Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. “Seelsorge” ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines “salbungsvollen Gutmenschen” eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge “Vollzugsstörer” oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des “Fachdienstes Seelsorge” in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

19. Dezember 2019
Alleinsein an Weihnachten ist Seelsorgern nicht fremd
Gefängnisseelsorger Richard Willburger im Interview mit dem Bayrischen Fernsehen. © BR. Richard Willburger arbeitet als Gefängnisseelsorger in der bayrischen Justizvollzugsanstalt in Aichach – auch am Heiligen Abend. Gerade die Weihnachtszeit ist für die Gefangenen besonders schwer. Wie ist es für ihn, Weihnachten im Gefängnis zu verbringen? […]
1. Dezember 2019
Menschen mit HIV/AIDS nicht am Rande lassen
Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember rufen der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), und der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), zu Solidarität und Mitgefühl mit HIV-infizierten und AIDS-kranken Menschen auf. In den letzten Jahrzehnten gab es […]
1. August 2023
Über das Zuchthaus Herford ist bisher nur wenig bekannt
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934–1939 (Folge 2). Als vor 40 Jahren das Buch „Sterben um zu leben. Politische Gefangene im Zuchthaus Brandenburg-Görden 1933 – 1945“ herausgegeben wurde, wies der Historiker Hermann Weber in seinem Vorwort zu diesem Buch darauf hin, dass dieses „ein Gebiet […]
2. April 2021
Die katholische Gefängnisseelsorge in der DDR
Dieser Beitrag beschreibt das Bemühen der katholischen Kirche, in der 40-jährigen kommunistischen Diktatur im Ostteil Deutschlands, ein Minimum an Seelsorge in den Strafvollzugsanstalten zu ermöglichen. Bis zur Friedlichen Revolution 1989/90 wurde dies durch den sozialistischen Staat massiv eingeschränkt. Nur sehr wenigen Priestern war es in der […]
4. Juni 2025
Bundesverdienstkreuz an Gefängnisseelsorger verliehen
Der ehemalige Gefängnisseelsorger, Fritz-Georg Schnorr, war von 1992 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 in der niedersächsischen JVA Meppen tätig. Besonders hat er sich für die Angehörigen Inhaftierter eingesetzt. Das Projekt “WarteZeit” rief Schnorr ins Leben, das bis heute besteht. Der im Rheinland geborene Schnorr […]
8. Dezember 2022
Franz Xaver Muhr steht Inhaftierten der JA Wels zur Seite
“Ich war im Gefängnis und  ihr habt mich besucht.” Dieser Satz aus dem Matthäus-Evangelium hat es Franz Xaver Muhr angetan. Denn er beschreibt genau die Aufgabe, die sich der 63-Jährige selbst gestellt hat. Muhr begibt sich als Gefängnisseelsorger einmal wöchentlich in das Welser Gefängnis, um dort […]
Knastschlüssel