Die Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn präsentiert sich auf dem Portal der Pastoralen Informationen. Hier finden man praxisnahe Informationen für Haupt- und Ehrenamtliche in Gemeinden und den Pastoralen Räumen. Auf der Startseite heißt es: „Wir wollen Sie in Ihrer Aufgabe als Multiplikatoren und Netzwerkende für Pastorale Themen unterstützen mit Informationen, Tipps, Arbeitshilfen, Veranstaltungshinweisen und Impulsen.“

Mit dabei ist die Gefängnisseelsorge im Gebiet des Erzbistum Paderborn. Sie der „Pastoral in verschiedenen Lebensbereichen“ zugeordnet. In Deutschland gibt es über 200 Justizvollzugsanstalten. 36 an der Anzahl befinden sich in Nordrhein-Westfalen. Im Bereich des Erzbistum Paderborn liegen 12+1 Justizvollzugsanstalten (JVA). Dazu kommen das Justizvollzugskrankenhaus (JVK) Fröndenberg, die Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige (UfA) in Büren und zwei Jugendarrestanstalten (JAA) in Lünen und Wetter. In diesen staatlichen Einrichtungen sind GefängnisseelsorgerInnen mit Gestellungsverträgen zwischen dem Erzbistum und dem Land Nordrhein-Westfalen oder als verbeamteter Landesbediensteter tätig.

Die Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn ist der „Pastoral in verschiedenen Lebensbereichen“ zugeordnet. Die Diözesanbeauftragte für Gefängnisseelsorge Daniela Bröckl im Gespräch mit Erzbischof Udo Markus Bentz beim Werler Wallfahrtstag.

Größte Diözesankonferenz in NRW

Bistumsweit begleiten etwa 15 GefängnisseelsorgerInnen die Inhaftierten und Bediensteten. Daniela Bröckl arbeitet im Offenen Vollzug der JVA Bielefeld-Senne. Mit halber Stelle koordiniert und vernetzt sie als Diözesanbeauftragte die Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn. Die Tätigkeit der einzelnen Berufsgruppen zwischen Klerikern und TheologInnen unterscheidet sich kaum. Die Schweigepflicht und das Zeugnisverweigerungsrecht bestehen für alle kirchlichen Bedienstete (§ 54 Absatz 1 StPO).

Relativ neu im Erzbistum Paderborn ist, dass PastoralreferentInnen ausgebildet oder ehemalige Priester mit Laisierung angestellt werden. Die Vollzugsarten umfassen den Offenen Vollzug, den Jugendvollzug, den Männer- und Frauenvollzug sowie Sozialtherapeutische Abteilungen (SoThA) oder Therapievorbereitungs-Abteilungen (TVA). Der Maßregelvollzug ist der Krankenhausseelsorge zugeordnet. Neben aktuellen News aus den Arbeitsgebieten des Gefängnisses, gibt die Website einen Einblick in die Welt hinter den Mauern.

Fachdienst „Seelsorge“

Auf vielen Ebenen gibt es nicht nur eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Diensten einer JVA, sondern eine selbstverständliche ökumenisch und interreligiöse Ausrichtung in den Aufgabenfeldern des Fachdienstes Seelsorge. In Nordrhein-Westfalen sind es fünf Bistümer und drei Evangelische Landeskirchen, die das pastorale Personal stellen. Muslimisch religiöse BetreuerInnen sind in Honorarverträgen ebenso angestellt und nehmen ihre Aufgabe in den Justizvollzugsanstalten wahr. Stefan Ehrlich von der JVA Köln-Ossendorf ist als Dekan für Gefängnisseelsorge im Bereich Westfalen zuständig. Er ist an den Schnittstellen zwischen dem Land, den Bistümern und der Regionalkonferenz der Gefängnisseelsorge in NRW tätig.

https://gefaengnisseelsorge-paderborn.de

 

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