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Les Misérables: Ein Bischof und ein „Krimineller“ an einem Tisch

6. März 2026

Der französische Erfolgsregisseur Éric Besnard wagt sich mit dem Film „Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean“ mutig an Victor Hugos Monumentalwerk. Der Film erzählt die frühen Jahre von Jean, seine Haft, seine innere Wandlung und die Begegnung mit Bischof Bienvenu, der sein Leben grundlegend verändert. Der Film ist ab 2. April 2026 bundesweit in den Kinos zu sehen.

Im Jahr 1815: Nach neunzehn Jahren harter Arbeit, Gewalt und Leid für den Diebstahl eines Brotes wird Jean Valjean aus dem Gefängnis entlassen. Erfüllt von Wut und einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit, ist er zu einem gefährlichen Mann geworden, der niemandem traut. Er irrt verzweifelt durch den Süden Frankreichs und sucht Unterschlupf in einem kleinen Dorf, wird aber immer wieder abgewiesen. Unwissentlich findet Jean Valjean Zuflucht und Gastfreundschaft im Haus von Bischof Bienvenu, der mit seiner Schwester und seiner Magd ein einfaches Leben führt. Jean Valjean ist überrascht vom herzlichen Empfang des Bischofs und seine inneren Dämonen beginnen nach und nach zu verschwinden. Doch die Rachegefühle und die Vorurteile der Dorfbewohner lassen ihn nicht los. Wird er sich dennoch zu einem anderen Menschen wandeln können? Jean Valjean steht am Scheideweg seines Lebens.

„Du Mörder…“ – Filminhalt

Ein Mann quält sich Ende Dezember 1815 durch die karge und steinige Landschaft im Süden Frankreichs. Jean Valjean (Grégory Gadebois) hat 20 Jahre im Zuchthaus eingesessen, fünf Jahre, weil er aus reiner Not Brot für die fünf hungernden Kinder seiner Schwester stahl, die restliche Zeit als Strafe für Fluchtversuche. In der Stadt angekommen, muss er sich bei den Gendarmen melden. Wie ein Geist geht er durch die Gassen, kümmert sich nicht um das Spiel der Kinder und auch nicht um das Getuschel der Leute, die bösen Blicke. Niemand kennt ihn. In der Gaststätte hockt er in einer Ecke, während an den anderen Tischen die Gäste essen und trinken. Der Kellner verweist ihn aus dem Lokal, verwehrt ihm auch einen Schlafplatz im Stall, schlägt dem Hungrigen sogar die Bitte nach einem Stück Brot ab: „Mach`, dass du wegkommst“. Die Kinder brüllen ihm nach „Hau ab, wir wollen dich nicht hier, Du Mörder“. Bei Regen, Blitz und Donner lässt er sich erschöpft an einer Mauer nieder.

Mann der Kirche ist gnädig

Eine mitleidige Frau gibt ihm ein paar Münzen und den Tipp, beim Priester im Haus am Ende des Weges zu klopfen. Dort wird Jean Valjean freundlich von einem Mann der Kirche (Bernard Campan) und seiner Schwester Baptistine (Isabelle Carré) aufgenommen und mit Suppe, Brot und Wein verköstigt, sogar eine Kammer und ein Bett stehen bereit Für den Bischof ist Gott der Gastgeber und Valjean ein Mensch wie alle anderen. Nur die misstrauische Haushaltshilfe Madame Magloire (Alexandra Lamy) begegnet ihm mit Argwohn und Gehässigkeit, möchte am liebsten die Gendarmerie rufen, um ihn aus dem Haus zu werfen. Für Valjean wird sich in dieser Nacht sein Schicksal zwischen Gut und Böse entscheiden, zwischen Humanität und Hass. Ein gebrochener Mann, der an nichts mehr glaubt und genau die Vorstellung des „Monsters“ erfüllt, das die anderen von ihm haben und das in ihm tobt. Genau das Gegenteil ist der Bischof Monseigneur Myriel mit Spitznamen „Bienvenu“, der sich schon vor langer Zeit seiner Statusinsignien entledigt hat und jetzt den Bedürftigen und Verachteten hilft, ihnen Würde verschafft.

Eine harte Zeit im Gefängnis

Während die Frauen sich nach dem Mahl zurückziehen, trinken die Männer Wein, der Bischof lädt Jean Valjean zu einem Abendspaziergang ein, redet über Gott, macht ihm Mut, einen neuen Weg einzuschlagen, er habe doch seine Schuld bezahlt. Immer wieder erinnert sich Valjean zwischendurch in Rückblenden an die grauenvollen Jahre im Gefängnis, die in Bildern vor seinem inneren Auge immer wieder neu entstehen. Die Schikanen der brutalen Bewacher, die Zwangsarbeit im Steinbruch Tag für Tag, Jahr für Jahr, Ketten um den Hals wie Sklaven, eine harte Zeit, in der Menschen zu Gespenstern wurden. Seine gefährlichen Fluchtversuche, die ihm nur Strafverlängerung eingebracht haben, die Isolation und der Gedanke, von den Liebsten vergessen zu sein, ließen jegliche Hoffnung schwinden. Er spürt die tiefen in der Seele eingegrabenen Narben und spürt, wie er böse wurde, auch weil die menschliche Gesellschaft ihm nur Schaden zufügte. Und nicht nur ihm, vier von fünf Diebstählen wurden damals aus Hunger begangen und mit drakonischen Strafen geahndet.

Wieder zum Dieb geworden

Von den Gedanken an die Vergangenheit gepeinigt, schleicht er durch das dunkle Haus. Als er vor dem Bett des friedlich schlafenden Bischofs steht, scheint das Böse Macht über ihn zu erlangen. Der Schrecken von Totschlag und Raserei schlägt sich in furchtbaren Bildern nieder, in denen er die Bewohner ermordet. Aber es ist nur die Fantasie. Er beherrscht seine inneren Dämonen und geht hinaus in die Nacht, stiehlt das Silberbesteck aus dem Küchenkorb, das immerhin 200 Francs wert sein könnte. Während Madame Magloire am Morgen auf den diebischen Fremden schimpft, zeigen sich der Bischof und seine Schwester voller Geduld, geben sich mit dem einfachen Holzbesteck zufrieden. Kurz darauf bringen die Gendarmen den Dieb. Doch anstatt ihn zu beschuldigen, empfängt ihn der Bischof mit warmen Worten und beruhigt die Gendarmen mit einer Lüge, Jean Valjean habe sogar die Kerzenleuchter vergessen. Die überreicht er dem Verdutzten, während die Polizei mit Entschuldigungen abzieht.

Bischof erzählt aus eigenem Leben

Bei einem Glas Wasser erzählt der Bischof Vajean aus seinem Leben. Er war nicht immer der Mann, der er heute ist, sondern einst von missionarischem Eifer getrieben. Er berichtet von Liebe und Enttäuschung in Italien, von der Begegnung mit einem weisen alten Mann, der ihn nach einem schweren Verlust in einen Gerechten verwandelte, weg vom Hass – und zum Glauben hinführte. Bienvenu lässt Valjean gehen und gibt ihm den Rat, das Geld aus dem Verkauf des Silbers zu nutzen, ein ehrlicher Mensch zu werden… Jean Valjean wird zu dem, den wir kennen. Einer der größten Helden der Weltliteratur. Der Mann, der sein ganzes Leben lang versucht, gut zu sein. Der es schaffte, sich von Rache und Feindseligkeit zu befreien. Und dies nur, weil ihm eines Tages jemand die Hand gereicht hat.

Presseheft | Kinostart 2. April 2026

 

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