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Minister Dr. Benjamin Limbach zum ersten Mal in der JVA Herford

22. Mai 2026

Die ostwestfälische Justizvollzugsanstalt Herford gestaltet in der Anstaltskirche die feierliche Amtseinführung der neuen Leiterin Martina Schuchert. Dazu werden  Wochen vorher die Flure gereinigt und die Räume auf Hochglanz gebracht. Eingeladen ist der Minister der Justiz im Land Nordrhein-Westfalen Dr. Benjamin Limbach (Grüne).

Wunderschöne Anstaltskirche

In seinem Grußwort spricht der Minister der Justiz in Nordrhein-Westfalen die Geschehnisse in der JVA Euskirchen an. Dort gibt es schwere Vorwürfe gegenüber Bediensteten, die Inhaftierte für Geld aus dem Offenen Vollzug mutmaßlich Hafturlaub gewährten. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein berüchtigter Clan-Boss. Mit so genannten „Abos“ erkauften sich Häftlinge anscheinend Warnungen vor Zellen-Durchsuchungen. Dafür sollen sie jeden Monat eine Summe im dreistelligen Bereich an die beschuldigten Justizvollzugsbeamten zahlen.

Der Minister ist erschüttert, er stehe aber hinter den fast 8000 Beschäftigen im Justizvollzug, die ihren Dienst engagiert und korrekt verrichten. Er dankt ausdrücklich dem Team der neuen Anstaltsleiterin der JVA Herford für ihre Arbeit im nicht immer leichten Jugendvollzug. Es sei eine der schönsten Anstalten in Nordrhein-Westfalen. „Das Gefängnis wurde 1883 in Betrieb genommen. Man merkt dies, wenn man durch die JVA geht und auch hier besonders in der wunderschönen Anstaltskirche“, sagt der Politiker der Grünen. „Als ehemaliger Ministrant würde ich gerne einmal am Glockenseil ziehen“, scherzt er und blickt in den Chorraum mit den bunten Rosettenfenstern. Limbach ist der Sohn von Jutta Limbach, die in den Jahren 1994 bis 2002 Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes war.

Wieder befähigen aufs Rad zu kommen

Seit fast vier Jahren ist Limbach NRW-Justizminister aber noch nicht in der JVA Herford gewesen. Dies ist angesichts der insgesamt 36 Justizvollzugsanstalten im bevölkerungsreichsten Bundesland kein Wunder. „Umso mehr freue ich mich bei Ihrer Amtseinführung dabei zu sein“, führt Limbach aus. „Wir sind uns damals in der Schule für Rechtswesen begegnet“, erzählt er in seinem Grußwort. Neben dem Minister sind Gäste aus Politik und der Stadt Herford anwesend. Der Beiratsvorsitzende, Christan Obrok MdL, dankt herzlich für die Zusammenarbeit. „Der Beirat ist kein Kontrollgremium und keine Beschwerdestelle, sondern ein Bindeglied zwischen der Justizvollzugsanstalt und der Gesellschaft“, betont er.

Dass die neue Anstaltsleiterin gerne Fahrrad und Rennrad fährt, greift der Personalrat, Michael Schmalz auf. Dieses Bild führt Schuchert in ihrer Antrittsrede aus. „Mir geht es darum, junge Menschen wieder auf ein Rad zu setzen, so dass sie selbstständig weiterfahren können. Im Leben kommen da so manche Steigungen und Pflastersteine, doch es geht darum, dass es auch wieder anders werden kann“, sagt sie. Mit 17 Jahren hat sie sich im Rechtswesen beworben, war viele Jahre in der JVA Bielefeld-Brackwede tätig, bis sie Verwaltungsleiterin der JVA Detmold wurde. Seit 2022 ist sie im Jugendvollzug als stellvertretende Anstaltsleiterin tätig. Sie ist nun die Nachfolgerin von Elke Jungeblodt, die im November 2025 in den Ruhestand ging.

Kooperation mit Vollstreckungsleiterin

Unter den Gratulanten befinden sich Vollstreckungsleiterin Alea Blöhbaum vom Amtsgericht Herford, die Bürgermeisterin der Hansestadt Herford, der Landrat des gleichnamigen Landkreises sowie VertreterInnen von Polizei und der Feuerwehr. Im Gespräch mit der Richterin Blöhbaum, die seit 2007 in Herford am Amtsgericht arbeitet, sollen die Kontakte zu den Inhaftierten wieder intensiviert werden. Neben den Anhörungen will die Richterin auf Augenhöhe mit den Gefangenen kommunizieren. „Dazu gibt es jetzt einen neuen Anlauf mit der neuen Leitung“, sagt sie.  Am Ende der Feier stehen die Gäste, die Bediensteten und die Fachdienste bei Snacks beieinander und tauschen sich aus. Die gelungene Feier ist der Anlass für weitere Kooperationen, „um die Jugendlichen und jungen Menschen von 14 bis 24 Jahren trotz allen Herausforderungen und Schwierigkeiten wieder fit fürs Leben zu machen“, so ein Beiratsmitglied.

Michael King

 

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