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Insel Liturgie. Tiefe Kraft schöpfen fürs Leben

Corona Pandemie oder nicht, es ist was es ist: Herbst.
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14. November 2020

Auf einer Nordseeinsel Liturgie feiern. Mit den Gegebenheiten, wie man sie dort antrifft: Watt, Meer, Wasservögel, Salzluft und Weitsicht. Auf sich gestellt, abgeschottet und doch mitten in der Welt. Symbole auf dem Strandweg entdecken und für sich deuten. In der Konzentration auf sich und der Umwelt entdecken, dass es ein Spiegelbild und ein Feiern des Lebens ist. Inmitten der Pandemie Kraft schöpfen.


Insel Liturgie

Der Tag träumt mich
lädt ein zu einem
sensationellen Fest
zart-blau-himmlische-Einführung
Meeres-Abwesenheits-Ebbe
leuchtet Sand-Tanzfläche

Am späten Morgen des Tages setze ich
zögerlich meinen Fuss auf
sand-wellig-muschel-knirschenden-Grund
einsaugend-umarmend
spricht das abwesende Meer

Fröhlich-lockend-schräge
Piepsend-schreiend-krächzend-fiepend-gurgelnd
glucksend-schnatterndes
Wasservogel-Wattenmeer-Begleit-Orchester

Strandläufer stolzieren

Mensch und Vogel
Laufen fliegen tanzen
Wir-sind-EINS
Gedanken flattern wild durcheinander
Treffen auf
Brandgänse rotgestreift-geschmückt
Zum Hochfest

Winzige Strandläufer
mit zarten Füssen
stolzieren sehr eilig
am Wattenmeer
zweifelsohne haben sie noch was vor

Und dann läuft (D)eine
Seele neben mir
Heute Morgen
da ist sie angereist
weit hinten am Horizont auf dem offenen weiten Meer

Die Seele weiß

Und dann läuft deine
Seele neben mir.
Heute Morgen
da ist sie angereist
weit hinten am Horizont auf dem offenen weiten Meer
Kam sie auf einer riesig-zischend-weißen-Wellenschaumkrone
navigiert von einem zart-vielfarbenen-Teil-Regenbogen
Kam sie
Deine Seele zu mir
HOCH-FEST
Feiern wir.

Ausgeliehen

In unaufgeregten kleinen
Wellen kehrt
später
sanfte Flut zurück
füllt getanzt-begangenen Boden
Fordert alles zurück
Alles war ausgeliehen
wusstest Du das nicht
JA doch
Deine Seele
wusste es

Epilog

Mit dem Fahrrad zurück
„nach-Hause“ (war-ja-den-ganzen-Tag ZUHAUSE)
In die Pedale-tretend
auf festem Dünengrund
begleitet  von

modrig-pilzig-herbst-kräftigen Gerüchen
hinein in eine
sich färbende
Zart-Rose-Türkis-Welt

ertönen die Glocken der
Inselkirche
Mein Herz flüstert Erinnerung
und meine Ohren lächeln zustimmend
Zieh an deinen Nebelmantel
Milchig-blass färbt er das abendliche Farbspiel
Und der Abschluss-SEGEN rauscht
mit zahmen Schaumkronen beginnender
Flut an den
mir verbleibenden Sand-Strand.

Text und Fotos: Angelika Hartmann

 

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