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Am Dienstort der JVA schnell und direkt testen lassen

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Der baden-württembergische Minister für Justiz und Europa, Guido Wolf (CDU), sagt nicht ohne Stolz: „Das CoVLAB Baden-Württemberg hat seinen ersten Praxistest erfolgreich bestanden. Wir freuen uns, dass alle Testergebnisse negativ waren.“ Die von der Baden-Württemberg Stiftung gemeinsam mit den medizinisch- diagnostischen Instituten an der Universitätsmedizin Mannheim entwickelte mobile Corona-Teststation CoVLAB hat ihre Testphase an den Justizvollzugsanstalten Bruchsal und Mannheim abgeschlossen.

Seit der Eröffnung Ende Juli kam das CoVLAB in den Justizvollzugsanstalten Mannheim und Bruchsal zum Einsatz, in denen insgesamt 242 MitarbeiterInnen freiwillig auf akute Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus getestet wurden. Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf sagte: „Das CoVLAB Baden- Württemberg hat seinen ersten Praxistest erfolgreich bestanden. Die mobile Corona-Teststation wird nun in den Regeleinsatzbetrieb starten und den Bediensteten in den Justizvollzugsanstalten im Land die Möglichkeit geben, sich schnell und direkt vor Ort testen zu lassen.“

Dazu zählen zum Beispiel Alten- und Pflegeheime oder Justizvollzugsanstalten. Da hier viele Menschen dauerhaft zusammen untergebracht sind, kann sich eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 potenziell schnell verbreiten und besonders verheerend auswirken. Die Idee von CoVLAB ist, Reihentests beim Personal und gegebenenfalls den Bewohnern dieser Einrichtungen durchzuführen, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

„Justizvollzugsanstalten gehören zu den besonders sensiblen Einrichtungen, die durch einen Infektionsausbruch empfindlich getroffen werden könnten“, sagt Justizminister Guido Wolf. „Die zur Verfügung stehenden Raumkapazitäten sind begrenzt, konsequentes Abstandwahren ist kaum möglich. Entscheidend ist deshalb, dass wir effektive Maßnahmen ergreifen, um zu vermeiden, dass das Virus überhaupt in die Anstalt hineingelangt. Zu diesem Zweck wurden in allen Haftanstalten bereits Zugangsabteilungen eingerichtet, in denen neu aufgenommene Gefangene zunächst isoliert untergebracht werden. Mit der mobilen Corona-Teststation haben wir nun auch die Möglichkeit, die Bediensteten einer Anstalt schnell und direkt vor Ort testen zu lassen. Für die schnelle Umsetzung dieses Projekts bin ich der Baden-Württemberg Stiftung sehr dankbar.“

„Unsere KollegInnen in den Justizvollzugsanstalten arbeiten in einem system- und sicherheitsrelevanten Bereich der Landesverwaltung“, ergänzt der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Alexander Schmid. „Als hoch spezialisierte Arbeitskräfte wären sie im Krankheitsfall nur sehr schwer zu ersetzen. Zudem liegt uns natürlich der Schutz der Gesundheit von Personal und Inhaftierten angesichts der Corona-Situation am Herzen. Daher begrüßen wir den Einsatz des CoVLAB an den Justizvollzugsanstalten in Baden-Württemberg.“

Hintergrund

Unter hohem Medieninteresse war das einzigartige, speziell für die SARS-CoV-2- Diagnostik entwickelte Konzept vorgestellt worden. Das CoVLAB kann potenziell gefährdete Brennpunkte in Baden-Württemberg ansteuern und dort Reihentests auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchführen. In Kooperation mit dem Ministerium der Justiz und für Europa wird das mobile Testlabor an den Justizvollzugsanstalten im Land eingesetzt. CoVLAB besteht aus einem Modul zur Probenentnahme und einem Sicherheitslabor.

Das Projekt wurde speziell für Testungen auf eine SARS-CoV-2-Infektion entwickelt. Das Labor ist in ein 40-Tonner-Sattelaufliegerfahrzeug integriert und kann daher schnell und flexibel dort zum Einsatz kommen, wo der größte Bedarf an Testungen besteht. Das Labor entspricht Schutzstufe 2 der deutschen Biostoffverordnung und ermöglicht es, vor Ort mehrere hundert Personen an einem Tag zu testen. Von der Probenentnahme bis zur Labor-Analyse sind es nur ein paar Schritte. Das spart Zeit, vermeidet Transporte und erhöht die Proben- und Ergebnisqualität deutlich.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier...

 

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