Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

22. Juni 2021
Aus politischen oder “rassischen” Gründen inhaftiert
“Ulmer Höh‘. Das Gefängnis Düsseldorf-Derendorf im Nationalsozialismus” — so lautet der Titel des neu erschienen Werkes, das die Mahn- und Gedenkstätte und ihr Förderkreis am Montag, 21. Juni 2021 präsentierten. Das von Institutsleiter Dr. Bastian Fleermann verfasste Werk erscheint im Düsseldorfer Droste-Buchverlag. Das 488 Seiten starke […]
5. Januar 2024
Der Direktor des Zuchthauses Herford: Dr. jur. Josef Wüllner
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934–1939 (Folge 7). In Folge 6 der Artikelserie über das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge wurde unter anderem das Verfolgungsschicksal des Essener Kommunisten Nikolaus Franz dargestellt. Dessen Beurteilung durch den damaligen Direktor des Zuchthauses Herford, Dr. Josef Wüllner trug mit […]
24. Januar 2022
Gefängnisseelsorger der JVA Hövelhof und der UfA Büren
Innerhalb der Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit…“ trifft sich ein Redakteur der Erzbistumpresse regelmäßig mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Vorgabe der Zusammenkunft: Das Treffen endet, sobald die Kaffeebecher geleert sind. Diesmal haben wir uns mit Gefängnisseelsorger Mirko Wiedeking getroffen, der seit September 2021 […]
25. Juli 2021
Seelsorge ist Korrekturinstanz für verhärtete Fronten
Die Gefängnisseelsorge ist eines der ältesten pastoralen Felder der Kirche(n). Sie ist sich der Verantwortung für den Rechtsstaat und der Loyalität ihm gegenüber bewusst. Die Länder als Justizorgane in den staatlichen Einrichtungen erachten die Gefängnisseelsorge als ein unersetzlichen Teil der gemeinsamen Aufgabe zur Resozialisierung. Der Fachdienst […]
9. Dezember 2025
Im Zuchthaus Herford wurde „Der Leuchtturm” gelesen
Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 30). Informationen über das politische und gesellschaftliche Leben außerhalb der Strafanstaltsmauern zu erhalten, war in den Gefängnissen und Zuchthäusern des „3. Reiches” äußerst schwierig, auch wenn zum Beispiel die Möglichkeit bestand, von neu eingelieferten Häftlingen – unter Einhaltung […]
8. Januar 2022
Warum ist das Gefängnis ein Andersort?
Andersorte? Rückbeziehend auf Micheal Foucaults Konzept der „Heterotopie“, hat die Philosophisch-Theologische Hochschule Münster Denkanstöße der „Andersorte von Spiritualität und Seelsorge“ vorgestellt. Als Andersort verstehen sie dabei wirkliche Orte, aber auch soziale Gefüge inmitten der Gesellschaft, die als Gegenplatzierungen oder Widerlager wirken, in denen Gesellschaft und Kultur […]
Knastschlüssel