Macht die erschlafften Hände wieder stark! (Jes 35,3). Unter diesem Arbeitstitel wird ein Angebot aufgenommen, das in Vergangenheit unter den Besinnungstagen in Münsterschwarzach „Ohnmacht im Vollzug“ ins Leben gerufen worden war. Die Tage dort waren zur geistlichen und physischen Erholung sowie zur Stärkung für alle Seelsorgenden, die im Gefängnis arbeiten.

 

Die Arbeit im Justizvollzug wird komplexer: Handlungsspielräume aller Involvierten werden enger gefasst. In manchen Anstalten werden Bedienstete gehalten, persönliche Handlungsabfragen für mögliche Ereignisse auszufüllen. Das Bedürfnis nach psycho-sozialer Begleitung wird manches Mal weniger beachtet. Zwar gibt es in vielen Anstalten die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), doch was tun die GefängnisseelsorgerInnen für sich und ihrer Psychohygiene?

Durch den sukzessiven Abbau von Behandlungsangeboten wie Gruppenveranstaltungen oder kulturellen Zusammentreffen mit Menschen von "draußen", werden die Inhaftierten oft mit ihren Sorgen und ihrem Wohlbefinden alleine gelassen. Sie sind darauf angewiesen, sich selbst Lösungen in subkulturellen Tätigkeiten zu suchen. Ein „unauffälliger“ Vollzug soll sichergestellt sein, der dokumentiert werden muss. Dies erhöht indirekt den Druck auf die Gefängnisseelsorge. 

Binnenkirchliche Missstände wie die Missbrauchsdebatte belasten zusätzlich, da sich die Seelsorgenden oft in einem Rechtfertigungszwang für ihre Tätigkeiten wiederfinden und diesen Druck konstant durchhalten müssen. Wie können Seelsorgende im Gefängnis täglichen Nöten nachgehen, wenn sie latenter Unterstellungen oder offenen Vorwürfen ausgesetzt fühlen?

Das Angebot wurde in den letzten Jahren durch eine kleine Gruppe von GefängnisseelsorgerInnen gerne wahrgenommen. Die Tage im Jahr 2026 wurden allerdings aus organisatorischen Gründen abgesagt. 

19. Januar 2020
Auf Augenhöhe begegnen sich Gott und Mensch
Kaum ein Kunstwerk ist so oft reproduziert worden wie Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“ – zu sehen an der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Bei genauerer Betrachtung dieses Bildes ist besonders spannend: Die Zeigefinger berühren sich nicht. Die neu gestalte Tür zur Kirche der JVA […]
17. Januar 2020
Ein Heftpflaster für den zerbrechlichen Gott
Mit dem Gedenken an den Tod Jesu verbinden sich an Karfreitag viele Symbole – von Kreuz und Dornenkrone über schweigende Glocken bis hin zum Verzicht auf Fleisch. Dieser Gott kennt sich aus mit Verletzungen, er ist vertraut mit Wunden und er weiß wie man sie heilt. […]
5. Januar 2020
Beschwingt ins Neue Jahr durch eine Schwingtür
Beobachtet in einer Gaststätte einer Bierbrauerei in Heidelberg: Durch eine Schwingtür, die mit ihren Finger- und Handabdrücken vieler Jahre Geschichten ohne Ende erzählt, treten Menschen in die Gaststube ein und aus. Mehr oder weniger gekonnt und elegant, sportlich oder träge. Fröhlich, achtsam oder jugendlich unbeschwert. Junge, Alte, […]
1. Januar 2020
Im tiefen Tränental der Tröster vom Dienst?
Obwohl ich seit mehr als vierzig Jahren Menschen in Leid und Trauer beistehe, verfüge ich nicht über das Wissen, wie trösten geht. Als „Berufströster“ habe ich keinen Vorrat an Trostworten, die ich je nach Situation und Bedarf einsetzen kann. Ich weiß oft nicht, was sagen. Auch […]
24. Dezember 2019
Sterne sehen als Lichtblick hinter den Mauern
Satelliten umkreisten die Erde und sammelten Informationen über Hoch- und Tiefdruckgebiete, Niederschlag und Temperaturen. Computer schrieben das Ganze in die Zukunft fort und machten eine Karte daraus. Dann kam ein schlanker, ernster Mann mit weißen Haaren namens Dr. Jürgen Hirte und schaute sich das an. Tatsächlich, […]
18. Dezember 2019
Warum ein Regens putzen geht – Karriere nach unten
Kein Nachschlag möglich in der Mensa einer Justizvollzugsanstalt. 4ximgefaengnis.de Foto: Firat Ulus.  Der Lebenslauf von Andreas Knapp ist glänzend: Priesterweihe, Promotion und später Regens im Priesterseminar. Doch dann kam ein Knick in seinem Lebenslauf – inklusive Putzjob in Paris. Andreas Knapp ist Priester und Dichter und […]
Knastschlüssel