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Gefangene produzieren Mund-Nasen-Masken

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Gefängnisse in einigen Bundesländern beteiligen sich mit Inhaftierten an der Produktion von Behelfsmasken. Dazu haben Nähereien in den JVA´en ihre Abläufe geändert und Nähmaschinen umgerüstet. Die Gefangenen arbeiten in Serienproduktion. Sie tun damit etwas für die Gesellschaft. Es werden Stoffmasken ohne Filter produziert, die in Seniorenheimen für die Pflege wichtig sind.

Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza sagt: „Auch Gefangene wollen etwas tun, um in dieser Krise ihren Beitrag zu leisten. Das Nähen von Schutzmasken ist eine gute Gelegenheit. Der Justizvollzug hat die Möglichkeiten und das wollen wir auch nutzen. Mich macht es stolz zu sehen, mit welchem Engagement in den Betrieben des Justizvollzugs gearbeitet wird.“  Die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta hat für die Produktion eigens einen Nähsaal eingerichtet. Die Fertigung der Masken erfolgt im Auftrag der Caritas. Bei bester Auslastung können hier bis zu 15 Gefangene an der Produktion arbeiten, 470 Meter geeigneter Stoff wurden bereits geliefert. Die notwendigen Abstände bei den Arbeitsprozessen sind natürlich gewahrt. Die Abgabe und der Verkauf erfolgen anschließend über die Caritas an Krankenhäuser, Kliniken und Arztpraxen.

In der Justizvollzugsanstalt Uelzen sollen ebenfalls Masken genäht werden. Die JVA Uelzen wird dazu eine Kooperation mit einem Zulieferer der Medizinischen Hochschule Hannover eingehen. In diesen Prozess wird voraussichtlich auch die JVA Sehnde eingebunden, die durch die zertifizierte Wäscherei die Hygienebedingungen für die Reinigung und Desinfizierung der Masken übernehmen kann.

Auch in den Gefängnissen in Mecklenburg-Vorpommern sollen 20 Inhaftierte Atemschutzmasken nähen. In der größten Justizvollzugsanstalt des Landes in Bützow laufen bereits erste Nähmaschinen, wie das Justizministerium in Schwerin mitteilt. „Ziel ist es zunächst, so viele Atemmasken zu haben, dass alle Bediensteten und alle Gefangenen damit ausgestattet werden können, so dass der Bestand an gekauften Atemschutzmasken geschont werden kann”, sagte Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU). Es werde geprüft, ob darüber hinaus naheliegende Seniorenheime mit den Masken versorgt werden könnten.

Auch in der JVA Burg in Sachsen-Anhalt werden für das Johanniter Krankenhaus in Stendal Atemschutzmasken hergestellt. Neben der JVA Burg sind die Lebenshilfe Osterburg und die Schneiderei des Theaters der Altmark dabei, im Auftrag des Krankenhauses Masken zu fertigen. In den Berliner Männer-Gefängnissen Tegel und Moabit laufe die Herstellung einfacher Stoffmasken ohne Filter an. Die Gefangenen hätten bislang Kissen oder Kuscheltiere genäht. Einen einfachen Mund-Nasen-Schutz nähen immer mehr Menschen selbst.

 

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