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Herausforderung christlicher Sozialethik: Homo Hygienicus

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Der Philosoph Matthias Burchardt hat mehrfach die Entstehung und Durchsetzung eines neuen Sozialtyps konstatiert, des so genannten „Homo Hygienicus“. Die Herausbildung dieses Typs hat für ihn einschneidende Konsequenzen für den Einzelnen wie für die Gesellschaft und verändert das Zusammenleben der Menschen, wie wir es kannten, auf dramatische Weise. Seine entsprechenden Ausführungen scheinen mir ausgesprochen plausibel und außerdem eine ernstzunehmende Herausforderung für die christliche Sozialethik zu sein. Stefan Leibold, Dr. phil., Soziologe und Theologe, versucht in seinem Essay, die Positionen und Gedanken zu systematisieren und zusammenfassend zu skizzieren.

Man spricht von einem „Homo X“, wenn ein Menschenbild zu einer bestimmten Zeit in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten dominant wird und die Diskurse bestimmt. Im Zeitalter des Neoliberalismus ist das seit den 90er Jahren der „Homo Oeconomicus“: Der „rationale Nutzenmaximierer“ wurde zum Ausgangspunkt von Diskursen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Neben der dominanten Perspektive existieren natürlich auch andere, die nicht hegemonial sind, aber auch nicht völlig an den Rand gedrängt sein müssen.

Der neue „Homo Hygienicus“ nimmt prioritär Bezug auf das Konzept der Hygiene: auf präventive Maßnahmen im Alltag und in Institutionen zur Vermeidung des Krankwerdens. Mit dem Durchsetzen der Hygiene kam es historisch zur Senkung der Kindersterblichkeit und zur Verbesserung der Lebensverhältnisse. Sie ist also zunächst ein erfolgreiches und hilfreiches Konzept.

Den Begriff „Homo Oeconomicus“ hat allerdings nicht Burchardt erfunden, sondern der Historiker und Soziologe Alfons Labisch: Er gebrauchte den Begriff für die Charakterisierung des Wandels des Gesundheitsbegriffs im Industriezeitalter. Laut Labisch prägen Sauberkeit und Hygiene den Lebensstil von Arbeitern und Bürgern. Damit einher ging auch die Ermächtigung von Ärzten, anderen Menschen Vorschriften zu machen. Diese Ermächtigung von Experten habe im Gesundheitssystem bis heute zu einer Expertenherrschaft und zur Ausbildung einer modernen „Priesterkaste“ geführt. Ein grundlegendes Problem dabei: man kann die Ausführungen der Experten i.d.R. mangels eigenen Wissens nicht selbst hinterfragen.

Auf die Situation heute bezogen: Was z.B. den Zustand des Weltklimas angeht, haben wir selbst nur eingeschränkte eigene sinnliche Erfahrungen damit: Wir erleben das Wetter, sehen aber kein „Klima“. Ich muss dem Experten glauben, dass es wirklich so schlimm steht. Die Experten mögen völlig recht haben, aber ich muss ihnen in ihren Einschätzungen vertrauen. Damit besteht die Gefahr, so Burchardt, dass ich in eine vormoderne Haltung des Wissens zurückfalle. Ich muss glauben-und ich soll das auch. Wenn ich mein Verhalten an den Einschätzungen der Experten orientiere, erlange ich zugleich gesellschaftliche Anerkennung. Mein „Wohlverhalten“ führt zur „Erlösung“ aus einer schwierigen Krise. Verhält sich die Mehrheit der Bevölkerung aber nicht entsprechend, können schnell Katastrophenszenarien ausgemalt werden und die „Abweichler“ können sanktioniert werden. Experten, so Burchardt, vertreten oft bei ihren Lösungsvorschlägen einen „sozialtechnologischen Zugriff“, der aber zugleich religiös aufgeladen werden kann. Werden die Ratschläge nicht befolgt, droht der Verlust der „Erlösung“. Damit können gesellschaftliche Ängste erzeugt und verstärkt werden. Natürlich können Experten mit differierenden Meinungen herangezogen werden und die Ratschläge auf Widersprüchlichkeiten und Unstimmigkeiten hinterfragt werden – sofern entsprechende öffentliche Diskurse stattfinden.

Der Homo Hygienicus und das neuartige Corona-Virus

Die Angst vor dem neuen Corona-Virus, so Burchardt, wird seit 2020 zur dominanten Perspektive auf die Welt. Jederzeit und überall kann man sich mit dem tödlichen Virus infizieren, so die medial und von Experten vermittelte Vorstellung. Besonders bedeutsam ist dabei das Narrativ der „asymptomatischen Infektionen“: auch wenn der andere auf mich völlig gesund wirkt, kann er für mich eine Gefahr sein, genauer gesagt eine potenzielle tödliche Bedrohung. Denn: „Gesund-Sein ist nur ein scheinbarer Befund, weil in jeder gesunden Realität die Potenzialität des todbringenden Virus schlummert. Und je weniger man das Virus sieht, umso mehr sieht man alles und jeden im Lichte des Virus.“ (Versuch, S. 124). Das heißt konkret: Ich kann niemandem mehr die Hand geben, niemandem so nahe kommen, wie ich das vielleicht wünsche. Ein abstraktes statistisches Risiko wird in eine Lebenshaltung übersetzt. Burchardt macht auf den Unterschied von Risiko und Gefahr aufmerksam: Einem Risiko bin ich ganz konkret und wahrnehmbar ausgesetzt, z.B., wenn es brennt. Das Risiko bedeutet dagegen im Unterschied: Es brennt jetzt nicht, aber es könnte irgendwann brennen. Es ist eine statistische Größe. Risiken sind im Leben eines Menschen vielfältig vorhanden. Der Homo Hygienicus glaubt an das Risiko, auch wenn er keine Gefahr sieht.

Er „hat das Vertrauen in seine eigene Wahrnehmung verloren, er handelt vor dem Hintergrund innerer Bilder, die sich über seine Erfahrungswelt gelegt haben. Weil sein Handeln aber real ist, errichtet er damit eine ‚Neue Realität‘“ (Versuch S. 125). Weil er selbst seinen Erfahrungen nicht trauen kann, braucht er die Experten, die ihm die Welt erklären bzw. wie gefährlich diese ist. Er wird bedürftig nach „Mama und Papa“, die ihn an die Hand nehmen, und projiziert diese frühen Figuren auf die heutige politische Elite (zumindest auf den für ihn vertrauenswürdigen Teil). Zur Beruhigung der existenziellen Angst tätigt er Hamsterkäufe.

In Umkehr des christlichen Grundsatzes „Liebe deinen Nächsten!“ „generalisiert der Homo hygienicus die Krankheitsvermutung und gibt sich den Leitspruch ‘Fürchte deinen Nächsten‘“ (Versuch, S. 124). Er meidet daher andere, und um das Risiko zu verringern, vollzieht er rituelle Handlungen wie Händewaschen, auf Abstand achten und eine Maske tragen. Grundsätzlich müssen diese Handlungen nicht verkehrt sein, sie können vielmehr angemessen sein, aber sie dienen der Beruhigung durch ihre rituelle Funktion. Burchardt erkennt hier eine Rückkehr religiöser Reinheitsgebote, allerdings außerhalb eines bestimmten religiösen Kontextes.

Eine vollständige Erlösung bietet dagegen der digitale Raum an: Hier kann keine tödliche Infektion erfolgen. Deshalb besitzt jedes Zoom-Meeting einen erlösenden Anteil.

Der Preis dagegen ist in den Augen des Philosophen hoch: Die Sorge um die nackte Existenz verhindert die Entwicklung einer Essenz des Menschen. Der Homo Hygienicus lässt den Homo Ludens, den spielenden Menschen, kaum mehr zu. Gemeinsam mit anderen spielerisch Zeit zu verbringen ist aber ein existenzielles Grundbedürfnis. Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Ein digitales Spiel ohne echte Nähe ist für ihn kein Ersatz. Die Nähe der Menschen zueinander aber geht verloren. Distanz ist eben nicht Nähe, sondern bleibt Distanz.

In diesem Zusammenhang macht Burchardt auf den veränderten Gebrauch der Worte und ihrer Bedeutungen aufmerksam und konstatiert in Anlehnung an Orwells „1984“ eine Kultur des „Neusprech“. Distanz wird als „Nähe“ interpretiert, Abschottung vom anderen als „Solidarität“, Menschen alleine zu lassen als „Rücksicht“ und „Verantwortung“, in Münsteraner Bussen kann man „Abstand ist Fürsorge“ lesen. Unkritischer Glaube an die Aussagen der offiziell legitimierten Experten gilt als „vernünftig“ und „wissenschaftlich“. Damit werden diese Begriffe ihres Wesenskerns gerade beraubt bzw. in ihrer Bedeutung gegenteilig verstanden.

Was verschwindet damit? In Anlehnung an Bollnow spricht Burchardt vom Verlust der „ontologischen Erfahrung“ oder auch der Kraft der „Seinserfahrung.“ Ähnlich kann man Bubers Dialogphilosophie heranziehen mit ihrem Schlüsselsatz „Das wahre Leben ist Begegnung“ – die nicht mehr stattfindet. Wenn ich das Antlitz des Anderen nicht mehr deuten kann, hat das Folgen, denn mit Bezug auf den französischen Philosophen Emmanuel Levinas verhindert das „Antlitz des Anderen“, dass ich ihn töte. Mit Verweis auf die Verbundenheit mit den anderen gerade durch unseren Leib konstatiert Burchardt, dass der Homo Hygienicus ein verstümmelter Mensch ist.

Gefangen im eigenen Gefängnis: Foto: Andreas Wiedenhaus

Die Vorbereitung des Homo Hygienicus

Der Homo Hygienicus ist nicht vom Himmel gefallen. Er wurde vorbereitet durch den Homo Oeconomicus: Dessen Drang zur Selbstoptimierung prägt auch den Homo Hygienicus. Dieser muss nun neben seinem Humankapital auch sein körperliches Verhalten stets kontrollieren, denn der kleinste Fehler könnte tödlich sein. Daher kann die Impfung als vorläufige Optimierung des Körpers und auch als Selbsterlösung aus der Gefahr fungieren. Ob sie wirklich notwendig und wirksam ist oder mittel- und langfristige Folgen hat, interessiert dabei nicht. Auch nicht, dass ständig durchgeführte Hygienemaßnahmen auf der anderen Seite das Immunsystem des Körpers gerade schwächen können. Der Homo Hygienicus kann an den Homo Oeconomicus anschließen und damit, so Burchardt, auch den früher noch Einfluss besitzenden Homo Religiosus endgültig überflüssig machen. Für Schuld und Erlösung sorgt der Homo Hygienicus selbst – bzw. für die Erlösung eben gerade nicht.

Die Rolle der Wissenschaft

Zwar werden zur Begründung der Maßnahmen gegen Covid-19 offiziell die Wissenschaften herangezogen, genauer gesagt bestimmte Experten mit ihren Einschätzungen, aber, so hält Burchardt fest, eine Entscheidung über das, was geschieht, wird nicht über Wissenschaft, sondern über Macht getroffen. Gerade in Bezug auf die Corona-Politik ist auffällig, dass der freie, öffentliche Diskurs weitgehend ausgeschaltet wurde. Das, so Burchardt, ist auch nicht erstaunlich. Schon längst vor Corona gab es keine „freie Wissenschaft“ (die eh eine Konstruktion ist), sondern weitgehend in bestimmte Bahnen gelenkte Forschungen und Erkenntnisse. Die Universität ist spätestens seit den Bologna-Prozessen eher ein „Drittmittelbordell“. Längst hat eine Externalisierung der Agenda und der Qualitätskriterien stattgefunden, es geht in der deutschen universitären Landschaft längst nicht mehr darum, „die Wahrheit“ zu suchen.

Politischer Wandel

Burchardt fragt sich, „inwieweit auch der Homo Hygienicus 2020 eine systematisch produzierte, steuerbare Figur ist, die zum Preis der nihilistischen Gesundheit bereit ist, Demokratie, Kultur und persönliche Entfaltung einer Steuerungselite zu übertragen.“ (Versuch, S. 126). Die eingesetzte Herrschaftstechnik des „Divide et impera“ wurde bereits im Neoliberalismus als Instrument der Kontrolle der Bevölkerung von den Eliten häufig und erfolgreich genutzt: Vom „faulen Langzeitarbeitslosen“ über „gewaltbereite Muslime“ und „kriminelle Geflüchtete“ bis hin zu „Coronaleugnern“ reicht das Spektrum der vermeintlich schuldigen oder gefährlichen Gruppen, mit denen sich die Bevölkerung beschäftigt, um die Ziele und die Politik der Eliten nicht zu hinterfragen. In Zeiten vermeintlicher „Sachzwänge“, denen praktisch alle Parteien folgen, und den feststellbaren Prozessen der „Postdemokratie“ (Colin Crouch) ist es längst zu einem Bedeutungsverlust demokratischer Verfahren gekommen. Kapitalismus, so lässt sich schlussfolgern, funktioniert auch ohne Demokratie. Insofern wird die Aushebelung demokratischer Verfahren im Zuge der „Corona-Maßnahmen“ von der Mehrheit der Bevölkerung kaum wahrgenommen und falls doch, sogar begrüßt. Ein „epidemischer Notstand nationaler Tragweite“ kann ohne klare Kriterien definiert werden; weitere Notstände könnten folgen.

Hypermoral

Bereits vor Corona hat die Kultur der „political correctness“, so Burchardt, zu einem hypermoralischen Diskurs geführt. Die richtige Lebensführung und der angemessene Sprachgebrauch gelten als (alleiniger) Maßstab für moralisches Handeln. Wer z.B. Masken trägt, handelt verantwortungsvoll und demonstriert das auch nach außen. Er kann dann auch das Recht in Anspruch nehmen, den Nachbarn, der das nicht tut, aus moralischen Gründen zu denunzieren. Interessant in Ergänzung zu Burchardt ist, dass diese Hypermoral insbesondere durch die gesellschaftliche Linke stark gemacht wurde: nach dem Scheitern der Hoffnungen auf einen erfolgreichen „Klassenkampf“ und einen grundlegenden Systemwandel verlagerten sich die Kämpfe der Linken auf die horizontale Ebene, u.a. auf Gender, Antirassismus, Sexualität (vgl. z.B. Chantal Mouffe). Dabei übernahmen Linke den neoliberalen Eifer der eigenen Selbstoptimierung – jetzt in moralischer Hinsicht. Julia Lis und Michael Ramminger haben dahinter einen neuen „säkularen Pietismus“ ausgemacht.

Geschichtlicher Bruch

Burchardt vermutet, dass wir vor einer Zäsur stehen, die neue dauerhaft geltende Verhaltensregeln mit sich bringen wird. Er geht z.B. davon aus, dass der Händedruck als Demonstration friedlicher Absichten aus der Kultur verschwinden wird. Generell geht er davon aus, dass mit dem Homo Hygienicus ein disruptiver Geschichtsbruch verbunden ist: Die meisten selbstverständlichen Regeln des Zusammenlebens, die gestern noch galten, gelten heute nicht mehr. Die Durchsetzung des Homo Hygienicus führt zu einer „neuen Normalität“, die aber „nichts anderes als die Permanenz des Ausnahmezustands bedeutet“ (Versuch S. 122). Wer aber verfügt über den Ausnahmezustand? Wird die Frage überhaupt noch gestellt?

Die Idee von einem Fortschritt der Menschheitsgeschichte, die durch das neoliberale „There is no alternative“ schon massiv in Frage gestellt war, geht endgültig verloren. Es gibt nichts mehr, worauf es sich wirklich zu warten lohnt: Was kommt, ist nur ein neues Virus oder eine neue Gefahr. Ein Zurück zu einer unbeschwerten Normalität scheint nicht möglich. Vielmehr wird eine neue Qualität der Kontrolle des Raumes, der Zeit und der Körper möglich, die Foucaults „Panoptikum“ alle Ehre macht. Der „öffentliche Raum wird zur Disziplinierung der Menschen umgestaltet: Vor den Geschäften finden sich Gitter und Absperrungen…Im Inneren des Supermarktes erklingt …die Stimme einer freundlichen Hygiene-Gouvernante, die die Kunden ermahnt…“ (Versuch S. 120 f.). Bezeichnend „sind auch die Abrichtungen von Schulkindern, die unter dem Hygieneregime Präsenzunterricht erhalten. ..Die rigiden Hygienemaßnahmen gleichen die Schule einem Gefängnis an.. Und egal, was an Unterrichtsstoff behandelt wird, lernen die Kinder vor allem eines: Werde zum Homo hygienicus!“ (Versuch, S. 121).

Zusammenfassend lässt sich als Weiterführung der Ausführungen von Burchardt die jetzige Phase so interpretieren, dass auf dem Boden des Neoliberalismus der Homo Hygienicus bequem Platz nimmt. Der methodologische Individualismus wird auch zum real körperlichen. Zum rationalen Nutzenmaximierer tritt der irrationale moralische Selbstoptimierer, der Angst um sein Leben hat und instrumentelle Rationalität mit dem Glauben an die Weisheit ausgewählter Experten und die Wirksamkeit neuer Rituale verbindet. Freilich bleibt er eingebunden in einen krisengeschüttelten Kapitalismus, der längst vom „utopischen zum zynischen“ (Franz Hinkelammert) geworden ist und demokratische Verfahren zunehmend durch autoritäre Entscheidungen kleiner Eliten ersetzt.

Holz-Figuren des Holzbildhauers Rudi Bannwarth aus Ettlingen

Der Homo Hygienicus als Herausforderung christlicher Sozialethik

Ich halte Burchardts Ausführungen, die ich im Vorhergehenden mit einigen Ergänzungen angereichert habe, für eine insgesamt zutreffende und hellsichtige Einschätzung des Epochenbruchs, den wir gerade erleben. Es ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt tatsächlich kaum vorstellbar, dass es ein Zurück zur „Vor-Corona-Zeit“ geben könnte.

Wenn man christliche Sozialethik als die Wissenschaft versteht, die die „Verkörperung des Glaubens in einer…Praxis der Gerechtigkeit“ (Gerhard Kruip) reflektiert, stellt sich zunächst die Frage: welcher Glaube? Lange Zeit schien insbesondere den westlichen Gesellschaften religiöser Glaube abhanden gekommen zu sein. Mittlerweile ist das Narrativ der „Säkularisierung“ der modernen Gesellschaft durch Überlegungen zu einer „Rückkehr der Religion“ oder einer „postsäkularen Gesellschaft“ in Zweifel gezogen worden. Die Frage ist dann aber: an was glauben denn die Menschen? Mir scheint diese Frage längst entscheidender zu sein als die, ob jemand „gläubig“ ist. Wenn man „Religion“ als das deutet, „was uns unbedingt angeht“ (Tillich) oder als „die alles bestimmende Wirklichkeit“ (Ruster), dann ist die moderne Gesellschaft ausgesprochen religionsproduktiv. Seit längerer Zeit lässt sich der Kapitalismus als solche bestimmende Wirklichkeit deuten, jedenfalls deutlich stärker als die historisch wirkmächtigen Weltreligionen. Die Diskussionen über „Kapitalismus als Religion“ haben in den letzten Jahren nicht ohne Grund wieder Fahrt aufgenommen. Der christliche Glaube hat für die Mehrheit der westlichen Gesellschaften dagegen seine Relevanz und Ausstrahlung eingebüßt. Dieser nun lässt sich laut Kruip verstehen als befreiende Praxis in der Geschichte, die die eigenen entsprechenden Erfahrungen im Horizont eines in der Welt wirksamen, aber über die Welt hinausweisenden Horizonts deutet.

Was glaubt der Homo Hygienicus? Für ihn rückt die Angst vor dem physischen Tod wieder stärker in den Vordergrund. Trotz dieser Angst versucht er, in seinem Alltag ein rationaler Nutzenmaximierer zu bleiben und dabei moralisch höchste Ansprüche zu erfüllen. Das überfordert und erschöpft ihn. Der Homo Hygienicus glaubt wieder verstärkt an destruktive Kräfte und ihre Macht, der er hilflos ausgeliefert ist (man ist versucht, an „dämonische Mächte“ zu denken.) Dabei verkümmern Gesundheit und Leben zum nihilistischen Selbstzweck. Er klammert sich an die offiziell legitimierten Experten und deren Ratschluss und erhofft die Erlösung von der Angst, die nie eintreten kann. Mit dem christlichen Glauben hat dies wenig zu tun, eine befreiende Praxis und ein über die Welt hinausweisender Horizont ist nicht sichtbar.

Zwar haben die Kirchen im Lockdown versucht, mit ihren digitalen (Gottesdienst-)Angeboten einen Teil der Erlösung, die die Digitalisierung verspricht, abzubekommen. Diejenigen, die von der Digitalisierung das Heil erwarten, hat sie damit vielleicht erreicht, wird damit aber auf Dauer mit anderen Anbietern nicht mithalten können, weil Kirche keine Expertin für digitale Formate ist, eben deshalb, weil sie von der leibhaftigen Begegnung in Gemeinschaft lebt.

In seiner Grundlegung der Sozialethik hat Christoph Hübenthal postuliert, dass moralische Handlungen sich dadurch qualifizieren, dass sie die Autonomie und Freiheit der Anderen in gerechten Institutionen verwirklichen. Der Homo Hygienicus erwartet dagegen die Einschränkung von Freiheit und Autonomie für ihn und für alle anderen mit dem Ziel des Gesundheitsschutzes. Die Kosten für die enormen Folgen der Maßnahmen sollten gerecht verteilt werden, dazu kann er sich durchringen. Allerdings ist zu erwarten, dass neoliberale Narrative, die sich gegen Umverteilungsprozesse wenden, entsprechende Maßnahmen verhindern werden. Tatsächlich ist in allen Ländern die soziale Ungleichheit seit März 2020 gewachsen, ohne dass dies nennenswert Thema wäre. Die „Gemeinsam gegen Corona“-Rhetorik verschleiert, dass bei der Aufarbeitung der ökonomischen und sozialen Folgen keineswegs alle Akteure im „gleichen Boot“ sitzen.

Letztlich geht es dem Homo Hygienicus eher um die Befreiung vom gefährlichen Anderen als um die Befreiung des Anderen zu mehr Anerkennung und Freiheit.

Die globale Gerechtigkeit ist für den Homo Hygienicus zunächst weit weg, es sei denn, es geht um die gerechte Verteilung von Impfdosen. Aber so richtig berührt ihn das nicht, ebenso wenig die fortschreitende Umweltzerstörung. Derjenige, der Angst um sein nacktes Leben hat, setzt sich nicht mit Leidenschaft für das globale Gemeinwohl ein. In einem ersten Resümee lässt sich sagen, dass der Homo Hygienicus ein Programm, das die christliche Sozialethik verfolgt, weder realisieren kann noch will. Die Entstehung und Durchsetzung eines neuen Sozialtypus führt zur Frage, wie dieser im Vergleich mit dem „christlichen Menschenbild“ abschneidet. Bei allen Grenzen und Defiziten, die die klassischen Prinzipien der katholischen Soziallehre aufweist: wie verhält sich der Homo Hygienicus eigentlich zu Personalität, Solidarität und Subsidiarität?

Der Homo Hygienicus und die klassischen Sozialprinzipien

Bei der Skizzierung der sozialkatholischen Prinzipien greife ich auf die Ausführungen von Arno Anzenbachers „Christliche Sozialethik“ zurück, der versucht, die klassischen Prinzipien in Auseinandersetzung mit moderner Wissenschaft in ihrem Gehalt zu bewahren.

Personalität

Anzenbacher identifiziert fünf Aspekte einer personalen Sicht des Menschen: Der Mensch ist zum ersten Geist in Leib. Er geht als Naturwesen nicht vollständig in seiner materiellen Natur auf, „sondern vollzieht im Selbstbewußtsein vernunfthafter Subjektivität …geistiges Leben.“ (S. 180). Ein zweiter Aspekt ist sein Mit-Sein mit anderen Menschen. Ein Person-Sein ist nur durch Sozialität möglich. Ferner ist der Mensch moralisches Subjekt, er bestimmt „sich aus vernünftiger Motivation selbst zur Praxis“. (S. 181). Als Mensch der Transzendenz stellt er viertens die Frage nach „Ursprung und Sinn des Ganzen“ (S. 182), auch nach seinem Tod. Fünftens schließlich weiß der Mensch darum, dass er immer wieder Schuld auf sich lädt, Sünde, sowohl individuell als auch in Strukturen, die er errichtet.

Aus der Personalität lassen sich die Menschenrechte für jede Person begründen. Für Anzenbacher heißt das konkret: 1. Es muss ein Maximum gleicher subjektiver Handlungsfreiheit gewährleistet werden. 2. Freiheitseinschränkungen sind nur um der gleichen Freiheit aller legitim (vgl. S. 189). Hier kommen unweigerlich die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen der Corona-Politik in den Blick, bei der ersten Maxime, wenn z. B. geimpfte Personen größere Freiheiten erhalten. Dass Freiheitseinschränkungen z.B. durch Lockdowns wirklich für eine größere Freiheit aller sorgen, müsste plausibel begründet werden, wenn man der zweiten Maxime genügen will. Auch wenn das gelingt, wird hier aber Freiheit auf die Erhaltung der biologischen Existenz reduziert, auf „nacktes Leben“. Zweifellos ist auch die Bewahrung des Lebens an sich ein Wert. Der Homo Hygienicus, der Freiheitseinschränkungen befürwortet, gewichtet es allerdings deutlich höher als sein geistiges Leben. Problematisch ist, dass die Notwendigkeit der Freiheitseinschränkung mit dem Vertrauen in Expertenmeinungen steht und fällt, weil der Einzelne die sozialmedizinischen Hintergründe kaum beurteilen kann.

Der Sozialität als Existenzbedingung seiner Personalität trägt der Homo Hygienicus eindeutig zu wenig Rechnung, durch seine prinzipielle Angst vor dem Anderen und durch das strikte Befolgen von Kontaktbeschränkungen.

Zweifellos beschäftigt sich der Homo Hygienicus mit der transzendenten Frage nach dem Sinn des Lebens, vor dem Hintergrund eines von ihm wahrgenommenen ständig präsenten virulenten Risikos kann man diese Beschäftigung jedoch m. E. als „depressiv eingefärbt“ bezeichnen. Seine persönliche Schuld bezieht sich beim Homo Hygienicus stark auf die Frage seines Beitrags zur Vermeidung von Tod und Krankheit und den Grad des Befolgens der als vernünftig erklärten Regeln. Zusammenfassend: Mit Blick auf das Prinzip der Personalität lassen sich erhebliche Engführungen und Einschränkungen im Leben des Homo Hygienicus feststellen.

Solidarität

Der Solidaritätsbegriff ist schillernd und vielfältig. Zunächst meint der Begriff die wechselseitige Bereitschaft, füreinander einzustehen. Solidarität ist nach wie vor ein Schlüsselbegriff der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften, aber auch ein sozialethisches Prinzip. Geht es im Personalitätsprinzip um den Rechtsanspruch jedes Menschen als Person, „geht es im Solidaritätsprinzip um die diesen Rechtsanspruch entsprechenden Pflichten…für jedermann …sowie für die Rechtsgemeinschaft als ganze..“ (S. 197). Im Anschluss an Habermas lässt sich zwischen der Ebene der Gerechtigkeit und des guten Lebens, zwischen geschuldeten Rechts- und ungeschuldeten Liebespflichten unterscheiden. Die Gesellschaft schuldet ihren Mitgliedern die reale Anerkennung ihrer Menschenrechte. Solidarität soll in gesellschaftliche Institutionen wie etwas das Sozialversicherungssystem eingelassen und verankert sein. Ungeschuldet ist eine freiwillig-karitative Hilfsbereitschaft. Zielpunkt ist das Gemeinwohl als Gesamtheit der gesellschaftlichen Bedingungen, die den Einzelnen wie den Gemeinschaften ein Erreichen der eigenen Vollendung ermöglichen (vgl. Pastoralkonstitution Gaudium et spes des II. Vatikanums). Solidarität ist dabei individualethisch als persönliche Moralität und sozialethisch als Gestaltungsprinzip sozialer Gebilde zu verstehen.

In einer Gesellschaft, in der der Homo Hygienicus dominiert, ist die individuelle solidarische Moralität und Praxis geschwächt, weil zunächst die Bewahrung des eigenen Lebens im Vordergrund steht und der Andere als potenzielle Gefahr wahrgenommen wird. In aktuellen Diskursen wird zwar die solidarische Verantwortung der Einzelnen für die Gesellschaft beschworen, allerdings inhaltlich gerade als Distanzierung von anderen konzipiert. De facto werden alte Menschen, Kinder und Jugendliche, allgemein gerade die vulnerabelsten Gruppen der Gesellschaft in ihrer Sozialität eingeschränkt. Einkaufsdienste für Senioren oder Nachhilfe für benachteiligte Kinder können dies nur unzureichend kompensieren. Sich de facto nicht solidarisch zu verhalten, gilt als solidarische Praxis. Hier hat Burchardt mit seinem Verweis auf das „Neusprech“, die Umkehrung des Sinngehalts von Begriffen, sicher recht. Die Verwirklichung „guten Lebens“ kommt für viele Menschen als Zielperspektive kaum noch in den Blick.

Die Gemeinschaft selbst schränkt durch politische Entscheidungen die Rechte und das Wohlergehen ihrer Mitglieder ein und kommt dadurch ihren Pflichten nur eingeschränkt nach. Die Legitimität hängt einzig an der Begründung dieser Maßnahmen durch Politiker/innen und Expert/innen. Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergeld sind sicherlich Versuche, Schäden dieser Einschränkungen für Unternehmen und abhängig Beschäftigte solidarisch zu kompensieren. Die Frage wird sich allerdings stellen, wer die materiellen wie moralischen Schulden einmal bezahlen soll. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Gemeinschaft der Homines Hygienici das Gemeinwohl nur eingeschränkt verfolgt und soziale Ungleichheit und Spaltungen vertieft.

Subsidiarität

Das Subsidiaritätsprinzip ist im katholischen Verständnis quasi das Organisationsprinzip des Gemeinwohls und regelt die Zuständigkeiten und Kompetenzen für die als hierarchisch vorgestellten Sozialgebilde. Die Enzyklika Quadragesimo Anno aus dem Jahr 1931 hält „eine Vielfalt starker und lebensfähiger intermediärer Sozialgebilde zwischen Einzelperson und Staat für sozialethisch wünschenswert, damit die Einzelperson nicht unmittelbar einem übermächtigen Staat konfrontiert und ausgesetzt ist“ (Anzenbacher S. 212). Es enthält zwei Prioritätsregeln: ein Kompetenzanmaßungsverbot und ein Hilfegebot. In einer Welt, die in diesem Denken aus abgestuften sozialen Sphären besteht, bestimmt es, dass die jeweils höhere Stufe der unteren die Kompetenzen lassen soll, die diese selbst mitbringt, umgekehrt aber verpflichtet ist zu helfen, wenn diese die Kompetenzen nicht besitzt und Unterstützung braucht. Der Einzelmensch und seine Vergemeinschaftungen werden als eigenverantwortlich und autonom verstanden. In demokratischen Prozessen sollen die Betroffenen als politisches Plenum in ihren jeweiligen Bereichen ihre Kompetenz wahrnehmen. Die Regelung der umfassenden Ordnung obliegt der Politik. In der Europäischen Union wird das Subsidiaritätsprinzip in Diskursen häufig aufgegriffen, um Zuständigkeiten und Kompetenzen der verschiedenen Regionen zu betonen.

Auch wenn das Konzept einer gestuften Ordnung der Gesellschaft aus der Zeit gefallen scheint, ist der Verweis auf die Bedeutung von Instanzen zwischen dem Einzelnen und dem Staat und das Postulat ihrer autonomen Entscheidungsfindung auch heute aktuell. Mit der Subsidiarität lässt sich eine starke Zivilgesellschaft mit eigenen Kompetenzen dem Staat gegenüber begründen. Der Homo Hygienicus ist demgegenüber an einem starken Staat interessiert, der die Entscheidungsgewalt möglichst an sich zieht und ihm und den Gemeinschaften, in die er eingebunden ist, die Verantwortung abnimmt. Einer Verselbständigung von politischen Entscheidungsstrukturen steht er daher wenig kritisch gegenüber, sondern begrüßt sie sogar. Erstrebte „Hilfe“ wird zunächst im Hinblick auf den „Schutz vor dem Virus“ erwartet.

Zusammenfassung

Sicher gäbe es zum Verhältnis der Sozialprinzipien zum Homo Hygienicus noch einiges mehr zu sagen, die Streiflichter zeigen aber, dass das Menschenbild, das er verkörpert, von den Vorstellungen der katholischen Soziallehre weit entfernt ist. Der Homo Hygienicus ist kein fröhlicher Christenmensch, der durch auf Befreiung zielende Praxis gerechte Institutionen verwirklichen will. Vielmehr muss man sich den Homo Hygienicus als einen unglücklichen, getriebenen Menschen vorstellen, von Furcht bestimmt und von seinen Mitmenschen isoliert. Generell ist der Homo Hygienicus kein erlöster Mensch, im Gegenteil, er ist und bleibt permanent erlösungsbedürftig, ohne diese jemals erreichen zu können. Man muss unweigerlich an Walter Benjamins Charakterisierung des Kapitalismus als eines nicht entsühnenden, sondern ständig verschuldenden Kultus denken. Der religiöse Charakter der kapitalistischen Gesellschaftsordnung findet möglicherweise im Homo Hygienicus seine Zuspitzung und seinen vorläufigen Höhepunkt.

Das Menschenbild, das die Soziallehre entwirft, ist nicht das des Homo Hygienicus. Ihr entsprechend war aber auch das des Homo Oeconomicus, des rationalen Nutzenmaximierers, nicht. Auch dieser setzt sich nicht für gerechte Institutionen und die Freiheit anderer ein, wenn er nicht das Gefühl hat, dass dies ihm nutzt. Der Homo Hygienicus fügt ihm die Haltung des „irrationalen moralischen Selbstoptimierers“ hinzu. Die Verbindung der beiden Typen macht die Menschen ängstlicher und manipulierbarer als zuvor.

Gehört ihm aber wirklich die Zukunft? An dieser Stelle muss einschränkend gesagt werden: Das Modell ist idealtypisch, es beschreibt nur vorherrschende Verhaltensweisen vieler Menschen, nicht jede Verhaltensweise und Haltung aller Menschen. Es gibt Gegenkräfte, die in ihm wirken, gerade weil der Homo Hygienicus für seine Existenz einen hohen Preis zahlt. Allerdings wurden in der Geschichte der Menschheit schon ganz andere Preise gezahlt, sodass man auch nicht sagen kann, dass sein Ende schon bald gekommen sein wird. Die weitere Entwicklung hängt sowohl von der Regulierung und den Narrativen der politischen Klasse als auch von sozialen Zusammenschlüssen ab, die sich gegen die eigene Existenz als Homo Hygienicus wenden.

Die Kirchen, das wird man konstatieren müssen, sind in der Entstehungs- und Durchsetzungszeit des Homo Hygienicus nicht durch differenzierte Reflektionsleistungen aufgefallen, sie waren ab einem gewissen Zeitpunkt froh über die vom Staat (wieder) zugestandenen Freiheiten und fühlten sich insgesamt den herrschenden politischen Narrativen gegenüber loyal verpflichtet. Dass religiöse Funktionen längst vom Kapitalismus selbst übernommen werden und Erlösung auf anderen Wegen gesucht wird, wurde auch in den Jahren zuvor kaum thematisiert (wenn auch ein diffuses Krisenbewusstsein seit langem vorhanden ist). Die mangelnde gesellschaftliche Relevanz des organisierten Christentums ist gerade „seit Corona“ deutlich zu Tage getreten und wird zu weiteren beschleunigten Abbrüchen führen. Eine Reaktion der Kirchen oder auch der institutionalisierten Sozialethik, die den von Burchardt prognostizierten Epochenbruch wahrnimmt, ist nicht zu erkennen.

 

Möglicherweise werden sich spätere Generationen fragen, wie der Homo Hygienicus so schnell Raum gewinnen konnte. Das Tempo seiner Gestaltwerdung ist tatsächlich atemberaubend und nur mit dem Aufsetzen auf den kapitalistisch bereits etablierten Homo Oeconomicus zu erklären. Wenn beide letztlich auf den Grundstrukturen der kapitalistischen Lebensweise beruhen, dürfte seine Überwindung nicht einfach sein. Ein erster Schritt zu seiner Überwindung dürfte sein, dass Menschen aus ihrer reflektionslosen Angst herauskommen und sich ihr eigenes Verhalten und das ihrer Mitmenschen sowie dessen Folgen bewusstmachen. Die biblische Aufforderung „Fürchtet euch nicht!“ gewinnt heute eine ganz neue Aktualität. Der angstbesetzte Homo Hygienicus jedenfalls wird nicht „zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit“ (Mt 6,33) trachten. Christliche Theologie und Ethik müssen ihn als ernste Herausforderung ihres wesentlichen Anliegens begreifen.

Essay von Stefan Leibold, Dr. phil., Soziologe und Theologe | Kirchengemeinde Hiltrup 

 

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