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Ausbruch eines Inhaftierten aus der JVA Bochum

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Einem 42-jährigen Serben, der noch bis 2021 eine mehrjährige Freiheitsstrafe u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung zu verbüßen hatte, gelang der Ausbruch aus der JVA Bochum (Krümmende). Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hat der Gefangene Teile von Sportgeräten genutzt, um die fünf Meter hohe Umwehrung samt Mauerkronensicherung zu überwinden. Bei seinem Vorhaben kam ihm zustatten, dass er als Hilfskraft im Sportbereich eine Vertrauensstellung innehatte.

Solange es Gefängnisse gibt, solange gibt es auch Ausbrüche. Diese sind in den zurückliegenden Jahren in den nordrhein-westfälischen Vollzugseinrichtungen allerdings stark rückläufig, weil erheblich in die Absicherung der Anstalten investiert worden ist. Noch vor wenigen Jahrzehnten lagen die Ausbruchzahlen um eine Vielfaches höher als gegenwärtig. Seinerzeit wusste man um die technischen Mängel der Bausubstanz und um den zu geringen Personaleinsatz und nahm solche Ereignisse hin.

Zwischenzeitlich hat sich zwar die Bausubstanz unter sicherheitstechnischen Erwägungen gebessert, die Zahl der Vollzugsbediensteten ist jedoch nicht aufgabenangemessen erhöht worden. Erst nach der Übernahme des Justizressorts durch Minister Peter Biesenbach (CDU) sind die Personalstellen erhöht worden. Doch diese Stellen und der jährliche Ersatzbedarf wollen erst einmal besetzt sein. Schließlich macht sich auch ihm Vollzug ein bedeutsamer Mangel an geeigneten BewerberInnen bemerkbar.

Die Flucht scheint vor allem deshalb möglich gewesen zu sein, weil sämtliche Überwachungskanzeln der Haftanstalt derzeit nicht besetzt sind. Dort läuft aktuell eine Asbestsanierung. Vom Dach eines Vorbaus der Turnhalle sprang der Gefangene auf den Sportplatz. Dort hatte er sorgfältig in einem Container für Sportgeräte seine Stangenkonstruktion versteckt. An der Spitze der Stangen befestigte er eine Kunststoffmatte, mit der eigentlich der Aschenplatz abgezogen wird. Die legte er mit den Stangen auf den messerscharfen Draht auf der Mauerkrone. Um sich nicht zu verletzen, legte er noch eine blaue Decke über die Mauer. Von dort sprang er fünf Meter tief in die Freiheit.

Friedhelm Sanker bsbd.nrw

 

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