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Der Knastarzt – Ein normaler Job hinter Gittern

Eigentlich ist es wie in anderen Großküchen auch
18. Februar 2019

Dr. Hans-Georg Schwarzer ist Gefängnisarzt in der JVA Rohrbach. Als “Knastarzt” ist er Psychiater, Orthopäde und Internist in einem. Viele der Arztstellen im Justizvollzug sind nicht besetzt. Schätzungen zufolge soll bundesweit rund ein Viertel der Stellen vakant sein. Die SWR Reportage der Reihe „Mensch Leute“ und der Artikel aus “Allgemeinarzt-online” berichtet eindrücklich über die schwierige Arbeit eines Knastarztes hinter Mauern.

Die Justizvollzugsanstalt Rohrbach in der Nähe der Ortsgemeinde Wöllstein ist eine Justizvollzugsanstalt des Landes Rheinland-Pfalz. Sie ist eine von acht JVA´en des Landes und Sitz der umlaufleitenden Transportbehörde für das Saarland und Rheinland-Pfalz. Erfasst wird bei der ausführlichen Anamnese eines Gefangenen am Anfang die aktuelle Medikamenteneinnahme. Diese werde besonders unter die Lupe genommen. Schwarzer: “Das prüfen wir sehr genau.” Es gibt zudem eine körperliche Untersuchung und Vorbefunde werden – falls vorhanden – ebenfalls eingeholt. Bei entsprechender Indikation werde auch eine Ultraschalluntersuchung beispielsweise eines Abdomens durchgeführt. Hinzu komme auch eine Abklärung über möglichen Drogenkonsum.

SWR Reportage aus der Reihe “Mensch Leute”

Von vielen der Gefangenen kenne er die Lebensumstände. “Klar”, gibt Dr. Georg Schwarzer zu, “der Umgang mit den Straftätern ist nicht immer einfach, trotzdem macht die Arbeit Freude.” Er selber sei zu diesem Job gekommen, weil der frühere Gefängnisarzt ihn fragte, ob er Urlaubsvertretung machen könne. Das war 2004. Es folgten viele Urlaubsvertretungen und seit 2014 ist der Arbeitsmediziner komplett als Gefängnisarzt in der JVA Rohrbach tätig. Dabei komme es ihm sehr zugute, dass er schon immer mit der Akutmedizin verbunden gewesen sei. Über 20 Jahre habe er regelmäßig in einer ärztlichen Bereitschaftspraxis mitgearbeitet und darüber hinaus zahlreiche sonstige Praxisvertretungen bestritten.

Für die normale ärztliche Versorgung gibt es feste Sprechzeiten. Hierfür müssen sich die Gefangenen anmelden. Jeder Gefangene hat in der JVA Rohrbach zweimal in der Woche die Möglichkeit, den Arzt aufzusuchen. Zum Termin werden sie in ihrer Zelle von zwei Justizvollzugsbeamten abgeholt und in einem Warteraum im Praxistrakt platziert. Sind sie an der Reihe, werden sie hineingeführt zum Arzt, der mit einem Sanitäter gemeinsam im Sprechzimmer ist. Mehr lesen…

29:46 Minuten

1 Kommentar

  1. Kathrin Klose sagt:

    Die JVA Rohrbach in Wöllstein darf ständig darüber senden, wie schlimm es ist dort zu arbeiten. Wäre ganz toll den Insassen mal Gelegenheit zu geben, wie schlimm es ist dort inhaftiert zu sein. Gerade jetzt zur Zeit des Coronavirus!
    Angeblicher Personalmangel sieht dort so aus, dass die Beamten zu großen Gruppen von 5 bis 6 Personen zusammen im Büro sitzen und auf alle Vorschriften gegen die Verbreitung des Virus sch…! Der Anstaltsleiter ignoriert Insassen genauso wie uns Angehörige.

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