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Kino-Tipp: Die Camino-Therapie – Finde Deinen Weg

25. Mai 2026

Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt der Kino-Film von zwei Fremden, die auf dem Jakobsweg nicht nur zueinanderfinden, sondern zu sich selbst. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Camino de Santiago entsteht ein bewegender Film über Aufbruch, Loslassen und die Kraft des Zusammenhalts. Das Thema des Films zeigt, dass der Jakobsweg als Mittel der Resozialisierung dienen kann.

Wenn zwei sich auf den Weg machen: Die Lehrerin Fred und der rebellische Jugendliche Adam könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Fred an ihrem zunehmend wankenden, aber geordneten Leben festhält, versucht Adam seiner Vergangenheit aus Pflegeheimen, Schulverweisen und Jugendhaft um jeden Preis zu entkommen. Ein Resozialisierungsprogramm führt die beiden gemeinsam auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Zwischen Streit, Schweigen und unerwarteten Wendungen werden sie gezwungen, sich ihren Problemen zu stellen – und entdecken dabei eine neue Stärke in sich selbst und im anderen. Doch wird das reichen, um ihre Unterschiede zu überwinden und ihr Ziel zu erreichen?

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Einige der inhaftierten Jugendlichen im Jugendvollzug haben bereits solch eine Jugendhilfe-Maßnahme vor der Haft hinter sich gebracht. Eine Eins-zu-Eins Betreuung klingt gut, ist aber eine sehr herausfordernde Aufgabe für beide Seiten: den Jugendlichen und deren Betreuung. Überwiegend sind die Erinnerungen an den Fußweg positiv. Ein Jugendlicher berichtet, dass er es genossen hat. Er ist vom Allgäu bis in die westfälische Stadt Minden mit einer Betreuerin gewandert. Jugendhilfe gibt es ebenso im Ausland. Da wird von einem Aufenthalt auf der Insel Krim, in Rumänien oder Bulgarien berichtet.

Die Idee, intensivpädagogische Maßnahmen im Ausland durchzuführen, hat in der Jugendhilfe eine Tradition. Schon in den 1980er- und 1990er-Jahren begannen einzelne Träger damit, junge Menschen in besonders belasteten Lebenssituationen durch räumliche Distanz aus ihrem sozialen Umfeld herauszulösen. Ziel war es, einen Entwicklungsraum zu schaffen, der frei von bekannten Reizquellen, destruktiven Mustern und belastenden Beziehungskonstellationen ist. Diese Projekte werden stark kritisiert. Man sprach von Abschiebung, von der Verlagerung von Problemen in andere Länder. „Doch im Laufe der Zeit zeigte sich, dass diese Maßnahmen – richtig konzipiert und pädagogisch hochwertig begleitet – positive Wirkungen entfalten können“, so die Bochumer Life Jugendhilfe. Presseheft…

 

3 Rückmeldungen

  1. Katharina sagt:

    Wer beim Film Camino-Therapie gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg vermutet, ist buchstäblich im falschen Film gelandet! Die beiden Protagonisten Adam und Frederike, letztere möchte kurz und knapp mit „Fred“ angesprochen werden, lassen die Zuschauerinnen den Atem anhalten mit ihren aggressiv-ohrfeigenden Dialogen. Und hier scheint auch Fred die den jugendlichen Straftäter Adam begleitet auf dem langen Weg nach Santiago de Compostella, in der Auswahl harter Wortfindungen in nichts nachzustehen. Es sind über 2000 Km zu bewältigen, in denen die Zuschauerinnen mitgenommen werden in faszinierende Landschaften sowohl geografisch als auch auf den inneren zu bewältigenden Weg der Zwei.

    In einer Pilgerstätte bringt ein Mönch es auf den Punkt, als er zu Fred sagt, es sei noch ein sehr langer Weg. Als diese abnickt, mit Blick auf Adam, meint der Mönch: Ich meinte Sie! Über Höhen und Tiefen dieses Stück geteilten Lebensweges finden Adam und Fred schlussendlich zu einer zart-anmutenden Verbindung, die die Zuschauerinnen endlich entspannt wieder ausatmen lässt. Ein empfehlenswerter Film, der die Hoffnung nicht aufgibt, dass durch liebe-volles einander-Anschauen Heilung geschieht.

  2. Jonas sagt:

    Schon die erste Filmsequenz lässt einen erahnen, wie kompliziert und spannungsgeladen die Szenen sind. Auf der Brücke nebenher gehend trägt der Jugendliche ADAM etwas Sperriges mit auf seinem Arm. Die Begleiterin Frederike, kurz FRED, will ihm die Wasserflasche reichen, doch er lehnt missmutig ab. Im Laufe der Handlung wird einem bewusst, warum das so ist. Die harte Auseinandersetzung zwischen dem Jugendlichen und der ehemaligen Lehrerin sind kaum auszuhalten. Kopf an Kopf anschreiend oder fluchend über den je anderen.

    Letzte Chance
    2.000 Kilometer in drei Monaten – das ist eine sportliche Aufgabe, der sich die beiden Protagonisten in „Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg“ stellen. Die französische Produktion ist im besten Sinne, mal wieder, ein Wanderfilm. Wie man im Kino immer wieder lernt: Wenn man Schicksalsschläge erlebt oder im Leben nicht weiterweiß, hilft eine Wanderung. Doch hier ist es eine Übergangswanderung, eine 1 zu 1 Betreuung mit einem schwierigen Jugendlichen, den seine Mutter MARIA alleingelassen hat. Der Schmerz und die Verletzung darüber äußert sich in rasender Wut und Aggression gegen alles und jeden Menschen.

    Für den Straffälligen ist es seine letzte Chance, das Strafheim für Minderjährige zu vermeiden. Für die Lehrerin ist es ebenso eine Chance, sich zu behaupten, hat sie doch einer Schülerin in ihrem Unterricht eine Ohrfeige verpasst und ist gefeuert worden. Auf ihre Motivation gefragt beim engagierten Resozialisierungsverein stockt sie und will abhauen. Abhauen ist die Lieblingsmethode von ADAM. Die Verzweiflung und die Ohnmacht geht unter die Haut. Als Adam das Mädchen mit dem künstlichen Bein auf dem Pilgerweg kennenlernt, meint man, er hätte es geschafft. Doch auch sie stößt ADAM bei kleinster Unstimmigkeit ab. Er ist eben durch und durch ein Gangster.

    Langer Weg
    Es sind so einfache Szenen, wie beispielsweise die liebevolle Fütterung der Kälber auf der Wiese durch ADAM oder die Begegnung im Kloster, dort wo ADAM rappt. Zugegeben, die Szene ist etwas zu harmonisierend, sie zeigt doch, dass es Menschen gibt, die es gut mit ihm meinen. Das ist am nächsten Tag aber dann auch schon wieder vorbei und der unfair geführte Streit eskaliert wieder.

    „Es ist noch ein langer Weg“, sagt der Pater zur Lehrerin. Er meint aber nicht den 17-jährigen Jugendlichen, sondern ihren eigenen Weg. Das ist das Schöne an diesem Film, dass trotz brutaler psychischer Gewalt die Verletztheit und Brüchigkeit des nicht Straffälligen zu Tage tritt. Hier treffen sich die so unterschiedlichen Menschen und lernen sich schätzen und kennen. Die leibliche Mutter von ADAM kommt nur in der Marienstatute vor, die er im Kloster klaut (gezwungener Massen geschenkt bekommt) und die dann bei der Wanderung zerbricht. Die faszinierenden Landschaften lassen einem als Zuschauer immer wieder aufatmen.

    Wie geht es weiter
    Das zuvor geklaute Messer legt ADAM auf ein Gipfelkreuz ab. Das war es dann aber schon. Kein Gewitter oder ein Blitzeinschlag ändert den Jungen. Neu in die Schlägerei verwickelt, um die Lehrerin bei einem Diebstahl-Überfall zu schützen, kommt er wieder vor die Richterin. Ab jetzt gibt es kein Kuschelkurs mehr, obwohl die Wanderung – wie der Film gezeigt – absolut keine Kuschelmaßnahme ist. ADAM kommt wieder in die Jugendhilfeeinrichtung.

    Mithilfe der Lehrerin entkommt ADAM allerdings wieder und sie machen sich neu auf dem Weg, um Santiago de Compostela zu erreichen. Die Stadt erreichen sie dann auch. Sie reihen sich in die feiernden Pilgergruppen ein. Am Ende wird die Szene ein Jahr später gezeigt, die einem als Zuhörer zuversichtlich stimmen. ADAM in einer REHA-Klinik bei einem gehbehinderten Mann, der wieder lernt zu gehen. Mutzusprechend rappt ADAM ihm etwas vor: Voller Leben und tiefgründig. Die Lehrerin und ADAM telefonieren immer wieder kurz und geben sich weiterhin gegenseitig Halt.

  3. Jens Krohm sagt:

    Ich möchte gerne Kino-Freikarten zu „Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg“ gewinnen und würde mich über den Gewinn freuen

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