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Für einen Tag in die Rolle eines Gebäudereinigers

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Pater Nikodemus bei der Toilettenreinigung eines Büros, einem Job, den niemand gerne freiwillig macht. Er fühlt dieser gesellschaftlich aberkannten Tätigkeit nach. Foto: ZDF, Marcus Kablitz.

Wenn für viele Menschen der Arbeitstag beginnt, ist für sie die Arbeit schon getan: Putzkolonnen, die die Bürohäuser in den frühen Morgenstunden reinigen, bevor die Angestellten kommen. Pater Nikodemus Schnabel begleitet in seiner ZDF-Sendung “Ein guter Grund zu feiern” an Allerheiligen einen Tag lang Gebäudereiniger – Helfer, die für Sauberkeit und Ordnung sorgen, deren Gesichter aber nur wenige kennen. Und das an einem Feiertag. Feiertage sind Unterbrechungen des Alltags. Sie schaffen Raum zum Innehalten und um über Grundsätzliches nachzudenken und den Horizont zu erweitern. 

Viele nutzen die Feiertage einfach für Ausflüge, und ganz in diesem Sinne macht sich der Benediktinerpater Nikodemus Schnabel auf den Weg. Seine Feiertags-Ausflüge führen ihn zu außergewöhnlichen Menschen, in herausfordernde Situationen oder lassen ihn hinter die Kulissen und Mauern blicken. Dahin, wo sonst selten jemand hinschaut. Alles kann zu einem Spiegel für das Leben und die Seele werden. So versucht sich der Klostermann als Gebäudereiniger. In Corona Zeiten ist Hygiene besonders gefragt.

Die Heiligen der Jetztzeit

Pater Nikodemus begleitet für einen Tag Gebäudereiniger, die versteckten Helfer, die für Sauberkeit und Ordnung sorgen, deren Gesichter aber die wenigsten kennen. Nikodemus, ein Schreibtischarbeiter, lernt Menschen und ihre ganz andere Arbeit kennen. Sie sind auch Helden des Alltags. Und damit passt der Ausflug von Pater Nikodemus in die Arbeitswelt ganz gut zum Fest Allerheiligen. An diesem Tag gedenkt die katholische Kirche der Heiligen. In den vergangenen Jahren kamen dabei auch immer mehr die Heiligen der Jetztzeit in den Blick, die kleinen und großen Heiligen des Alltags.

Nach einer kurzen fachlichen Einführung versucht Pater Nikodemus beim Reinigen der Fußböden und des Mobiliars mitzuhalten. Doch der Zeitdruck und die körperliche Anstrengung zehren an den Kräften und machen Nikodemus nachdenklich: In diesem Handwerk leisten Menschen täglich harte Arbeit, die sehr schnell nicht mehr sichtbar ist. Oftmals wird die Arbeit auch gar nicht wahrgenommen, da sie erbracht wird, wenn die Gebäude leer sind. Und obwohl auch die Corona-Pandemie wieder gezeigt hat, wie systemrelevant dieser Beruf ist, spiegelt sich das in der gesellschaftlichen Wertschätzung und der Bezahlung des Berufsstandes oftmals nicht wider.

Routine am Schreibtisch

Auch in der christlichen Tradition wurde lange Zeit das kontemplative Leben dem aktiven Leben vorgezogen. Heute hingegen ist klar, nur eine Verbindung von “ora et labora”, von beten und arbeiten, vom Geistigen und vom Praktischen, kann Ausdruck eines erfüllten Lebens sein. Für Nikodemus ein Anlass, auch seine Angewohnheiten nochmals kritisch zu hinterfragen – verbringt er doch selbst den Großteil seines Arbeitstages ausschließlich am Schreibtisch. “Wir haben unsere Routine morgens, mittags, abends, mit Freunden, der Arbeit. Der Feiertag ist da so ein Bremsklotz im Leben, aber ein positiver Bremsklotz: So, jetzt mal raus aus der normalen Routine, raus aus dem Hamsterrad und einen Vorgeschmack bekommen von dem, was Mensch sein ist. Eigentlich auch ein Vorgeschmack vom Paradies, da bricht der Himmel schon mal in den Alltag hinein”, sagt der Benediktinermönch, der in Jerusalem lebt. Seine Feiertagsausflüge führen Pater Nikodemus immer wieder zu außergewöhnlichen Menschen in herausfordernden Situationen und geben Anlass, sich Gedanken über das Leben zu machen. An Allerheiligen gedenkt die katholische Kirche der Heiligen. In den vergangenen Jahren kamen dabei auch immer mehr die Heiligen der Jetztzeit in den Blick, die kleinen und großen Helden des Alltags.

Sendung: Ein guter Grund zu feiern

 

 

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