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Türen zu Gedanken, Ängsten und Hoffnungen öffnen

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Das Diözesantreffen der GefängnisseelsorgerInnen im Bistum Fulda fand im Licht der Ausstellung – „Mach die Tür auf!“ – im Bischöflichen Generalvikariat Fulda statt. Anstaltsseelsorger Diakon Dietrich Fröba hat in Zusammenarbeit mit den Häftlingen aus den Justizvollzugsanstalten Kassel I und Kassel II über viele Monate hinweg an einem Projekt gearbeitet, bei dem die Menschen hinter Gittern die Tür zu ihren Gedanken, Fragen, Ängsten und Hoffnungen künstlerisch geöffnet haben.

Die Gefangenen in den Kasseler Justizvollzugsanstalten haben ein symbolisches Bild „ihrer“ Tür gezeichnet, die für sie eine große Bedeutung hat. Oftmals stand ihnen dabei ihre Haftraumtür Modell, aber nicht nur die. Der Raum vor, aber auch hinter ihrer „Tür“ sind aufgenommen worden. Die Rahmen für diese Zeichnungen hat die Übungswerkstatt Holz der JVA Kassel I gefertigt. In einer kleinen Tür ist die Zeichnung eingeschoben. Die komplette Ausstellung, sowie die „leeren“ Türelemente können geliehen werden – um z.B. in anderen JVA´en ein ähnliches Projekt zu starten.

„Die Türen, ihre Zellentüren, sind zu! So gehört es sich für eine Haftanstalt,“ erklärt Diakon Fröba.

Die jährliche Konferenz der GefängnisseelsorgerInnen im Bistum Fulda, unter der Leitung von Referatsleiter Dr. Andreas Ruffing, reflektierte nach der Begrüßung und einem geistlichen Impuls „Du bist nicht vergessen“, über die Prozesse auf Diözesanebene als auch auf Bundes- und Landesebene. Erstmals zu dieser Sitzung eingeladen waren Frau Sarah Benkner, Gefängnisseelsorgerin in Kassel, sowie Frau Gwendolin Masché und Herr Tobias Schneider von der Caritas im Main-Kinzig-Kreis, die in der Jugendarrestanstalt Gelnhausen auf Honorarbasis arbeiten.

In der Gefängnisseelsorge spürt man, dass das traditionelle Angebot der Kirche(n) auf Mauern stößt. Diakon Fröba hat mit seinem kreativen Projekt der Seelsorge vor Ort neuen Elan gegeben. „Die Türen, ihre Zellentüren, sind zu! So gehört es sich für eine Haftanstalt,“ erklärt Diakon Fröba, „Diejenigen, die dort sitzen aber, wünschen sich natürlich nichts sehnlicher, als dass für sie die Tür aufgeht.“ In der Gesellschaft „draußen“ aber, denken leider viele Menschen in Deutschland: „Am besten zuschließen und den Schlüssel wegwerfen.“ Sowohl Diakon Fröba als auch seine Frau Sabine Fröba, die als Seelsorgerin im Kaufunger Frauenvollzug tätig ist, öffnen mit ihrer Arbeit Türen der Barmherzigkeit. Sie engagieren sich leidenschaftlich schon über Jahrzehnte und setzen sich tagtäglich für die Gefangenen in Hessen ein.

Am Ende der Tagung waren der Schwalmstädter Gefängnisseelsorger Michael Kullinat, der Kasseler Anstaltspfarrer Thomas Seifert und Diakon Dr. Meins Coetsier, Seelsorger der JVA Fulda und JVA Hünfeld, sich einig, wie wichtig es ist, mit Kreativität und Solidarität in Justizvollzugsanstalten seelsorgerische Türen zu öffnen, sowohl den Gefangenen als auch für die Bediensteten, die stundenweise hinter den geschlossenen Toren einer JVA mitgefangen sind. Diakon Coetsier betont: „In unserem säkularen Umfeld, in dem Kirchenaustritte offensichtlich zunehmen, ist es wichtig an die Ränder zu gehen, um da die Menschen aufzufangen und ihnen mit ihren Lebensfragen und ihrer Spiritualität zu begegnen. Die Ausstellung von Diakon Fröba zeigt einen Wendepunkt und die Inhaftierten in Kassel geben uns den Mut gleichfalls die inneren Türen aufzumachen!“

Gesiebte Luft

Türen auf