Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

7. Januar 2026
Sehnsucht nach Freiheit mit Telefonieren auf Antrag
Was Freiheit bedeutet, begreift man, wenn man sie nicht mehr hat. Wie ist das, wenn man in Haft sitzt, wenn Türen der Justizvollzugsanstalt verschlossen sind, wenn man seine Familie und Freunde nur noch selten sieht? Die Gefängnisseelsorgerin der JVA Gießen im Bistum Mainz, Uta Kuttner, erzählt. […]
12. Dezember 2022
Unvoreingenommener Gesprächspartner hinter Gittern
„Auf eine Kaffeelänge mit…“ Michael King, Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt Herford. Eine besondere Krippe gibt hier Anstöße zum Gespräch. Die ist der Lebenswelt der Jugendlichen nachempfunden, die Hirten etwa im Freistundenhof Karten spielenden Jugendlichen. Die heilige Familie zieht in den kommenden Tagen ein, weitere Figuren sollen […]
4. Juni 2025
Bundesverdienstkreuz an Gefängnisseelsorger verliehen
Der ehemalige Gefängnisseelsorger, Fritz-Georg Schnorr, war von 1992 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 in der niedersächsischen JVA Meppen tätig. Besonders hat er sich für die Angehörigen Inhaftierter eingesetzt. Das Projekt „WarteZeit“ rief Schnorr ins Leben, das bis heute besteht. Der im Rheinland geborene Schnorr […]
22. Juli 2025
Kann eine Justizvollzugsanstalt ein Hoffnungsort sein?
Hoffnung hinter Gittern – geht das überhaupt? Daniela Bröckl weiß: Ja, das geht! Gemeinsam mit ihren KollegInnen der Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn ist sie für die Menschen im Gefängnis da. Seit 2010 ist Bröckl in der Gefängnisseelsorge des offenen Vollzuges tätig. Als Diözesanbeauftragte für die Seelsorge […]
22. August 2021
Psychisch erkrankte Gefangene. Interview Ralf Jacob
Rolf Jacob, erster Vorsitzender der Bundesvereinigung der Anstaltsleiterinnen und Anstaltsleiter im Justizvollzug (BVAJ), spricht im Interview über die Versorgung psychisch erkrankter Gefangener. Die Bundesvereinigung als Interessenvertretung der Führungskräfte im Justizvollzug hat sich das Ziel gesetzt, grundsätzliche Fragen und Probleme des Justizvollzuges zu erörtern, Erfahrungen auszutauschen und […]
29. November 2022
Karl Barth: Die Übeltäter mit ihm. Strafanstalt Basel 1957
Im Jahr 1957 hielt am Karfreitag der schweizer evangelische Theologe Karl Barth eine Predigt vor Gefangenen in der Strafanstalt Basel. Er betont dabei, dass Inhaftierte genauso Menschen sind. „Gekreuzigte Übeltäter sind wir alle“, sagt er zur damaligen Zeit zur Bibelstelle Lukas 23,33. Diese Botschaft hat Sprengkraft […]