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Beim Impfen ungewöhnliche Wege gehen

Quarantäne und Isolierung in der JVA während der Pandemie
4. Juli 2021

Die Impfaktion für Gefangene weitet sich aus. Es werden nun auch flächendeckend Impfangebote für Inhaftierte im geschlossenen Vollzug gemacht. Entweder wird dies mit mobilen Impfteams des Impfzentrums oder mit dem eigenen Krankenpflegedienst vor Ort durchgeführt. Ob mit den Impfungen Lockerungen in Bezug auf den Besuch oder Ausgängen verbunden werden, ist offen. Die Impfqoute bei Gefangenen ist bei bei ca. 60 % anzusiedeln. Bei Bediensteten dürfte diese bei 90 % liegen.

Mögliche Lockerungen für Gefangenen beim Besuch in der JVA erscheinen derzeit vor dem Hintergrund steigender Inzidenzahlen, einer geringen Impfquote bei den Gefangenen, einer kritischen Haltung der Angehörigen zu dem Thema „Impfen“, der nicht kompletten Durchimpfung der Mitarbeiterschaft und dem mit hohem Aufwand verbundenen Rückbau des Besuchsbereiches aktuell nicht vertretbar. Ein erster Teil von Gefangenen ist nach Prioritätenliste mit dem Einmalimpfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden. Jetzt ist der Impfstoff freigegeben. So konnten sich im Jugendvollzug an zwei ersten Terminen die jugendlichen Gefangenen impfen lassen. Der zweite Termin mit dem Impfstoff BionTech wird über ein mobiles Impfteam in 4 bis 5 Wochen angeboten. Verwirrung gab es, als sich minderjährige Inhaftierte zwar impfen wollten, dazu aber nicht die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters (Vormundschaft) bekommen konnten. Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt es derzeit keine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren. Die Impfung ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz der zu impfenden Person bzw. deren Sorgeberechtigten möglich.

Außergwöhnliche Idee

Eine ganz andere Idee unter dem Motto “Wir können das Virus nicht einsperren, aber das Virus aussperren” gibt es im nordrhein-westfälischen Castrop-Rauxel. In Zusammenarbeit mit der Stadt Castrop- Rauxel, dem Stadteilverein „Mein Ickern e.V.“ und einer ortsansässigen Hausarztpraxis kann sich jede impfwillige Person des Offenen Vollzuges und von draußen über 16 Jahre während der Marktzeit im Gefangenen-Transportomnibus impfen lassen. Alle Beteiligten hoffen, damit ein attraktives Impfangebot zu machen, das viele bisher unentschlossene oder Umstände scheuende Bürgerinnen anspricht. Das Werbeplakat hierzu enthält sechs Fremdsprachen, damit auch mögliche Sprachbarrieren kein Hindernis sind. Der Bürgermeister der Stadt, Rajko Kravanja, wird während der Aktion vor Ort sein und seine Bürgersprechstunde anbieten. Für Zerstreuung während der regelmäßig einzuhaltenden Wartezeit von 15 Minuten nach der Impfung ist ebenfalls gesorgt: es gibt einen Imbiss und Getränke, begleitet mit Musik der örtlichen Musikschule.

 

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