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Kardinal Gerhard Ludwig Müller in der JVA Bochum

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Der erste Termin seiner eng getakteten Vortrags- und Begegnungsreise in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz führte Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, zu den Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Bochum. Wenige Stunden vorher war er angekommen aus den halloween-besessenen Vereinigten Staaten von Amerika (USA).

In seiner Predigt in der vollen Kirche der Justizvollzugsanstalt Bochum legte der Kardinal auf dem dunklen Hintergrund der Lust am Erschrecken, Grauen und Angstmachen das helle Evangelium vom Sünder und Zöllner Zachäus aus. “Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist”, heißt es im Evangeliumstext Lukas 19, 1-10. “Viel passender zu einem Gefängnisbesuch konnte das Schriftwort des Tages nicht ausfallen”, so der Gefängnisseelsorger Alfons Zimmer von der JVA Bochum. Auf dessen Einladung ist der Kardinal in die JVA Bochum gekommen.

 Foto: Lamb

 

5 Kommentare

  1. King sagt:

    Ursprünglich sollte eine Podiumsdiskussion mit Kardinal Gerhard Müller in der Bochumer St.-Elisabeth-Kirche stattfinden. Nach Widerstand wird die Veranstaltung in die Alte Lohnhalle Wattenscheid verlegt. Kurienkardinal Müller besucht im Rahmen einer Vortragsreise derzeit Nordrhein-Westfalen. Am 6. November erörtert er abends mit Gloria von Thurn und Taxis Wege zum Glauben und den gegenwärtigen Herausforderungen der Weltkirche.

    https://www.domradio.de/themen/bist%C3%BCmer/2019-11-06/da-haben-wir-die-reissleine-gezogen-verwirrungen-um-auftritt-von-kardinal-mueller-und-fuerstin

  2. Wiedemann sagt:

    Beide Seiten müssen Meinungen vertragen können. Müller hat ja sonst auch keine Probleme massiv in der Öffentlichkeit aufzutreten und seine Erkenntnisse zu verbreiten. Wenn ich höre, dass er zusammen mit Gloria von Thurn und Taxis eine Büchervorstellung macht und der Eintritt dafür 15 Euro beträgt, ist Kritik angebracht.

  3. Bär sagt:

    In seiner Zeit als Bischof von Regensburg hat Gerhard Müller den Diözesanrat abgeschafft und die Zuständigkeit der Pfarrgemeinderäte einzig und allein auf den beratenden Teil eingrenzen wollen. Insgesamt also eine Visitenkarte für einen Menschen, der die Laien möglichst beschneiden und begrenzen möchte…

    Wenn Kardinal Müller aktiv zu einem Besuch in die JVA Bochum eingeladen wurde, wäre spannend zu erfahren gewesen, wie der Kardinal die Arbeit eines Laien (der Kollege ist ja Pastoralreferent) bewertet und wie die weitreichende Kompetenz unseres Kollegen von ihm wertgeschätzt worden ist.

    Der zweite Artikel ist eine sinnvolle Ergänzung, um das Bild des Kardinals zu vervollständigen, denn von seiner pastoralen Haltung kommt aus dem Besuchsbericht nichts herüber.

  4. Zimmer sagt:

    Warum kann man nicht einfach positv stehen lassen und anerkennen, was der Kardinal für die Gefangenen getan hat. Es braucht trotzdem nicht jeder Müller gut zu finden. Reflexartig kommen immer so Dinge, was man über Müller schreibt. Zunächst vertritt Müller das, was in Schrift und Weltkatechismus steht. Das normal Katholische. Rechts von ihm ist traditionalistisch. Von den Piusbrüdern verlangt er uneingeschränkte Anerkennung des Zweiten Vatikanums. Er ist auch für kirchliche Reformen, vielleicht andere, als einige wünschen. Im syndalen Prozess darf ja wohl seine Stimme nicht verboten sein. Seine Kritik an Papst Franziskus ist vergleichsweise behutsam, jedenfalls viel viel behutsamer, als alle etwa Benedikt XVI kritisierten. Und wenn er etwas sagt, begründet er es. Im Gegenteil, er ist sogar sehr papsttreu, wiewohl er vielleicht nicht alles gut findet, was Franzikus macht, der ja auch nicht unkritisierbar ist.

  5. King sagt:

    Kardinal Gerhard Ludwig Müller (71) spricht in ungewöhnlich scharfer Form gegen kirchliche Reformprozesse. In einem Beitrag schreibt der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation: „Der so genannte synodale Weg des kirchlichen Establishments in Deutschland zielt auf eine weitere Verweltlichung der Kirche.“ Zudem werde er, vernetzt mit der Amazonas-Synode, „als Hebel zum Umbau der Weltkirche angesetzt“.

    „Die Selbstsäkularisierung der Kirche ist nicht der erste Schritt ihrer Modernisierung, sondern der letzte vor ihrer Selbstabschaffung”, schreibt er in seinem neuen Buch „Römische Begegnungen“. Im Buch äußert Müller an vielen Stellen scharfe Kritik an Papst Franziskus. Der deutsche Kardinal wirft dem Vatikan Machtklüngel und dem Kirchenoberhaupt Effekthascherei vor. Die Kirche müsse “arm und dienend, einfach aber auffällig barmherzig sein”, schreibt Müller.

    Die vom Papst angestrebten Reformen in der Kirche könne es nur “als Erneuerung in Christus” geben, mahnt der 71 Jahre alte Theologe: “Papst und Bischöfe müssen sich an ihm und nicht an den Meinungen der Massen-Medien orientieren. „Mehr Glaube und Zeugnis, weniger Politik, Intrigen und Machtspiele seien das Gebot der Stunde“, so der Kardinal.

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