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Der Tag des Gefangenen im Bistum Mainz

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Kann man Gott im Gefängnis begegnen?
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Seit dem Heiligen Jahr 2000 wird am zweiten Sonntag im Juli mit dem Tag der Gefangenen in allen Gemeinden des Bistums Mainz auf Jugendliche, Frauen und Männer im Gefängnis aufmerksam gemacht. Nicht nur als Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen, die straffällig geworden sind, auch als Erinnerung, dass Schuld zu jedem Leben dazu gehört. Mitten in den Gefängnissen lebt Kirche.

Ein Gottesdienst anlässlich des Tages der Gefangenen kann uns dann tatsächlich mit unserem Gott Mauern überspringen lassen (Psalm 18,30), vor allem Mauern in unseren Köpfen. Die Kollekte in allen Gottesdiensten wird für die Gefängnisseelsorge des Bistums Mainz eingesetzt.

Vieles trennt uns in der Realität, die Mauer um das Gefängnis herum ist das wohl auffälligste dabei. Doch auch unsere Lebensgeschichten und unsere Entscheidungen in unserem Leben – meine Entscheidungen haben mich hierher gebracht. Da ich erst hier im Gefängnis, nach vielen Umwegen, mich auf die Suche nach dem „Mehr“ in meinem Leben gemacht habe und mit der Frage nach Gott beschäftigt habe, ist vermutlich auch die Geschichte unseres Glaubens sehr verschieden.

Hier im Gefängnis ist mir klar geworden, dass ein Richter meine Taten, mein Handeln be- und manchmal auch verurteilen muss, doch ich bin nicht nur meine Straftat, ich bin der, der sie begangen hat. Wer ich aber bin, das kann nur Gott erkennen und darüber urteilen – und ich hoffe, dass er mich und mein Leben wie ein liebender und gerechter Vater anschaut, den ich nie hatte.; der aber auch Konsequenzen für meine Handeln einfordert und meine Taten, auch meine üblen, ernst nimmt. Nicht weichgespült, sondern ernstgenommen.

Aus dem Brief eines Gefangenen

 

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