Macht die erschlafften Hände wieder stark! (Jes 35,3). Unter diesem Arbeitstitel wird ein Angebot aufgenommen, das in Vergangenheit unter den Besinnungstagen in Münsterschwarzach „Ohnmacht im Vollzug“ ins Leben gerufen worden war. Die Tage dort waren zur geistlichen und physischen Erholung sowie zur Stärkung für alle Seelsorgenden, die im Gefängnis arbeiten.

 

Die Arbeit im Justizvollzug wird komplexer: Handlungsspielräume aller Involvierten werden enger gefasst. In manchen Anstalten werden Bedienstete gehalten, persönliche Handlungsabfragen für mögliche Ereignisse auszufüllen. Das Bedürfnis nach psycho-sozialer Begleitung wird manches Mal weniger beachtet. Zwar gibt es in vielen Anstalten die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), doch was tun die GefängnisseelsorgerInnen für sich und ihrer Psychohygiene?

Durch den sukzessiven Abbau von Behandlungsangeboten wie Gruppenveranstaltungen oder kulturellen Zusammentreffen mit Menschen von "draußen", werden die Inhaftierten oft mit ihren Sorgen und ihrem Wohlbefinden alleine gelassen. Sie sind darauf angewiesen, sich selbst Lösungen in subkulturellen Tätigkeiten zu suchen. Ein „unauffälliger“ Vollzug soll sichergestellt sein, der dokumentiert werden muss. Dies erhöht indirekt den Druck auf die Gefängnisseelsorge. 

Binnenkirchliche Missstände wie die Missbrauchsdebatte belasten zusätzlich, da sich die Seelsorgenden oft in einem Rechtfertigungszwang für ihre Tätigkeiten wiederfinden und diesen Druck konstant durchhalten müssen. Wie können Seelsorgende im Gefängnis täglichen Nöten nachgehen, wenn sie latenter Unterstellungen oder offenen Vorwürfen ausgesetzt fühlen?

Das Angebot wurde in den letzten Jahren durch eine kleine Gruppe von GefängnisseelsorgerInnen gerne wahrgenommen. Die Tage im Jahr 2026 wurden allerdings aus organisatorischen Gründen abgesagt. 

26. März 2020
Ermutigender Blick auf die gegenwärtige Weltlage
Anne Stickel ist deutsche evangelische Theologin, die in Medellín mit ihrem kolumbianischen Mann lebt. Im Briefwechsel per E-Mail unterhält sie sich mit Angelika Hartmann, katholische Theologin aus dem süddeutschen Raum. Auszüge ihres Briefwechsels werfen einen spirituell-besorgten, aber auch ermutigenden Blick auf die Coronakrise in den verschiedenen […]
23. März 2020
Die Winterzeit ist zu Ende und was kommt dann?
Strahlend blauer Himmel und Winteridylle. Die Natur magisch und märchenhaft. Aufnahme auf dem Feldberg im Schwarzwald am 22. März. Foto: A. Bauer-Wunderle. Die Uhr wird wieder umgestellt am Wochenende. Allerdings können wir nur mit sozialer Distanz an der gegenwärtigen Corona-Realität drehen. Die Zeit und die Wirklichkeit […]
4. März 2020
Mit brennendem Herzen fragend im Leben unterwegs
Hans Gerd Paus, Gefängnisseelsorger in der niederrheinischen JVA Geldern, stellt sich vielen Fragen. Zu wesentlichen Fragen erhielt er Antworten „aus dem Leben“. So war er als Bergmann in der Zeche tätig, philosophierte als Hüttenwirt auf einem Berg oder wohnte in einem VW Bus für 12 Monate. […]
1. März 2020
Einsichten in die Akte Jesus N. hinter Gittern
„Die Botschaft des Engels am leeren Grab“. Ein Foto von Thomas Georg Blank, der sich mit der „Mondkamera“ – einem legendären Kameratypus – für den fotographischen Teil des Bibelkurses verantwortlich zeichnete. „Wenn ich nur wüsste, wie ich die 23 Stunden täglich allein in meinem Haftraum rumkriegen […]
19. Januar 2020
Auf Augenhöhe begegnen sich Gott und Mensch
Kaum ein Kunstwerk ist so oft reproduziert worden wie Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“ – zu sehen an der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Bei genauerer Betrachtung dieses Bildes ist besonders spannend: Die Zeigefinger berühren sich nicht. Die neu gestalte Tür zur Kirche der JVA […]
17. Januar 2020
Ein Heftpflaster für den zerbrechlichen Gott
Mit dem Gedenken an den Tod Jesu verbinden sich an Karfreitag viele Symbole – von Kreuz und Dornenkrone über schweigende Glocken bis hin zum Verzicht auf Fleisch. Dieser Gott kennt sich aus mit Verletzungen, er ist vertraut mit Wunden und er weiß wie man sie heilt. […]
Knastschlüssel