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Geht es um eine Kirche ohne Angst? Synodaler Weg

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Die dritte Synodalversammlung des Synodalen Weges der Katholischen Kirche in Deutschland ist in Frankfurt am Main eröffnet worden. Insgesamt nehmen 218 Synodale an der Konferenz teil. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und Präsidentin des Synodalen Weges, Dr. Irme Stetter-Karp, betonte, dass das ZdK bereit sei, die Kirche zu verändern. Mehrfach wurde während des Synodalen Wegs die mangelnde Kommunikation mit dem Vatikan kritisiert.

„Ich will Veränderungen sehen, ich möchte, dass ich als ZdK-Präsidentin in einer gerechten Kirche sein kann. In einer Kirche, die sich nicht zuerst darum sorgt, ob und wie sie aus ihrer Glaubwürdigkeitskrise kommt, sondern darum, wie sie Gerechtigkeit herstellt: für die Opfer sexueller Gewalt, für die vielen Betroffenen, für Kirchengemeinden, für Familien, für Menschen, deren Leben durch die Kirche nicht besser, sondern schlechter geworden ist. Das muss ein Ende haben“, so Dr. Stetter-Karp. Wenn die Kirche ein Ort der Hoffnung sein solle, dürfe in ihr Diskriminierung keinen Platz haben. Das ZdK werde die Synodalversammlung unterbrechen, wenn der Grund- oder der Handlungstext aus dem Synodalforum „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“ nicht mit der nötigen Zweidrittelmehrheit der Bischöfe beschlossen würden.

Eine Klatsche für die Kirche

Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte die umfangreiche Arbeit, die in den vier Synodalforen und bei weiteren Hearings geleistet worden sei. „Die jüngsten Erschütterungen reichen in den Kern der Kirche, die vielen Kirchenaustritte sind eine ‚Klatsche‘, die wir empfangen. Es gehen auch Menschen aus der Mitte der Kirche, MitarbeiterInnen, Ehrenamtler. Wir müssen handeln“, so Bischof Bätzing. Die weiterführenden Studien der deutschen Diözesen, mit denen die Ergebnisse der MHG-Studie präzisiert werden, machten unmissverständlich klar: „Die Krise, gegen die wir uns auf dem Synodalen Weg stellen, ist keine Krise von gestern. Sondern sie ist eine Krise der Gegenwart unserer Kirche. Und wir sind mit allem Wissen, das wir darüber haben, und allen Expertisen, die wir zu ihrer Bewältigung zur Verfügung haben, in der Pflicht, sie nicht auch zu einer Krise der Zukunft unserer Kirche werden zu lassen. Mit Blick auf das veröffentlichte Münchener Missbrauchsgutachten und kirchliche Aufarbeitung der Taten räumte Bätzing ein Fehlverhalten der Bischöfe ein. „Alle haben gefehlt“, so der DBK-Vorsitzende. Es werde regelmäßige gemeinsame Gespräche mit dem Vatikan über die Inhalte und Strukturen des kirchlichen Reformprozesses in Deutschland geben. „Das ist ein großer Schritt nach vorn“, hob Bätzing hervor.

Krise lähmt kirchliches Leben

Der Vizepräsident des Synodalen Weges, Bischof Dr. Franz-Josef Bode  aus Osnabrück, zeigte sich optimistisch, dass das  Reformprojekt der katholischen Kirche in eine gute Richtung gehe. „In dieser Synodalversammlung sehen wir erstmals, dass alle Foren nicht nur Grundtexte, die der allgemeinen Orientierung dienen, sondern auch Handlungstexte in die Beratungen einbringen, die konkrete Veränderungen bedeuten“, so Bischof Bode. Er fügte hinzu: „Die Synodalversammlung ist ein wichtiger sichtbarer Schritt einer mit sich ringenden und nach Perspektiven suchenden Kirche in einer tiefgreifenden Krise. Die aktuellen Erschütterungen drohen kirchliches Leben zu lähmen. Darauf will der Synodale Weg eine Antwort geben.“ Es gehe um die Existenz der Kirche, so Bischof Bode, deshalb sei der Synodale Weg nicht irgendeine Veranstaltung.

Lichtblick in dunklen Zeiten

Das Priesterforum habe sich mit dem Zölibat befasst. Das Forum habe nicht dafür plädiert, den Zölibat abzuschaffen. „Aber es setzt sich dafür ein, dass er nicht ausnahmslos gelten soll. Schon jetzt gibt es verheiratete katholische Priester, beispielsweise in den Ostkirchen. Es kann gleichzeitig verheiratete und nichtverheiratete Priester geben. Auf dem Synodalen Weg wird das Priestertum nicht abgeschafft, sondern gestärkt“, so Prof. Thomas Söding aus Bochum. Das Forum, das sich mit „Leben in gelingenden Beziehungen“ beschäftige, habe manches Ausrufezeichen gesetzt. Die Aktion #outinchurch sei ein Lichtblick in dunklen Zeiten. „Änderungen der kirchlichen Grundordnung sind angezeigt, die für viele, die im kirchlichen Dienst stehen, von existentieller Bedeutung sind. Es geht um eine Kirche ohne Angst – mit dem Mut und in der Freiheit des Glaubens“, so Söding.

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