Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

15. Juli 2022
Der Wille zur Veränderung: Der Fluch der bösen Tat
Diebstahl, Betrug, Körperverletzung, Drogengeschäfte. Verurteilt zu zwei, drei und mehr Jahren Gefängnis. In der rheinhessischen Justizvollzugsanstalt Rohrbach sitzen sie ein: 370 Männer und 60 Frauen. Manche von ihnen denken in den mitunter langen und zähen Stunden Ihres Haftalltags über ihr bisheriges Leben nach. Vor allem auch […]
24. November 2023
Kratzt am Selbstbild: Moralische Belastung und Verletzung
Im Jahr 2009 gründet die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. die Arbeitsgemeinschaft Ethik mit dem Ziel, ethische Fragestellung im Justizvollzug in Ethikkomitees vor Ort zu beleuchten. Kein leichtes Unterfangen angesichts dem Anspruch der Resozialisierung und der praktischen Wirklichkeiten im Vollzug. Dieser Tage treffen sich in Paderborn […]
10. Oktober 2019
Gefängnisseelsorger Drews als Vermittler in der DDR
Er hat unzählige Gefangene kommen und gehen gesehen, hat die Wende im Strafvollzug erlebt. Johannes Drews ist seit 30 Jahren Gefängnisseelsorger in der JVA Brandenburg und wurde 2019 in den Ruhestand verabschiedet. Johannes Drews trägt einen schwarzen Pullover und Jeans, sein Blick hinter den Brillengläsern ist […]
8. April 2024
„Ein top Typ“, sagt ein Inhaftierter zum neuen Gefängnisseelsorger
Gut ein Dutzend BesucherInnen stehen vor der JVA Vechta und warten auf Einlass. Angehörige von Inhaftierten, die ebenfalls warten, fragen, ob es eine Trauung in der JVA gäbe. Grund ist aber die Einführung des neuen evangelischen Gefängnisseelsorgers Stefan Föste. Er tritt die Nachfolge von Dirk Range […]
22. August 2021
Psychisch erkrankte Gefangene. Interview Ralf Jacob
Rolf Jacob, erster Vorsitzender der Bundesvereinigung der Anstaltsleiterinnen und Anstaltsleiter im Justizvollzug (BVAJ), spricht im Interview über die Versorgung psychisch erkrankter Gefangener. Die Bundesvereinigung als Interessenvertretung der Führungskräfte im Justizvollzug hat sich das Ziel gesetzt, grundsätzliche Fragen und Probleme des Justizvollzuges zu erörtern, Erfahrungen auszutauschen und […]
4. Juni 2025
Bundesverdienstkreuz an Gefängnisseelsorger verliehen
Der ehemalige Gefängnisseelsorger, Fritz-Georg Schnorr, war von 1992 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 in der niedersächsischen JVA Meppen tätig. Besonders hat er sich für die Angehörigen Inhaftierter eingesetzt. Das Projekt „WarteZeit“ rief Schnorr ins Leben, das bis heute besteht. Der im Rheinland geborene Schnorr […]