Sechszehn Jahre, einen Monat und, genau gesagt, sechszehn Tage war Marian Janke als Pfarrer hinter Gittern im Jugendvollzug der Justizvollzugsanstalt Heinsberg tätig. Im Jahr 2010 ging Janke in den Ruhestand. Er wirkte danach weiter in der Kirchengemeinde Heilig Geist in Eschweiler-Süd, einer Fusion aus bisher fünf selbstständigen Gemeinden. Jetzt ist Marian Janke sechszehn Jahre nach seinem Dienst in der Gefängnisseelsorge am 15. Januar 2026 gestorben.
Janke war ein streitbarer Theologe. Im Jugendvollzug der JVA Heinsberg galt er als einer, der Konflikte einging und sie beharrlich aushielt. Bis zuletzt vor seiner Pensionierung 2010. Er setzte sich für die jugendlichen Inhaftierten ein. Mit all seinen Konsequenzen. Man mag darüber streiten wollen, doch sein Blick war an die jungen Menschen am Rande gerichtet. Viele Jahre war er Vorsitzender der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Jugendvollzug. Hier brachte Janke seine Kompetenz ein und ermutigte die jungen und neuen KollegInnen zu Zivilcourage im Dienst des Jugendvollzuges. Seine unkonventionellen Wege galten oft als systemübergreifend. Doch er ging seinen Weg und orientierte sich auf seine Freiheiten als Gefängnisseelsorger im System des Vollzuges.
Setzte sich für Menschen ein
Die katholische Pfarrgemeinde der Heiligen Zwölf Apostel und besonders die ehemalige Kirchengemeinde Heilig Geist trauern um ihren plötzlich und unerwartet verstorbenen Priester Marian Janke. Mit großer Betroffenheit nehmen sie Abschied von einem engagierten Seelsorger, der das kirchliche Leben in Eschweiler über viele Jahre seit 2010 hinweg maßgeblich geprägt hat. „Marian Janke war ein hingebungsvoller Priester, dem die Menschen ebenso am Herzen lagen wie der christliche Glaube, den er überzeugend und authentisch lebte. Besonders in den sozialen Fragen zeigte sich sein seelsorgliches Wirken: Er setzte sich mit Weitblick und Entschlossenheit für Menschen in prekären Lebenssituationen ein. Für ihn war Kirche stets ein Ort der persönlichen Zuwendung, der aktiven Solidarität und der konkreten Hilfe“, so der Wortlaut des Nachrufes der Katholischen Kirche Eschweiler.
Begegnen mit Respekt
In seiner seelsorglichen Arbeit verstand er es, Tradition und Gegenwart miteinander zu verbinden. Gerade in Fragen des katholischen Glaubens, der Verantwortung der Kirche und der Begleitung der Gläubigen war er ein verlässlicher Ansprechpartner, der Orientierung gab und zum Dialog ermutigte. Seine Nähe zu den Menschen, seine Offenheit und seine Bereitschaft zuzuhören schätzten nicht nur Bedienstete und Inhaftierte. Ob in Gottesdiensten, Gesprächen oder im alltäglichen Miteinander – Marian Janke begegnete den Menschen mit Respekt, Wärme und Ernsthaftigkeit. Sein Wirken war geprägt von Pflichtbewusstsein, Glaubenstreue und einem tiefen Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft. Mit seinem Tod verliert die Katholische Kirche in Eschweiler einen engagierten Priester und die Menschen einen Seelsorger, der dauerhafte Spuren hinterlassen hat. Sein Einsatz und sein Wirken werden in dankbarer Erinnerung bleiben. „Als Gläubige vertrauen wir darauf, dass Gott ihn nun in sein ewiges Reich aufgenommen hat. Unser Mitgefühl und unsere Gebete gelten allen, die ihm nahestanden und um ihn trauern“, teilt der Text im Nachruf der Katholischen Kirche Eschweiler mit.
Quelle: Katholische Kirche Eschweiler







1 Rückmeldung
Marian Janke habe ich selbst in meiner Zeit als Seelsorger an der JVA Ebrach noch kennenlernen dürfen, als es damals eine Arbeitsgemeinschaft Jugendvollzug in Loccum gab (das muss 2004 gewesen sein). Damals leitete er die Arbeitsgemeinschaft und ich habe ihn als einen sehr umsichtigen Menschen in Erinnerung. Möge er jetzt für seine Mühen und sein Engagement in der Ewigkeit um ein Vielfaches das geschenkt bekommen, was er zu Lebzeiten anderen geschenkt hat!