„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, so heißt es in dem bekannten Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert, welches meistens im Advent gesungen wird. Das Lied malt aus, wie Jesus als König vorgestellt werden könnte: „er ist gerecht“ heißt es da und er ist „ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt“. All die menschliche Not wird er zum Ende bringen und es können sich alle freuen, die diesem so anderen König begegnen.

Ein kleiner König in einem der großen Gänge der Justizvollzugsanstalt Gablingen.
Nicht nur königliche Wochen
In der Diözese Augsburg kann zurzeit mehreren Königsfiguren begegnet werden. Es sind von Diakon Ralf Knoblauch (Bonn) aus Eichenholz geschnitzte Figuren mit geschlossenen Augen und einer goldenen Krone. Sie wollen den Menschen die Botschaft vermitteln, dass jeder Mensch ein König ist und eine unverlierbare Würde hat. Im Rahmen des Projektes „Sieben Wochen königlich“ sind 15 von ihnen in der Fastenzeit an verschiedenen Orten der Stadt Augsburg unterwegs. Einer von diesen kleinen geschnitzten Königen hat den Weg bis ins Gefängnis nach Gablingen geschafft und es ist ihm gelungen, am Palmsonntag mit dem dortigen Gefängnisseelsorger Diakon Filip Bäder bei den vier Gottesdiensten mit dabei zu sein.
Nicht vergessen sein
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ haben dabei insgesamt über 132 Gefangene gesungen und sie haben sich gefreut, diesen König willkommen zu heißen. Auch wenn nicht alle Inhaftierten, die in der Justizvollzugsanstalt zum Gottesdienst kommen, katholisch sind, die Botschaft dieses Königs haben sie aufgenommen und sie sind ausgesprochen dankbar dafür, dass sie nicht vergessen sind und dass es jemanden gibt, der ihnen immer wieder sagt: „Wo immer du auch gerade bist, Du bist trotz allem ein Mensch mit einer Würde, die dir niemand nehmen kann“.
Filip Bäder | JVA Gablingen





