahresbeginn das Bild einer Gesellschaft, die sich selbst verloren hat. Unser [
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24. Januar 2022
GefĂ€ngnisseelsorger der JVA Hövelhof und der UfA BĂŒren
Innerhalb der Reihe „Auf eine KaffeelĂ€nge mit
“ trifft sich ein Redakteur der Erzbistumpresse regelmĂ€ĂŸig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeebecher geleert sind. Diesmal haben wir uns mit GefĂ€ngnisseelsorger Mirko Wiedeking getroffen, der seit September 2021 [
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23. Januar 2022
ErschĂŒtternd und doch nicht ĂŒberraschend
Es kommt nicht ĂŒberraschend, dass das MĂŒnchner Missbrauchsgutachten Wahrheiten schonungslos ans Licht bringt. MĂŒssen erst Gutachten AbgrĂŒnde hervorbringen, was das eigene Gewissen weiß und wissen mĂŒsste? Ein großer Teil der katholischen Christen ist schon weit weg von den VollzĂŒgen der Kirche. Da nutzen alle Entschuldigungen Verantwortlicher [
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21. Januar 2022
Pierre Stutz: Suchend bleibe ich ein Leben lang
150 Meditationen sind ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum aus tĂ€glichen Momenten des Innehaltens bei Pierre Stutz entstanden. Stutz ermutigt zur Weite und Tiefe des Lebens: zum Staunen ebenso wie zum kritischen Fragen, zum Aufatmen ebenso wie zu Widerstand und Engagement. In allen Spannungen und vielfĂ€ltigen Gesichtern des [
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21. Januar 2022
Weggesperrt. Aus den Augen, aus dem Sinn?
Menschen, die gefangen sind, sind hĂ€ufig in der Gesellschaft nicht prĂ€sent und werden somit schnell ĂŒbersehen. Besonders schwer ist es fĂŒr Menschen, die inhaftiert wurden, weil sie kriminelle Handlungen vollzogen haben. „Sie sind ja selber schuld.“ oder „Man soll keine TĂ€ter zu Opfern machen“, heißt es [
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19. Januar 2022
Wir trauern um Otto HĂ€ußler (JVA Landshut)
Vor einigen Tagen ist unser ehemaliger Kollege Diakon Otto HĂ€ußler verstorben. Nach 13 Jahren Dienst in der Justizvollzugsanstalt Landshut ist er im November 2020 krankheitsbedingt vorzeitig in Ruhestand gegangen. Bei vielen Konferenzen in Bayern hat er sich sachlich und besonders durch seine frohe Art eingebracht. Wir [
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18. Januar 2022
Die Strafe als Herrschaftsmechanismus
Zum GefĂ€ngnis als Ort der Reproduktion gesellschaftlicher MachtverhĂ€ltnisse. Das GefĂ€ngnis hat sich in der Moderne als die vorherrschende Form staatlicher Sanktionierung von GesetzesbrĂŒchen herausgebildet. Die Verurteilten werden durch die Inhaftierung in GefĂ€ngnissen einerseits aus der Gesellschaft ausgeschlossen und andererseits in ein „delinquentes Milieu“ eingeschlossen. Das Strafmaß [
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16. Januar 2022
Ein Hochzeitsmahl, zu dem keiner (mehr) hingehen mag
Der Wein ist aus. LĂ€nger schon. Noch scheint es niemand zu bemerken, noch scheint die Feier ungetrĂŒbt und alles lĂ€uft weiter. Vielleicht schĂŒtten die Diener aber auch schon die Reste zusammen, um etwas zu strecken, und um die peinliche Situation so weit wie möglich heraus zu [
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12. Januar 2022
Nach 40 Jahren Knast entlassen: Axel Wiesbrock
In der Berliner Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering auf brandenburgischem Boden wurde am 2. Januar 2022 ein Urgestein der GefĂ€ngnisseelsorge nach 40 Jahren „entlassen“: Axel Wiesbrock geht in den Ruhestand. Lange war er in der JVA Berlin-Tegel tĂ€tig. Als Vorsitzender der damaligen „Bundeskonferenz fĂŒr GefĂ€ngnisseelsorge an den Justizvollzugsanstalten [
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12. Januar 2022
Diese Erfahrung kann ich mit Gefangenen teilen…
Die Coronakrise erzeugt immer mehr Gegebenheiten, die es im Vollzug schon gibt. Dies habe ich kĂŒrzlich neu erfahren, als ich abgelehnt wurde, weil ich keinen aktuellen Corona Test vorweisen konnte und dies obwohl ich vollstĂ€ndig geimpft und geboostert bin. Werde ich aussortiert, weil ich bestimmte Dinge [
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10. Januar 2022
JVA BĂŒtzow: Diana Ezerex hinter Gittern
„Nein, ich gehe wirklich nicht zum ersten Mal in den Knast.“, lacht Diana Ezerex als sie in BĂŒtzow die Justizvollzugsanstalt (JVA) betritt. Ihre erste Haftanstalt war 2017 die Jugendanstalt (JA) Neustrelitz. Es folgten die Frauenabteilung der JVA Bremen-Oslebshausen, das Frauen-GefĂ€ngnis in Vechta, die Jugendarrestanstalt Göppingen und [
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9. Januar 2022
Vielleicht wenn ich dann doch nicht zuschlage
Neulich im Weihnachtsgottesdienst. In die Anstaltskirche rĂŒcken etwa 60 Jugendliche ein. Die gestellten StĂŒhle werden schnell verrĂŒckt. Man will bei den „richtigen“ Leuten sitzen. Hier drĂŒckt sich die Knasthierarchie aus. Jugendliche klatschen sich zur BegrĂŒĂŸung ab. Die  Inhaftierten tragen Mund- Nasenschutz, da vor kurzem ein Corona [
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8. Januar 2022
Warum ist das GefÀngnis ein Andersort?
Andersorte? RĂŒckbeziehend auf Micheal Foucaults Konzept der „Heterotopie“, hat die Philosophisch-Theologische Hochschule MĂŒnster DenkanstĂ¶ĂŸe der „Andersorte von SpiritualitĂ€t und Seelsorge“ vorgestellt. Als Andersort verstehen sie dabei wirkliche Orte, aber auch soziale GefĂŒge inmitten der Gesellschaft, die als Gegenplatzierungen oder Widerlager wirken, in denen Gesellschaft und Kultur [
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7. Januar 2022
Eine Forderung: Impfpflicht fĂŒr Vollzugseinrichtungen
Die Bundesvereinigung der Anstaltsleiterinnen und Anstaltsleiter im Justizvollzug (BVAJ) fordert eine Impfpflicht fĂŒr alle Bediensteten. Als Grund fĂŒr diese einschneidende Maßnahme werden das Infektionsrisiko und die niedrige Immunisierungsquote in den Einrichtungen aufgefĂŒhrt. Die EinfĂŒhrung einer Impfpflicht greift in schwerwiegender Weise in die grundgesetzlich geschĂŒtzten Freiheitsrechte ein. [
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6. Januar 2022
Freies Bewegen und Tanzen in der Knastkirche
Frei sich zu bewegen und zu Tanzen hat in einer Justizvollzugsanstalt eine besondere Bedeutung. Wie lange ist es her, dass inhaftierte Jugendlichen eine Möglichkeit mit entspannenden Bewegungen und Tanzen hatten? Der Alltag der Gefangenen ist mit vielen Vorgaben gestaltet und wenn sie allein auf ihrer Zelle [
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3. Januar 2022
HĂ€ftling Jean Daligault starb 1945 im KZ Dachau
Der 27. Januar ist der Tag des NS-Opfer-Gedenkens: Vor 80 Jahren kam der französische Priester und Maler, Jean Daligault, ins SS-Sonderlager Hinzert und in die GefĂ€ngnisse Wittlich, Köln KlingelpĂŒtz und Trier. Er starb 1945 in Dachau. Von vielen Nacht-und Nebel-Inhaftierten sind schriftliche Zeugnisse ĂŒberliefert, von ganz [
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2. Januar 2022
Erfahrungen: Im GefÀngnis ist alles konzentriert
Die Wahrnehmung von Raum und Zeit sind innerhalb eines GefĂ€ngnisses konzentriert. Egal wie sehr ich mich als tapfer dargestellt habe, zurĂŒck in meiner Zelle in Afdeling B PI Zwaag, das ist nördlich von Amsterdam, war der Gewissensbiss unumgĂ€nglich. Dass meine Liebsten Ihren ganzen Tag aufopfern, um [
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1. Januar 2022
Der erste Tag im Jahr mit viel Bedeutung
Auf dem Tagesblatt des Abreißkalenders lesen wir am Neujahrstag: 1. Januar – Hochfest der Gottesmutter – Weltfriedenstag. Gemeint ist der erste Tag dieses Jahres 2022. Also nicht wie auf einem Siegertreppchen stehen, umjubelt werden und denken, diesen Wettkampf hast du gewonnen. Eher so wie der erste [
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1. Januar 2022
Herzlich Willkommen Knast-Etappe: Rein-Drin-Raus
Etappen – Das Wort kommt vom franz. Étape, was Abschnitt, Phase bedeutet. Das klingt nach Unterwegssein, nach Lebensabschnitten und RĂŒckschlĂ€gen. Es gibt Etappenziele und sogar Etappenhasen. Wir kennen die erste, die letzte, die Zwischenetappe
. Menschen in Haft, Gefangene sind meist nicht freiwillig aufgebrochen. Meist hat diese [
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31. Dezember 2021
Nach fast 30 Jahren Knast nun in den Ruhestand
Wolfgang Mayer ist einer der gerne lacht. Laut und herzlich. Ebenso leidenschaftlich ging er tagtĂ€glich zu seinem Dienst als GefĂ€ngnisseelsorger in die JVA Ulm. Da ist es nicht erstaunlich, dass ihn der letzte Arbeitstag mit Wehmut begleitet. Fast 30 Jahre fĂŒhrt Wolfgang Mayer seinen Dienst hinter [
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30. Dezember 2021
Das GefÀngnissystem in den Niederlanden
Das NiederlĂ€ndische GefĂ€ngnissystem kennt GefĂ€ngnisseelsorgerInnen seit Leute inhaftiert werden. Sehr lange war es aber ĂŒblich, dass die Arbeit der Seelsorger sich beschrĂ€nkte auf das, was man als „Stimulierung zum Bekennen der SĂŒnden zur Reinigung des (kriminellen?) Gewissens und Besserung des Verhaltens der Inhaftierten“ beschreiben könnte. Außerdem [
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29. Dezember 2021
Humanwissenschaftliche Perspektiven: Gott im Knast
Bedenkt man die prekĂ€re Situation inhaftierter Subjekte, scheint ein verwundbarkeitsorientierter Ansatz in besonderer Weise indiziert. Im Justizvollzug wirkt verschĂ€rft: „Das menschliche Subjekt schillert zwischen Selbstverwirklichung und Verletzbarkeit“ (Stinkes 2016, 35). Gerade in einer „totalen Institution“ (Goffman 1973) nimmt „Sicherheit“ die oberste PrioritĂ€t ein. Sobald die Sicherheit [
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28. Dezember 2021
Dank-Zettel: „Wie leicht hĂ€tte auch ich fallen können“
„Wer denkt, dankt…“ sagt Petrus Cellen in seinem Buch „Denk-Zettel.“ Solche Denkzettel sollen aber keine Abrechnung oder gar eine Strafe sein, die jemanden zum Nachdenken bringen soll. Mit „einen Denkzettel bekommen“ verbindet man unangenehme Erfahrungen, die jemandem als Lehre dienen soll. Meist negatives Verhalten soll durch [
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27. Dezember 2021
VulnerabilitÀt und die Kostbarkeit des Lebens
„VulnerabilitĂ€t“ war vor kurzem noch ein unbekannter Zungenbrecher. Aber mit der Corona-Pandemie zeigte sich die Notwendigkeit, ĂŒber Verwundbarkeit und vulnerable Gruppen zu sprechen. In der wissenschaftlichen Forschung ist der Begriff bereits lĂ€nger verwurzelt. Seit einigen Jahren bringt sich die Theologie, die diesen neuen Diskurs lange Zeit [
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27. Dezember 2021
Salbungsvolle Worte können keinen Schmerz lindern
Auf dem schwĂ€bischen TrĂ€nenberg, dem Hohenasperg habe ich in sechzehn Jahren unzĂ€hlige Gefangene weinen sehen. TrĂ€nen um ein verpfuschtes Leben. TrĂ€nen um die begangene „Missetat“. TrĂ€nen der versĂ€umten Chancen. Bittere TrĂ€nen der Reue. TrĂ€nen lĂŒgen nicht. Manche Gefangene lassen sich in der Haft eine TrĂ€ne unters [
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26. Dezember 2021
Sich im Umgang mit dem Fremden verÀndern lassen
Es gibt nicht nur zwischen den verschiedenen Konfessionen innerhalb des Christentums, sondern auch zwischen den Weltreligionen bedeutsame Unterschiede in den Glaubenskonzeptionen. So steht die christliche Erlösungstheologie in einem deutlichen Gegensatz zur Karmalehre im Buddhismus oder Hinduismus, der die Erlösung ganz in die Verantwortlichkeit der GlĂ€ubigen stellt. [
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24. Dezember 2021
Nicht vergessen: 24. Dezember ist Heilig Abend
Der 24. Dezember ist im Knast ein „Feiertag“. Kein solcher, wie ihn sich die Menschen draußen vorstellen. Der Feiertags-Modus im Justizvollzug bedeutet, dass die Freistunden anders gelegt sind, dass es weniger Bedienstete gibt und die Mittags- und Abendkost zu anderen Uhrzeiten ausgegeben werden. Zeit seinen Haftraum [
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