Laut der UN-Resolution „UN Basic Principles on Restorative Justice“ versteht man unter Restorative Justice „Jegliches Verfahren, in welchem das Opfer, der Täter sowie andere Subjekte oder Gemeinschaften, die von einer Straftat betroffen sind, aktiv und gemeinsam an der Lösung und Bereinigung der Folgen, die sich aufgrund der Straftat ergeben haben, arbeiten; in der Regel mit Unterstützung einer außenstehenden Fachperson“.

 

Das Konzept der Restorative Justice entzieht sich der Logik von Sanktionen und finanzieller Vergeltung sowie von Bestrafung und Ahndung, um sich der Dimension der Wiedergutmachung des Leids und der negativen Auswirkungen, die durch das kriminelle Ereignis hervorgerufen wurden, zu öffnen. „Restorative Justice“ ist ein Prozess „Dinge so gut wie möglich in Ordnung zu bringen“ („to make things right“). Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) ist in Deutschland ein Angebot im Rahmen von „Restorative Justice“. Geschädigte und jugendliche Beschuldigte können nach Urteil des Amtsgerichtes die Straftat und ihre Folgen mit Hilfe eines Vermittlers aufarbeiten. Die Konfliktbeteiligten erhalten die Möglichkeit den Konflikt gemeinsam zu bearbeiten und den entstandenen Schaden wieder gut zu machen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Geschichte

In Deutschland sind die ersten Ausgleichsprojekte Mitte der 80-er Jahre durch private Initiativen für Jugendliche entstanden. Aufgrund der guten Erfahrung mit solchen Projekten ist im Jahr 1990 im Jugendgerichtsgesetz der Täter-Opfer-Ausgleich bei Jugendlichen gesetzlich verankert worden.

1994 folgte eine gesetzliche Regelung im Strafgesetzbuch für den Erwachsenenbereich, Anfang 2000 eine Bestimmung in der Strafprozessordnung. 

Täter- Opferausgleich (TOA)

Mit einem Täter-Opfer-Ausgleich soll der durch die Straftat gestörte soziale Frieden zwischen Täter und Geschädigtem wiederhergestellt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bearbeitung des Konflikts und die Wiedergutmachung des entstandenen Schadens. Im Verhältnis zwischen Täter und Opfer soll der im Zusammenhang mit der Tat bestehende Konflikt beigelegt werden.

Die Wiedergutmachung schließt nicht nur finanziell bezifferbare Schäden ein, sondern beinhaltet auch die körperlichen und/oder psychischen Beeinträchtigungen des Opfers. Zwischen den Interessen des Geschädigten und den Leistungsmöglichkeiten des Täters soll ein Kompromiss gefunden werden, mit dem beide Seiten leben können (Wiederherstellung des sozialen Friedens zwischen Täter und Opfer).

Zur Friedensstiftung und Aussöhnung gehört auch, dass Täter und Geschädigter die Sichtweise der jeweils anderen Seite kennen - und (in gewissem Umfang) verstehen lernen. Hierbei ist neben der materiellen Schadenswiedergutmachung der Form des immateriellen Ausgleichs eine besondere Bedeutung beizumessen. Symbolischer Ausdruck einer Konfliktregelung kann die Entschuldigung und das Akzeptieren der Entschuldigung sein.

 

12. Mai 2019
Die Welle ist das Meer. Tagung AG Jugendvollzug
Die mystische Erfahrung – die auch in der Geschichte des Christentums eine große, allerdings immer wieder verdrängte Rolle spielt – geht zurück hinter die Kluft zwischen Gott und Welt. Anschaulich beschreibt Willigis Jäger, Benediktinermönch, Zen-Meister und Mystiker, mit dem Bild von der Welle, die das Meer […]
20. Mai 2024
Weil die Wahrheit eben nicht gepachtet ist
„Der Heilige Geist ist keine Zimmerlinde, vielmehr vergleicht die Schrift ihn mit dem Winde.“ Dieses Wort stammt von dem 2017 verstorbenen Pfarrer und Lyriker Kurt Marti. Wind weht nicht dort, wo wir es wollen. Der Heilige Geist ist kein Einrichtungsgegenstand, sein Wirken lässt sich nicht kanalisieren […]
12. November 2025
Wie Justizvollzugsanstalten gegen Suizide kämpfen
Viele Häftlinge leiden unter Ängsten und Hoffnungslosigkeit. 96 Menschen nahmen sich 2023 in ihren Zellen das Leben – ein Höchststand. Hinter Gefängnismauern ist die Gefahr, sich das Leben zu nehmen, rund zehnmal so groß wie draußen. “Hoffnungslosigkeit ist oft ein Hauptgrund”, sagt der Gefängnisseelsorger Lothar Dzialdowski. […]
29. Januar 2020
Wie sich die Gerichte gegen rechte Schöffen schützen
Rechte versuchen, mit Laienrichtern die Justiz zu unterwandern – bisher offenbar erfolglos. Wachsam sind die Profis in den Gerichten trotzdem. Im Frühjahr 2018 kursierten in den sozialen Medien ein paar Aufrufe, die normalerweise als Beitrag zum bürgerschaftlichen Engagement gelobt werden. “Liebe Leute, werdet Schöffen und sorgt […]
8. Juli 2022
Antworten des Landtages von Baden-Württemberg auf Petitionen
Es ist ein Recht, das allen zusteht, das Petitionsrecht. Um die Inhalte kümmert sich ein Petitionsausschuss. Als Anwalt der Bittenden bemüht er sich darum, den jeweiligen Sachverhalt aufzuklären. Gleich drei Petitionen beschäftigen den Landtag von Baden-Württemberg zum Justizvollzug. In der Drucksache 17 kann man die Antworten […]
16. Januar 2024
Kainszeichen: Kettenreaktion von Tat und Rache unterbrechen
Das Kainszeichen: Was genau war das eigentlich für ein Zeichen? Das steht nämlich nicht da. Aber es muss etwas sehr Deutliches gewesen sein. So dass jeder versteht: Dieser Mann wird nicht angefasst. Egal, was er gemacht hat. Egal, wie gerechtfertigt es wäre, ihn umzubringen. Wie menschlich […]
Knastschlüssel