parallax background

Richtlinien für den Umgang mit Corona in Gefängnissen

Wasserrationierung in brasilianischen Gefängnissen
26. März 2020
Im Gefängnis heimlich auf Toilettenpapier geschrieben
27. März 2020

Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch das European Committee for the Prevention of Torture and Inhuman or Degrading Treatment or Punishment (CPT) haben Richtlinien veröffentlicht, wie mit dem Corona-Virus in Gefängnissen umgegangen werden soll. Es sind Informationen in englischer Sprache für Bedienstete, wie einer Infektion vorgebeugt werden kann und Maßnahmen, die zu ergreifen sind, wenn Gefangene sich infiziert haben.

Freiheitsentzugsbedürftige, wie Menschen in Haftanstalten, sind anfälliger für den Ausbruch der Coronavirus-Krankheit. Sie müssen über einen längeren Zeitraum zusammenleben. Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass die Infektionen und deren Ausbreitung bei Menschen in unmittelbarer Nähe verstärkt wird. Die Gesundheit der Menschen im Gefängnis muss daher weithin als öffentliche Gesundheit angesehen werden. Die Antwort auf COVID-19 in Gefängnissen und anderen Haftanstalten ist besonders schwierig. Es braucht einen gesamtstaatlichen und gesamtgesellschaftlichen Ansatz:

COVID-19-in-prisons
WHO Richtlinien in englischer Sprache (Stand: 15.3.2020)
2020-COVID19 DE.docx
Grundsatzerklärung CPT in deutscher Sprache
  1. Die weit verbreitete Übertragung eines infektiösen Erregers, der die Allgemeinheit betrifft, stellt eine Bedrohung mit der Einführung des Infekts in Gefängnisse dar. Das Risiko einer raschen zunehmende Übertragung der Krankheit in Gefängnissen hat eine verstärkende Wirkung auf die Epidemie, wodurch sich die Zahl der Betroffenen rasch vervielfacht.
  2. Die Bemühungen zur Bekämpfung von COVID-19 in der Gemeinschaft werden wahrscheinlich scheitern, wenn eine starke Infektionsprävention und -kontrolle und angemessene Tests in Gefängnissen nicht durchgeführt werden.
  3. In vielen Ländern liegt die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung beim Ministerium für Justiz. Die Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Justizsektoren sind von größter Bedeutung, wenn die Gesundheit der Menschen in Gefängnissen geschützt werden soll.
  4. Personen in Gefängnissen sind bereits ihrer Freiheit entzogen und es werden ihnen weitere restriktive Maßnahmen durch die Coronapandemie auferlegt.

 

 

1 Kommentar

  1. Thünemann sagt:

    Mein Kalender ist Makulatur

    „Ohne meinen Anwalt sage ich nichts!“ Und damit meine ich meinen Kalender, wenn es um Terminabsprachen geht. Das war vor Corona. Nun schaue ich oft tagelang nicht mehr nach dem, was ich vor Wochen bereits in ihm notiert hatte. Selbst die perforierten Ecken sind nicht mehr abgerissen. Mein Kalender ist Makulatur. Er dokumentiert nur noch die Fülle der abgesagten Termine. Und dabei gehen mir ein Satz nicht mehr aus dem Kopf, von Blase Pascal: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, dann erzähl ihm deine Pläne.

    Ich gebe zu, dieser Satz hat eine zynische Note in der momentan doch etwas unorganisierten Diskussion um die Rückkehr zum Alltag. Andererseits bekommt eine Binsenweisheit eine neue Dringlichkeit für unser gewohntes Leben mit all den Terminen und Planungen (Sprüche 16, 9): Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt. … Ich darf gespannt sein, wohin der Weg uns führt. Oder: Ohne meinen Anwalt bin ich auch ein ganzes Stück befreit. Und diese Freiheit vertraue ich Gott an, ohne gleich wieder Pläne zu schmieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.