Ehrenamtliche Arbeit verbindet Sinnstiftung und Gemeinwohl. Alle Beteiligten profitieren davon. Es werden immer wieder Menschen gesucht, die sich für die Bedürfnisse Inhaftierter einsetzen, einen gesunden Menschenverstand haben und mit beiden Beinen im Leben stehen. Jeder Mensch verfügt über Fähigkeiten und Kenntnisse, die Straffälligen zugutekommen können. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig je nach Bedarf und persönlicher Fähigkeiten.

 

In der Regel beginnt die Arbeit in der Justizvollzugsanstalt und wird nicht selten nach der Entlassung weitergeführt. Voraussetzung für ein ehrenamtliches Engagement ist, dass Sie mindestens 21 Jahre alt sind und keine verwandtschaftliche Beziehung zu einem Inhaftierten haben. Das ehrenamtliche Engagement kann vor Ort, brieflich oder via Skype-Besuch erfolgen. Dies ist je nach Justizvollzugsanstalt unterschiedlich und abhängig Ihrer Qualitäten und Motivation. So bietet besipielsweise eine ehrenamtliche Mitarbeiterin im Jugendvollzug progressive Muskelentspannung für junge Gefangene an.

 

Menschen, die Ihre persönlichen Lebenserfahrungen in die Arbeit einbringen, die regelmäßig zur Verfügung stehen, die ein offenes Ohr haben und Verständnis zeigen, können den Strafgefangenen Vertrauen und Selbstvertrauen geben. Das umfangreiche Betreuungs- und Beratungsangebot der professionellen Fachdienste wird durch ehrenamtliches Engagement ergänzt.

Fast 1.800 BürgerInnen leisten ehrenamtliche Arbeit in den 36 Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen. Der DBH als Träger des Projektes LOTSE ist historisch aus der Deutschen Bewährungshilfe hervorgegangen, die ab 1951 die Einführung der Bewährungshilfe im Allgemeinen Strafrecht und im Jugendstrafrecht mitgestaltete. Sie begleiten und schulen professionell ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die in den JVA´en Besuche machen oder kleine Projekte wie das gemeinsame Kochen oder Nachhilfeunterricht realisieren.

Das Schwarze Kreuz als christliche Straffälligenhilfe unterstützt inhaftierte Menschen. Irgendwann lassen sie das Gefängnis hinter sich zurück und werden wieder unsere Nachbarn. Wir möchten, dass sie es schaffen, ihr Leben neu auszurichten – ohne neue Straftaten. Wo das gelingt, bleibt uns allen vieles erspart: der Schaden anderer Menschen, etliche Steuergelder für das Leben in Haft. Aber vor allem ersparen wir uns das Leid neuer Opfer, die es dann gar nicht erst gibt. So ist Straffälligenhilfe gleichzeitig Opferprävention.

Ehrenamtliche aus ganz Deutschland helfen inhaftierten und haftentlassenen Menschen auf der Suche nach neuen Lebenswegen. Das geschieht vor allem über Briefkontakte, Besuche und Veranstaltungen wie Gesprächskreise und Hobbygruppen im Gefängnis. Die Geschäftsstelle in Celle organisiert zudem Projekte wie die Herausgabe eines Postkarten-Kalenders.


18. November 2019
Einfach einmal über etwas anderes reden
Die Situation ist schon etwas einschüchternd – eine Klingel in der hohen Mauer, Kamera, eine schwere Eisentür, die sich knarrend öffnet, dahinter eine Schleuse vor einer zweiten Tür, abgedunkelte Scheibe, ein uniformierter Wachhabender dahinter nur schemenhaft erkennbar, Kommunikation blechern über eine Gegensprechanlage… Wer allerdings beim ökumenischen Besuchsdienst […]
13. Juni 2019
Eine ehrenamtliche Arbeit mit “Knackis”
Für die ehrenamtliche Mitarbeit im Katholischen Gefängnisverein Düsseldorf habe ich mich nach 35 Jahren Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung entschieden: Inhaftierte begleiten – das sollte meine Aufgabe in der Zukunft als Pensionär sein. Bis auf den heutigen Tag sind 15 Jahre daraus geworden, zuerst auf der […]
4. Mai 2019
“Kleider machen Leute” für die Haftentlassung
Diakonisches Engagement: das Deutsche Rote Kreuz – das ist Hilfe für die Mitmenschen, Hilfe für die Gefangenen. Dem Hünfelder Kleiderladen ist von der Justizvollzugsanstalt in Hünfeld Anerkennung und Wertschätzung entgegengebracht worden. Im Rahmen eines Besuches, organisiert von der Sozialarbeiterin Cornelia Liese und vom katholischen Gefängnisseelsorger Diakon […]
24. März 2019
Kopfkino – Ohne Schnörkel Geschichten aus dem Knast
Corina Gutmann, Leiterin der thüringischer Stadtbibliothek Greiz, ist seit vielen Jahren hochengagiert in Sachen kulturelle Vielfalt in der Region wie auch in der Gefängnisarbeit. Sie arbeitet in der JVA Hohenleuben mit Häftlingen. Aus ihren Workshops ist die Anthologie „Kopfkino“ entstanden, die Lyrik, Prosa, Kurzgeschichten, aber auch […]
24. Februar 2019
Offenes Ohr hinter verschlossenen Türen
Mitten in der Hansestadt Herford in Ostwestfalen befindet sich die Justizvollzugsanstalt. Hier leben mehr als 300 jugendliche und junge erwachsene Straftäter von 14 bis 24 Jahren. Der “Knast” ist für den Jugendvollzug mit der Untersuchungs- und Strafhaft sowie einer Abteilung für Sozialtherapie und einer Therapievorbereitung für […]