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Gefängnisseelsorge nicht mehr selbstverständlich

Erinnerungskultur für die Gegenwart auf der Spur
17. Oktober 2018

Unter dem Titel “Anders Sein am Anders Ort” fand in Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen am Rhein die einwöchige Studientagung der “Katholischen Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V.” statt. Dabei beschäftigten sich die MitarbeiterInnen in Vorträgen und Workshops mit ihrem Profil als SeelsorgerIn im Justizvollzug.

Justizminister betont “Notwendigkeit”

Der Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz, Herbert Mertin (FDP), betonte in seinem Grußwort zur Eröffnung der Tagung die Wichtigkeit der Arbeit von SeelsorgerInnen im Justizvollzug. Es sei “eine Notwendigkeit”, dass SeelsorgerInnen vor Ort präsent sind und ihren Blickwinkel einbringen. Angesichts der veränderten Anforderungen an die Berufsgruppe der kirchlichen MitarbeiterInnen und “ihren Freiheiten” im Vollzug haben sie einen klaren Auftrag. Mittels Vorträge und durch Workshops setzten sich die aus allen Bundesländern und aus dem Fürstentum Lichtenstein sowie den Niederlanden vertretenden GefängnisseelsorgerInnen mit dem Thema „Anderssein am Anders Ort“ auseinander und suchten eine Standortbestimmung. „In einer immer weiter voranschreitenden Säkularisierung unserer Gesellschaft ist Gefängnisseelsorge keine Selbstverständlichkeit mehr und wird immer wieder kritisch angefragt. Darum ist es wichtig, Auskunft darüber zu geben, warum Kirche Seelsorge betreibt und was darunter zu verstehen ist.“, so der Vorsitzende Heinz-Bernd Wolters. Die Kirchen haben in den vergangenen Jahrzehnten für die Seelsorge Standards erarbeitet und die Qualifikation immer weiter entwickelt. Diese gelte es nach außen hin zu benennen. In den Workshops, wurden rechtliche, soziale, spirituelle und biblische Aspekte der Tätigkeit beleuchtet Neben den Arbeitseinheiten war der kollegiale Austausch unter den 65 Teilnehmern ein wichtiger Aspekt der Studientagung.

Gastgeber Bistum Speyer

Das Bistum Speyer als Gastgeber präsentierte sich mit einer Weinprobe und Pfälzer Buffet am Montagabend und einem Ausflug nach Speyer am Donnerstagnachmittag. Domkapitular Vogelgesang überbrachte bei der Eröffnung am Montag ein Grußwort des Bistums und feierte am Mittwochabend den Gottesdienst mit den TeilnehmerInnen. Die musikalische Untermalung des Gottesdienstes übernahm die Band „Die Grusicals“, die jährlich einen Gottesdienst in der JVA Frankenthal musikalisch gestaltet. Auch die Feier einer Vesper mit Generalvikar Andreas Sturm in der Kirche St. Bernhard in Speyer stand auf dem Programm. In seiner Predigt zollte er den Seelsorgern Respekt für ihren Dienst in den Gefängnissen und an den Tätern: „Vieles, was sie hören und über Taten erfahren, ist fast unerträglich und Ihnen gelingt es, dennoch im Gefangenen dem geliebten Kind Gottes zu begegnen.“

Michael King, JVA Herford | Manfred Heitz, JVA Frankenthal

Programm 2018

 

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