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Menschen mit HIV/AIDS nicht am Rande lassen

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Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember rufen der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), und der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), zu Solidarität und Mitgefühl mit HIV-infizierten und AIDS-kranken Menschen auf. In den letzten Jahrzehnten gab es große Erfolge bei der Vorbeugung und Behandlung von HIV/AIDS. Diskriminierung und Ausgrenzung bestehen aber weiterhin.

„Weltweit leben etwa 39,7 Millionen Menschen mit HIV. Ungeachtet der medizinischen Fortschritte im Kampf gegen die Immunkrankheit gehört AIDS weiterhin zu den bedrohlichsten Infektionskrankheiten unserer Zeit. In vielen Weltgegenden steigt die Zahl der Neuinfektionen sogar weiter an. Viele Menschen haben keinen Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten.“ In den letzten Jahrzehnten wurden Erfolge bei der Vorbeugung und Behandlung von HIV/AIDS erzielt. Die Weltgemeinschaft muss noch stärker zusammenarbeiten, um die Pandemie zu besiegen.

Der Kirche komme dabei eine wichtige Rolle zu, betont Erzbischof Schick: „In vielen Ländern des globalen Südens steht die Kirche als tragende Säule des Gesundheitssystems mit ihren Krankhäusern und Gesundheitsstationen im Dienste der HIV- und AIDS-Patienten. Medizinische Betreuung allein reicht jedoch nicht aus. HIV-Infizierte und ihre Angehörigen erleiden oftmals gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung. Unser Auftrag ist es daher, den Menschen mit HIV/AIDS und den Angehörigen auch spirituell, pastoral und sozial beizustehen.“ So folge die Kirche Christus, der sich in besonderer Weise der Kranken angenommen habe.

Bischof Bode äußert sich besorgt angesichts der Entwicklungen in Deutschland: „In unserem Land leben rund 90.000 Menschen mit HIV/AIDS. Man darf sich die Lage nicht schönreden! Die Zahl der Infektionen ist insbesondere unter jungen Menschen erschreckend hoch. Mehr noch: Untersuchungen zufolge wissen 11.600 Menschen in Deutschland nichts von ihrer Infektion. Aufklärung, Sensibilisierung und eine umfassende Seelsorge sind daher unverzichtbar im Kampf gegen HIV.“ Wir sollten wachsam sein für die individuellen Sorgen und Nöte der Betroffenen und ihrer Angehörigen, mahnt Bischof Bode: „Die Kirche als ,Heilsgemeinschaft‘ will für Menschen mit HIV/AIDS Heimat sein, in der sie Zuspruch und Zuwendung erfahren. Es ist unsere Pflicht, Betroffene niemals allein und am Rande stehen zu lassen“, so Bischof Bode.

Hintergrund

Der Welt-AIDS-Tag wird auf Initiative der Vereinten Nationen seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen. Weltweit wird so zu einer stärkeren Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken aufgerufen. – Im kommenden Frühjahr (15.–17. April 2020) veranstaltet die Deutsche Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit dem Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) in Harare (Zimbabwe) einen Workshop zum Thema „Geschlechtsspezifische Risiken der HIV/AIDS-Epidemie in Afrika und ihre Bedeutung für die Pastoral“. Daran werden auch Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz) und Weihbischof Dr. Johannes Bündgens (Aachen) teilnehmen.

 

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