GefängnisseelsorgerInnen aus den Bistümern Magdeburg und Erfurt sowie aus der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) trafen sich zur gemeinsamen Jahrestagung im Benediktiner-Kloster Huysburg bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt der Tagung standen die aktuellen Herausforderungen im Justizvollzug.
Veränderte Bedingungen
Diskutiert wurden neue Entwicklungen in den Justizvollzugsanstalten, die Auswirkungen des Personalmangels sowie die Frage, wie unter diesen Bedingungen Gefängnisseelsorge weiterhin verlässlich und zugewandt geschehen kann. Die Situation der Gefangenen selbst wurde in den Blick genommen, ebenso wie die gesellschaftliche Rolle der Gefängnisseelsorge zwischen Kirche(n) und der Öffentlichkeit. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Fortbildungsteil mit der Referentin Angela Jarski, die in Methoden des Bibliologs und des Bibliodramas einführte. Sie ist in der Stadt Bitterfeld-Wolfen geboren und studierte Soziale Arbeit in Berlin und Religionspädagogik in Freiburg/Breisgau. Seit August 2021 arbeitet sie zu 50 % als Gemeindereferentin in der Stadt Schönebeck/Calbe. Mit ihren zweiten 50 Prozent übernimmt sie als Referentin die Begleitung von Leitungsteams.
Brüche in biblischen Geschichten
Ziel der Tagung mit den GefängnisseelsorgerInnen ist es, biblische Texte mit den eigenen Lebenserfahrungen in Beziehung zu setzen. Gerade im Kontext von Inhaftierung eröffnet dieser Zugang neue Möglichkeiten: Gefangene können ihre eigenen Lebenswege, Brüche und Fragen in den biblischen Geschichten wiederentdecken und so neue Perspektiven für sich gewinnen. Brüche und verknotete Lebensgeschichten gibt es viele in der Bibel. Die Studientagung machte deutlich: Gefängnisseelsorge ist ein Dienst an den Rändern der Gesellschaft – und zugleich mitten im Leben. Sie lebt vom Austausch, von gemeinsamen Fragen und von der Kraft des Glaubens, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen, wie die im Gefängnis, tragen kann.
Christoph Tekaath | JVA Burg





