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Leben und arbeiten im Vollzug. Und Ethik?

Montag, 23. November 2026, 10:30 - Dienstag, 24. November 2026, 16:30

Der Vollzug als besonderer gesellschaftlicher Raum stellt Inhaftierte und Bedienstete jeden Tag vor neue Herausforderungen. Ethische Fragestellungen treten wie unter einem Brennglas zutage. Es entwickeln sich Konflikte, Bestimmungen verändern Handlungsabläufe und stellen gepflegte Praktiken in Frage. 

Ein Justizvollzugsbeamter geht durch einen Zellentrakt in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford am 10. August 2022. Foto: Julia Steinbrecht/KNA

 

Wir kommen miteinander ins Gespräch über Fragen, die uns bewegen aus ethischer Perspektive. Nach einem kurzen Impuls stehen Austausch und Diskussion im Vordergrund Es geht nicht darum, Lösungen oder gar komplexe Probleme zu präsentieren, sondern darum, ein Problembewusstsein zu schaffen, Dinge besser verstehen und benennen zu können und eine Haltung im Umgang mit ihnen zu entwickeln.

Im Vollzug zu leben oder zu arbeiten ist in jeglicher Hinsicht besonders: Allgegenwärtig sind Ordnung und Sicherheit durch Vollzugspläne, Haftraumüberwachung, Hofgangzeiten und richterliche Anordnungen, bei alledem leitend soll die Resozialisierung sein. Diese täglichen Herausforderungen im vollzuglichen Handeln werden seit einigen Jahren durch die Aus- und Nachwirkungen der Corona-Pandemie erschwert.

Seit über 10 Jahren beschäftigt sich die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. in ihrer Arbeitsgemeinschaft Ethik mit ethischen Fragestellungen. Ethikkomitees versuchen in einigen Anstalten das Handeln innerhalb der Institution Gefängnis zu reflektieren und einen Raum des Innehaltens und Nachdenkens darin zu ermöglichen. Mit dieser Auseinandersetzung kommt man im Vollzug nie an ein Ende. Die Vergegenwärtigung und der Austausch mit anderen Interessierten am Thema unterstützen das persönliche Nachdenken und Gestalten des täglichen Handelns.


 

Treffen November 2026

Der Justizvollzug ist in hohem Maße ethisch aufgeladen. Vom gerichtlich begründeten Freiheitsentzug der Inhaftierten, der im Namen des Volkes erfolgt und damit eine geteilte soziale Verantwortung für den Justizvollzug beinhaltet, über das Spannungsfeld zwischen Gewährung von Sicherheit auf der einen und Respektierung und Ermöglichung von Selbstbestimmung auf der anderen Seite bis hin zu Fragen nach moralischen Belastungserfahrungen Bediensteter im Justizvollzug. Die Tagung macht diese und weitere ethische Aspekte zum Thema und wird dafür Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis zusammenführen. Ausgehend von der Beobachtung und der Bedeutung von Ethik im Justizvollzug steht dabei die Frage im Zentrum, inwiefern Ethik und der mit ihr verbundene Aufbau entsprechender Strukturen wie bspw. Ethikkomitees für den Justizvollzug nicht nur wünschenswert, sondern unverzichtbar sind.

Teilfragen, denen sich die Tagung im Einzelnen widmen wird, sind u. a.:  Warum bedarf es des systematischen Aufbaus einer ethischen Sprachfähigkeit in und über Justizvollzugsanstalten? Wo steht der Justizvollzug heute mit Blick auf die Realisierung seines ethischen Anspruchs und Auftrags? Worin besteht die moralische Anforderung auf Resozialisierung und warum ist diese zentral, sowohl für einen erfolgreichen als auch einen ethisch angemessenen Justizvollzug? Kann man die Wirksamkeit ethischer Reflexion im Justizvollzug messen? Nähere Infos und Anmeldung: www.franz-hitze-haus.de/info/26-116

Details

  • Beginn: Montag, 23. November 2026, 10:30
  • Ende: Dienstag, 24. November 2026, 16:30
  • Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Weitere Angaben

Hinweis
Tagungsbeitrag: 135 Euro, ermässigt 110 Euro.

Veranstaltungsort

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